SPORT1-Kolumnist Huub Stevens erklärt die Schwächen von S04 und sieht den BVB auf Titelkurs - auch bei einer Pleite im Top-Spiel.

Hallo Fußball-Freunde,

ich kann Lucien Favre nur ein Kompliment aussprechen, dass er Borussia Mönchengladbach in der kurzen Zeit so hinbekommen hat, dass man Schalke 04 schlägt.

Der erste Heimsieg in dieser Saison könnte bei den "Fohlen" eine Blockade lösen und den Spielern mehr Selbstvertrauen geben, auch wenn die Mission Klassenerhalt natürlich ganz schwierig wird.

Mit Favre spielen sie jetzt aber immer auf Sieg. Außerdem gehört Gladbach angesichts der Ergebnisse der direkten Konkurrenten zu den Gewinnern des Spieltags.

Daran ändert auch die Kritik von Berti Vogts an Sportdirektor Max Eberl nichts. Ich denke, das dahinter auch eine Portion Frust steckt: Vogts ist ein Denkmal bei der Borussia, er meint es gut mit dem Verein, sollte aber eigentlich das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen und nicht an die Öffentlichkeit gehen.

Schalke hat derweil zum wiederholten Mal nach einem Champions-League-Spiel in der Bundesliga verloren. Das ist ein ständiges Geben und Nehmen: Der internationale Fußball kostet viel Kraft, die dann in der Meisterschaft fehlt.

Dennoch dürfte ein ambitionierter Verein mit dieser Mannschaft eigentlich nicht beim Tabellenletzten verlieren.

Auf die Gladbacher wartet nun am kommenden Freitag im Kellerduell der VfL Wolfsburg. Die "Wölfe" haben beim 1:2 in Freiburg gut gespielt, jedoch jeweils zwei Minuten vor und nach der Halbzeit geschlafen und sich somit zwei Tore eingefangen.

Über 90 Minuten gesehen hätte eigentlich nur ein Sieger vom Platz gehen dürfen - und der heißt Wolfsburg.

Trotz der Niederlage und der Tabellensituation dürfte dieses Spiel dem VfL deshalb Selbstvertrauen geben, das wird Coach Pierre Littbarski seiner Mannschaft sicherlich auch sagen: Man muss nur so weiterspielen.

Werder Bremen hat dagegen ein ganz großes Problem. Wenn man ein Derby gegen den Hamburger SV mit 0:4 verliert, wird es eng.

Angesichts der Art und Weise, wie die Bremer aufgetreten sind, habe ich große Bedenken: Da war nichts, auf das man aufbauen könnte.

Thomas Schaaf muss jetzt die richtigen Worte finden und der Mannschaft neues Selbstvertrauen einverleiben, das ist nicht einfach - das wäre ein Trainerwechsel zu diesem späten Zeitpunkt jedoch auch nicht.

Ich denke, dass das Top-Duell zwischen dem FC Bayern und Spitzenreiter Borussia Dortmund am Samstag ein interessantes Spiel wird.

Die Dortmunder werden Meister, weil sich das Team selbst bei den jüngsten Unentschieden viele Chancen herausgespielt und nur sehr wenige Schwächen gezeigt hat. Selbst wenn die Borussia in München verlieren sollte, wird da wohl nichts mehr anbrennen.

In der momentanen Verfassung werden die Bayern dem BVB allerdings alles abverlangen.

Dabei könnte das schwere Auswärtsspiel in der Champions League bei Inter Mailand am Dienstag für den Rekordmeister auch ein Vorteil sein - wenn man mit einem Erfolgserlebnis zurückkommt.

Bis dahin,Euer Huub Stevens

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