vergrößernverkleinern
Rolf Königs ist seit dem 6. April 2004 Präsident von Borussia Mönchengladbach © getty

Mönchengladbachs Präsident Rolf Königs warnt vor den Auswirkungen der Finanzkrise auf den Fußball. Und hat doch eine gute Nachricht.

Mönchengladbach - Rolf Königs warnt, die weltweite Finanzkrise werde nicht "vor den Stadiontoren" Halt machen.

Der Präsident des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach kommentierte die derzeitige Wirtschaftssituation: "Spannend wird es in der nächsten Sommerpause, wenn der Dauerkartenverkauf für die Saison 2009/2010 beginnt und neue Sponsoring-Verträge abgeschlossen werden."

25 Prozent weniger Einnahmen?

Der 67-Jährige kennt sich als Unternehmer in der Wirtschaft bestens aus. Er ist Eigentümer von 86 Firmen in 22 Ländern, die Autositze herstellen. Wenn kaum noch Autos gebaut werden, leiden auch seine Firmen unter der Krise.

Eine Schweizer Studie besagt, dass die verfügbaren Finanzen im Sport-Sponsoring-Bereich um 25 Prozent zurückgehen könnten. Fachmann Königs dazu: "Ich sehe das als Durchschnittswert für eine realistische Schätzung."

Anziehungskraft der Liga bleibt

Gleichzeitig geht Königs - "Aus der Bankenkrise ist eine Wirtschaftskrise geworden" - davon aus, dass der Fußball nicht zu sehr leiden wird.

Der Grund: "Der Bundesligafußball wird seinen Stellenwert nicht verlieren". Und außerdem: "Zunächst einmal glaube ich grundsätzlich, dass in Zeiten der Krise die Sehnsucht nach Fußball noch wächst."

"Fußball muss bezahlbar bleiben"

Für seinen Verein Borussia Mönchengladbach schließt der Chef der Firma AUNDE kategorisch aus, von der Krise profitieren zu wollen. "Wir müssen heute nicht zu Banken laufen, die an der Krise noch verdienen, indem sie mittelständischen Unternehmen hohe Zinsen abverlangen, falls sie überhaupt Geld gewähren."

Sein Credo: "Ich weiß, dass gerade in Mönchengladbach Fußball bezahlbar bleiben muss. Wir werden bei den Eintrittspreisen keine Verhältnisse wie in England oder Italien zulassen."

Bleiben die heiß diskutierten Fragen der 50+1 und der 6+5-Regelung.

Im ersten Fall - Mehrheitsbesitz des Vereins an der ausgelagerten Profiabteilung - ist der erfolgreiche Unternehmer (Umsatz knapp zwei Milliarden Euro) kategorisch: "Ich bin ein überzeugter Kämpfer für die 50+1-Regelung."

Denn: Borussia Mönchengladbach (Ergebnisse und Tabelle) habe von Michael Kölmel vor Jahren die Fernsehrechte zurückgekauft. "Alle Rechte gehören inzwischen uns, dem Verein. Kein Recht im Stadion ist verkauft. Wir wollen behalten, was uns gehört."

Borussia als Talenteschuppen

Und was die Blattersche Vision von sechs für den jeweiligen Nationalverband einsatzberechtigten Spielern bei Anpfiff auf dem Terrain betrifft, meinte Königs: "Wir bei Borussia versuchen, dies mittelfristig umzusetzen. Bei unserem Sieg in Bielefeld waren sechs Spieler unter 21 Jahre alt und vier davon kamen von der Borussia."

Die Deutsche Fußball Liga, erklärte Königs weiter, wolle nicht, dass die Tabelle der Vereine betreffend der Qualität der Ausbildungszentren veröffentlicht werde. Dennoch gab der Präsident stolz bekannt, dass Borussia hier in der Spitzengruppe liege.

Königs argumentierte: "Wenn Ausbildung belohnt wird und sich das Zukaufen von Stars nur noch bedingt lohnt, weil ihre Einsatzchance begrenzt wird, halte ich das sportlich und zur Erhaltung eines fairen Wettbewerbs für wünschenswert. Gerade für kleinere Vereine."

Zum Forum - hier mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel