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Michael Ballack wird bei Leverkusens Sieg in der 65. Minute für Simon Rolfes eingewechselt © getty

Bei Leverkusens Sieg gegen Stuttgart kommt mit Ballacks Einwechslung die Wende. Labbadia hingegen gibt das falsche Kommando.

Von Olaf Mehlhose

Leverkusen - Es waren zwei Auswechslungen, die das Spiel beim Zwischenstand von 2:2 entschieden.

Beim 4:2-Erfolg von Bayer Leverkusen über den VfB Stuttgart wechselte Jupp Heynckes in der 65. Minute Michael Ballack für Simon Rolfes ein. 353701(DIASHOW: Der 23. Spieltag)

Zehn Minuten später brachte Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia den Verteidiger Georg Niedermeier für 1:1-Torschütze Martin Harnik.

Zu diesem Zeitpunkt war der VfB das bessere Team und dem dritten Treffer nach Chancen durch Cacau und Neuzugang Shinji Okazaki näher als die Heynckes-Elf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Späte Tore entscheiden das Spiel

Doch mit der Auswechslung von Harnik, der in der 16. Minute die Leverkusener Führung durch Stefan Kießling (7.) egalisiert hatte, gab Labbadia das Kommando zum Rückzug, der VfB ließ sich in der Folge merklich in die eigene Hälfte zurückfallen.

Bayer dagegen übernahm mit Ballack in der Zentrale wieder die Initiative. Stefan Reinartz (81.) und Kießling mit seinem zweiten Treffer (90.+1) machten den glücklichen, aber nicht unverdienten Leverkusener Erfolg perfekt.

Bayer 04 hält Bayern auf Distanz

Bayer 04 zeigte vor 28.851 Zuschauern wie schon oft in dieser Spielzeit nur eine durchwachsene Leistung vor heimischer Kulisse, doch die Punkte blieben am Ende in Leverkusen.

"Das war ein wichtiger Sieg, mit dem wir unsere Position gefestigt haben. In einer Woche fragt niemand mehr danach, wie er zustande gekommen ist.", gab sich Kapitän Rolfes dann auch pragmatisch.

In der Tat: Dank des Erfolgs liegt Leverkusen weiterhin drei Punkte vor dem Rekordmeister aus München und hat damit beste Aussichten, einen Champions-League-Platz zu erreichen.

In der vergangenen Saison wurde dieser trotz eines Startrekords von 24 Spielen ohne Niederlage am Ende noch verpasst.

Heynckes: Mehr Möglichkeiten

Für Heynckes liegt der Unterschied zum Vorjahr in der Tiefe des Kaders.

"Entscheidend waren unsere Einwechselmöglichkeiten. Das unterscheidet uns vom vergangenen Jahr, als ich keine Alternativen zur Verfügung hatte", sagte der Bayer-Coach.

Heynckes konnte sich den Luxus erlauben, Ballack bis zur 65. Minute auf der Bank schmoren zu lassen. Beim Sieg in Frankfurt am vergangenen Wochenende war Ballack überhaupt nicht zum Einsatz gekommen.

Auch der Wechsel Lars Bender für Arturo Vidal in der 62. Minute ist ein Beispiel für die Dichte im Kader der Rheinländer.

Adler patzt beim Ausgleich

Gegen Stuttgart legte die Werkself einen guten Start hin.

Kießling (7.) und Gonzalo Castro (41.) hatten Leverkusen zweimal in Führung geschossen, der VfB durch den starken Harnik (16.) und einen fulminanten 30-Meter-Schuss von Zdravko Kuzmanovic (52.) ausgeglichen.

Beim Tor von Kuzmanovic machte Leverkusens Keeper Rene Adler eine unglückliche Figur.

"Den muss ich auf meine Kappe nehmen", sagte der Nationaltorwart: "Wenn ich mit beiden Händen hingehe, mache ich den weg. Ich muss mich bei den Jungs bedanken."

Katzenjammer beim VfB

Bei den Gästen herrschte nach dem Schlusspfiff Katzenjammer: Die Stuttgarter Spieler kauerten frustriert auf dem Rasen und konnten die Welt nicht mehr verstehen.

Der späte Knockout nach einer starken Vorstellung zeigte auch bei Trainer Bruno Labbadia Wirkung.

"Das tut richtig weh heute, weil die Mannschaft einen guten Job gemacht hat und dem Gegner zumindest ebenbürtig war", sagte der VfB-Coach nach der Niederlage bei seinem ehemaligen Arbeitgeber.

Nach der siebten Pleite in den letzten elf Spielen wird die Situation immer bedrohlicher. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Punkte - und nach dem 2:1-Sieg gegen Schalke 04 zog Schlusslicht Mönchengladbach mit dem VfB gleich.

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