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Inter Mailand, wir kommen! Franck Ribery spielte in Mainz groß auf © getty

Trotz Defensiv-Schwächen sieht sich Bayern nach dem 3:1 in Mainz für die Champions League gerüstet. Vor allem wegen der Offensive.

Aus Mainz berichtet Maik Rosner

Mainz - Als Thomas Müller später vor den Mikrofonen stand, fasste er seine persönliche Bilanz knapp zusammen.

"Gescort, zu viele Ballverluste - das war?s eigentlich schon", sagte der WM-Torschützenkönig in Diensten des FC Bayern.

"Gekämpft", fiel ihm dann noch ein, "aber das haben alle von uns. Wir haben es uns ein bisschen schwer gemacht durch einige Ballverluste in der Offensive". 353701(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Nach dem 3:1 (1:0)-Sieg beim FSV Mainz 05 fühlen sich die Bayern dennoch gerüstet für das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League bei Titelverteidiger Inter Mailand am Mittwoch.

"Das Selbstvertrauen ist da. Wir wollen gewinnen. Etwas anderes zu behaupten, wäre Quatsch", erklärte Torjäger Mario Gomez.

Schweinsteigers erstes Kopfballtor

Die zwischenzeitlichen Schwierigkeiten im Defensivverhalten machte vor allem das offensive Mittelfeld-Trio Arjen Robben, Müller und Franck Ribery mit sehenswerten Angriffen wett.

Wie beim 1:0: Ribery flankte, Robben legte ungewohnt mit dem Kopf zu Schweinsteiger vor, und der Nationalspieler erzielte in seinem 239. Bundesligaspiel sein erstes Kopfballtor (9.).

Es folgten: Robbens Rückzieher auf Müller, der den Ball zur Vorentscheidung im Tor unterbrachte (50.). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und schließlich das 3:0 durch Gomez (77.), der nach Vorarbeit von Müller sein bereits 18. Saisontor erzielte.

Nerlinger zuversichtlich

"Die letzten beiden Spiele stimmen zuversichtlich und optimistisch. Vielleicht können wir das ein oder andere Highlight im DFB-Pokal und in der Champions League erleben", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger später im ZDF-Sportstudio.

Die Mannschaft hinterlasse nun einen "sehr stabilen Eindruck".

Der allerdings zuweilen in Frage stand, denn Mainz hatte durchaus mehr Anteile am Spiel, als es die Torfolge vermuten lässt.

Heraus kam jedoch nur der Ehrentreffer von Sami Allagui (84.), der bereits beim überraschenden 2:1-Sieg der 05er im Hinspiel getroffen hatte.

Kraft trotz Schädelprellung wohl gegen Inter dabei

Torwart Thomas Kraft hatte bereits in der ersten Halbzeit Schlimmeres verhindert.

Allerdings zog er sich bei einem Zusammprall mit Petar Sliskovic eine Schädelprellung zu und musste nach der ersten Halbeit durch Jörg Butt ersetzt werden.

"Er ist noch immer ein bisschen von dieser Welt verschwunden", sagte Trainer Louis van Gaal dazu später.

"Aber ich denke, dasssein Einsatz in Mailand kein Problem sein wird."

Van Gaal: "Er ist die Eins, nicht Butt"

An der Rangfolge der Torhüter wird sich ohnehin nichts ändern. "Er ist unsere Nummer eins, nicht Jörg Butt", sagte van Gaal.

Auch auf Innenverteidiger Holger Badstuber, der zuweilen wie die gesamte Defensive wackelte, legte sich der Trainer vor dem Härtetest in Europa fest: "Badstuber ist mein Stammspieler."

Ausgewechselt habe er den Nationspieler nur, weil der bereits mit der Gelben Karte verwarnt gewesen sei.

Rückkehrer Kroos

Aller Voraussicht nach wird in Mailand auch Toni Kroos spielen, zumindest eine Halbzeit scheint denkbar.

In Mainz stand Kroos nach zehn Wochen Verletzungspause erstmals wieder im Kader und wurde Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt.

"Er ist nicht spielfit für 90 Minuten. Aber er kann sicher spielen", sagte van Gaal über seinen "Stammspieler", den er im defensiven Mittelfeld neben Schweinsteiger am stärksten einschätzt.

Kroos freute sich, "nach zehn Wochen wieder dabei zu sein und dann auch noch zu spielen".

Vertrauen in Offensive

Irritieren lassen wollen sich die Bayern vor dem Spiel in Mailand von den Wacklern in der Defensive nicht.

Beim Meister vertraut man nach dem verlorenen Vorjahresfinale nun vor allem auf die eigenen Offensivqualitäten.

"Die sind auf jeden Fall schlagbar. Wir müssen viel abrufen, um dort was zu holen. Aber wir sind selbstbewusst genug, dass wir da auch Ansprüche stellen können", sagte Müller.

Mit Mut nach Mailand, so klangen die Bayern in Mainz.

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