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Kevin Großkreutz (r.) jubelt mit Marcel Schmelzer, der vor der Vetrragsverlängerung steht © imago

Im Vorfeld des Duells beginnt der Dortmunder mit dem Säbelrasseln. "Die Bayern sind reif", tönt er. Ribery und Gomez kontern.

Von Thorsten Mesch

München - Gerade rechtzeitig vor dem Knaller beim FC Bayern am Samstag hat Borussia Dortmund die Kurve gekriegt.

Nach zuvor zwei Unentschieden gegen Schalke und in Kaiserslautern war dem BVB schon ein Durchhänger angedichtet worden, doch der Tabellenführer gab die Antwort mit dem 2:0 über den FC St. Pauli.

"Wir haben allen gezeigt, dass wir keine Krise haben. Und wir werden unser Ding weiter durchziehen. Die Bayern sind reif", tönte Kevin Großkreutz nach dem ersten Heimsieg der Rückrunde.

"Wir hätten schon gegen den VfB gewinnen müssen, wir hätten die Blauen 5:0 aus dem Stadion fegen müssen, wir spielen momentan einfach den geilsten Fußball der ganzen Liga", sprudelte es aus dem gebürtigen Dortmunder heraus.

Vergleich mit Barcelona

Zwar sind Jürgen Klopps Himmelsstürmer seit sechs Spielen in Folge ungeschlagen, aber um beim FC Bayern bestehen zu können, müssen sie sich gegenüber den Auftritten gegen Stuttgart und in Kaiserslautern (beide 1:1) deutlich steigern.

"Ich hatte vier gute Chancen. Zwei, drei muss ich einfach machen", gab sich Großkreutz nach dem Erfolg über St. Pauli selbstkritisch

Die zuletzt aufgekommene Kritik an der Dortmunder Chancenverwertung kann Großkreutz aber nicht nachvollziehen.

"Es gibt keine Mannschaft auf der Welt, die alle Chancen nutzt, auch nicht Barcelona", meinte er.

Lucas Barrios beendete am Samstag mit seinem zehnten Saisontreffer seine Flaute. "Jetzt wollen wir in München gewinnen", kündigte der Torjäger an.

Heimspiel in München

Großkreutz feuerte noch eine weitere Salve in Richtung Süddeutschland: "Die Bayern stehen trotz des Sieges in Mainz unter Druck, während wir frei aufspielen können."

Die Zahlen geben dem 22-Jährigen recht: 13 Punkte beträgt der Vorsprung des Spitzenreiters auf den Titelverteidiger (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der FC Bayern ist mit 13 Zählern und 18 Toren in sieben Spielen die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde, doch Dortmund steht mit zwölf Punkten und 10:3 Toren nur unwesentlich schlechter da.

Zwar sind die Münchner mit 26 Punkten aus elf Spielen die beste Heimmannschaft der Liga, aber auch davor hat Großkreutz keine Angst.

"10 000 Fans begleiten uns zu den Bayern. Die werden das für uns zu einem Heimspiel machen - in München ist ja eh nicht so viel los", lästerte er und meinte: "Durch Sprüche werden die Bayern kein Meister!"

Ribery auf Inter fokussiert

Die Münchner lassen die Sticheleien aus Dortmund (noch) kalt.

"Es ist nicht wichtig, was Großkreutz sagt oder aus Dortmund kommt", sagte Bayern-Star Franck Ribery. "Wenn wir so wie gegen Hoffenheim und Mainz spielen, gewinnen wir auch gegen Dortmund", kündigte der Franzose an.

Man denke ja noch gar nicht an das Spiel, erklärte Ribery und betonte: "Unsere Gedanken sind bei Inter."

"Können uns nur selbst im Weg stehen"

Vor dem Duell am Samstag muss der amtierende Meister zunächst am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Titelverteidiger Inter Mailand antreten.

"In der Bundesliga gibt es niemanden, der uns schlagen kann. Wir können uns nur selbst im Weg stehen", meinte Torjäger Mario Gomez am Montag.

Im Hinspiel hatte Gomez bei Bayerns 0:2-Niederlage beim BVB nach zuvor fünf Joker-Einsätzen sein Startelf-Debüt gegeben.

Gomez fordert Konzentration

Nach seinem guten, aber glücklosen Auftritt in Dortmund startete der Nationalspieler eine beeindruckende Serie von 18 Toren.

"In den Spielen, in denen wir Punkte abgegeben haben, haben wir meistens geführt und die Führung dann wieder aus der Hand gegeben", analysierte Gomez die bisherige Saison seiner Mannschaft.

"Uns muss es nur gelingen, die Konzentration 90 Minuten hoch zu halten", blickte er auf das Spiel gegen den Tabellenführer.

"Kevin trägt sein Herz auf der Zunge"

Doch wenn es nach Großkreutz geht, spricht noch etwas gegen die Bayern:

"Ich liege mit meinem Tipp, dass wir in der Rückrunde keine Partie mehr verlieren noch ganz gut", meinte er.

Große Worte, die Nuri Sahin wohl kaum so über die Lippen gekommen wären. Doch er hat Verständnis für seinen etwas ungestümen Teamkollegen.

"Kevin darf das. Der trägt sein Herz auf der Zunge."

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