Werder und Wolfsburg schauen tatenlos dem eigenen Untergang zu. Vor allem Bremen ist in der derzeitigen Verfassung kaum zu retten.

Die Bundesliga geht langsam in Richtung Zielgerade, zwei Drittel der Saison sind vorbei.

Und eigentlich müsste inzwischen jedem klar sein, dass die Tabelle nicht (mehr) lügt.

Bis weit nach der Winterpause hatten Fans und Experten ja Höhenflieger wie Hannover und Freiburg nicht sonderlich ernst genommen.

Ebenso sicher waren sich alle so genannten Top-Klubs, dass das Abrutschen in den Keller nur eine Momentaufnahme sein müsse.

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Doch allerspätestens nach dem 23. Spieltag ist klar: Während Hannover und Freiburg beste Aussichten auf eine Europacup-Teilnahme haben, spielen gleich mehrere Traditionsvereine gegen den Abstieg.

Mindestens zwei frühere Deutsche Meister werden im Mai wohl den schmachvollen Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.

Doch vor allem bei den selbst ernannten Champions-League-Kandidaten Wolfsburg und Bremen will das niemand so recht wahr haben.

Und dass, obwohl beide Teams Woche für Woche desaströse Leistungen aneinander reihen.

Immer mehr verfestigt sich der Eindruck, als wisse niemand dort irgendein Mittel, um die rasante Talfahrt zu stoppen.

Wolfsburg hat den Trainer bereits gewechselt, unter McClarens Nachfolger Littbarski geht es aber genauso abwärts wie zuvor.

Zwar wollten alle "Wölfe" beim 1:2 in Freiburg einen Aufwärtstrend erkannt haben, doch unterm Strich stand die vierte Niederlage in Folge.

Noch dramatischer ist die Lage in Bremen. Werder hat nur eins der letzten neun Spiele gewonnen und steht so schlecht da wie seit 36 Jahren nicht mehr.

Die nackten Zahlen sind das eine, noch Angst einflößender aber ist die Art und Weise, wie hilflos die fast ausschließlich mit Nationalspielern besetzte Mannschaft beim eigenen Untergang Spalier steht.

Das 0:4-Debakel im für die Anhänger so wichtigen Nord-Derby beim Hamburger SV war ein weiterer Tiefpunkt.

Einstige Leistungsträger wie Per Mertesacker oder Torsten Frings rumpeln übers Spielfeld, als hätten sie ihren Beruf komplett verlernt.

Doch Konsequenzen bleiben aus. Thomas Schaaf, der ungeachtet seiner enormen Verdienste für Werder letztlich verantwortlich für die Krise ist, schaut tatenlos zu - und erhält weiter die Rückendeckung des ebenfalls ratlosen Klaus Allofs.

Gebracht hat diese Nibelungentreue bisher nichts. Stattdessen taumelt Werder ohne sichtbare Gegenwehr der Zweitklassigkeit entgegen.

Ändert sich daran nichts, steigen die Bremer ab - und das völlig zu Recht.

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