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Frank Arnesen bestritt 52 Länderspiele für Dänemark und erzielte 14 Tore © imago

Der frühere dänische Nationalspieler wird neuer Sportvorstand beim Hamburger SV. Und er kommt nicht allein vom FC Chelsea.

Von Martin Volkmar

München/Hamburg - Die fast zweijährige Suche ist endlich beendet: Der Hamburger SV hat einen neuen Sportvorstand gefunden.

Der Däne Frank Arnesen kommt zur kommenden Saison vom FC Chelsea und unterschrieb schon am Freitag einen Vertrag bis 2014.

Der Klub hat entsprechende Berichte am Tag nach dem 4:0 gegen Bremen bestätigt.

"Ich bin sehr glücklich, dass uns diese großartige Lösung gelungen ist", erklärte Hamburgs Aufsichtsratsboss Ernst-Otto Rieckhoff.

Arnesen selbst zeigt sich "geehrt" und "überzeugt, dass wir mit der vorhandenen Kraft und den richtigen Entscheidungen etwas Großes entwickeln werden".

"Richtig gute Personalie"

Das hofft auch Rieckhoff, der nach den Verhandlungen im Aufsichtsrat einstimmige Zustimmung für den Kandidaten bekommen hatte:

"Frank Arnesen hat nicht nur mit seiner Erfahrung als Manager internationaler Topklubs Erfahrungen gesammelt, sondern insbesondere durch seinen Fokus auf die Nachwuchsarbeit und die Ausbildung von Spielern genau die Kompetenz, die für uns in Zukunft von richtungsweisender Bedeutung ist."

Auch Vorstandsbos Bernd Hoffmann zeigte sich hochzufrieden: "Frank Arnesen ist die richtige Antwort auf die Fragen, die das Fußball-Geschäft stellt. Das ist ein guter Tag für den HSV."

Schon vor der offiziellen Verkündung hatte Trainer Armin Veh bei LIGA total! erklärt:

"Für den HSV ist es eine richtig gute Personalie."(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zumal dabei nach 607 Tagen und mindestens zehn verschlissenen Kandidaten doch noch ein hochkarätiger Nachfolger für Dietmar Beiersdorfer gefunden wurde.

Seit 2005 bei Chelsea

Der 54-jährige Arnesen war seit 2005 als Chefscout bei den Blues tätig.

2008 rückte er in den Vorstand auf, im Jahr 2009 übernahm er auch das Amt des Sportdirektors.

Lee Congerton, der aktuelle Chefscout bei Chelsea, kommt mit Arnesen nach Hamburg.

Der 37-Jährige übernimmt den neugeschaffenen Posten des Technischen Direktors.

Abgang am Saisonende stand fest

Arnesen war im Oktober 2010 von seinem Posten zurückgetreten und hatte angekündigt, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Blues nicht zu verlängern.

Die "große Tradition" und die "fantastischen Bedingungen" locken ihn nun nach Hamburg.

Zuletzt hatte sich der HSV vergeblich um DFB-Sportdirektor Matthias Sammer als Sportmanager bemüht.

Der Europameister von 1996 hatte nach längeren Verhandlungen überraschend abgesagt.

Reinhardt soll lernen

Der bisherige Hamburger Sportchef Bastian Reinhardt wird unter Arnesen wieder ins zweite Glied rücken und im Sommer auch aus dem Vorstand ausscheiden.

"Bastian ist noch sehr jung und kann viel von Arnesen lernen", erklärte Veh.

Vehs Zukunft weiter offen

Seine eigene Zukunft bleibt dagegen offen, aus dem Zweijahresvertrag können beide Seiten bis 31. Mai ohne finanzielle Entschädigung aussteigen.

"Wenn Du einen Einjahresvertrag hast, verlängerst Du den normalerweise im Winter. Ich versuche, das Beste aus der Situation zu machen", sagte der Coach spürbar genervt.

Als möglicher Nachfolger wird Co-Trainer Michael Oenning gehandelt, der 2009 mit dem 1. FC Nürnberg in die Bundesliga aufgestiegen war.

Vermutlich wird die Trainerfrage die erste wichtige Entscheidung von Arnesen sein.

Der neue Sportchef gilt als exzellenter Kenner des britischen, skandinavischen und niederkändischen Fußballs und verfügt über beste Kontakte.

Auch Real und ManCity waren interessiert

Auch Real Madrid und Manchester City sollen an ihm interessiert gewesen sein, zudem galt er als Kandidat für die Nachfolge von Morten Olsen als dänischer Nationaltrainer.

Für sein Heimatland bestritt er 52 Länderspiele und (14 Tore) und nahm an der EM 1984 und der WM 1986 teil.

Nach Stationen bei Ajax Amsterdam, dem FC Valencia und dem RSC Anderlecht beendete Arnesen 1988 beim PSV Eindhoven nach dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister seine Profi-Karriere.

Danach wurde er zunächst Co-Trainer des niederländischen Top-Klubs, dann 1994 Sportdirektor.

Zehn Jahre später ging er zu den Tottenham Hotspurs, ein Jahr darauf holte ihn Chelsea und zahlte dafür angeblich eine Ablöse von sechs Millionen Euro.

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