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Oka Nikolov absolvierte bislang 221 Bundesliga-Spiele für Eintracht Frankfurt © getty

Nach miserabler Rückrunde befindet sich Frankfurt im Abstiegskampf. Trainer Skibbe steht unter Druck. Der Keeper fällt aus.

Frankfurt - Ein Punkt, 0:11 Tore und anhaltendes Verletzungspech.

Bei Eintracht Frankfurt herrscht nach den desaströsen Leistungen im Jahr 2011 pure Abstiegsangst.

Nun fällt auch noch Stammtorhüter Oka Nikolov sechs Wochen aus:

Der Stammtorhüter zog sich einen Einriss der linken Fußsohlensehne zu.

"Die Lage ist angespannt und nervös", sagte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der bereits die Planung für die Zweite Liga in Angriff genommen hat:

"In 22 Jahren habe ich es nicht erlebt, dass man sechs Spiele kein Tor schießt. Wir unterschätzen diese Situation in keinster Weise."

2011 im freien Fall

Die Frankfurter befinden sich seit Jahresbeginn im freien Fall. Bei der 0:3-Pleite am vergangenen Freitag beim 1. FC Nürnberg präsentierten sich die Hessen erneut zweitligareif.

Angreifer Theofanis Gekas trifft seit Wochen nicht mehr, im Mittelfeld fehlt ein Führungsspieler, und die Defensive ist ohne den verletzten Chris ein Hühnerhaufen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben uns die gute Hinrunde mit unserer Spielweise in der Rückrunde versaut. Kein Wunder, dass die Fans im Moment gegen uns sind", sagte Innenverteidiger Marco Russ.

Skibbe mit Autoritäts-Verlust

Die Verantwortung für die Form der Spieler hat der umstrittene Trainer Michael Skibbe.

Dessen Autoritäts-Verlust nach der Begnadigung von Ioannis Amanatidis scheint größer zu sein als zunächst angenommen.

Doch Bruchhagen will von einer Entlassung des ehemaligen Bundestrainers, der seinen Vertrag in Frankfurt erst kürzlich bis 2012 verlängert hatte, vor den "Abstiegsendspielen" gegen den VfB Stuttgart am Sonntag und sechs Tage später gegen den 1. FC Kaiserslautern noch nichts wissen.

"Trainer genießt vollständiges Vertrauen"

"Der Trainer genießt vollständiges Vertrauen. Ich lasse mich von den ganzen Krisenszenarien nicht verrückt machen", sagte Bruchhagen, der sich schon bei Skibbes Vorgänger Friedhelm Funkel nie von öffentlichen Strömungen hatte leiten lassen:

"Die entscheidende Wende können nur die Spieler herbeiführen, nicht der Trainer."

Allerdings war das Verhältnis zwischen Bruchhagen und Funkel auch von deutlich stärkerem Vertrauen geprägt als die Zusammenarbeit des Eintracht-Chefs mit Skibbe.

Bei zwei weiteren Pleiten droht das Aus

Deshalb ist derzeit auch fraglich, ob Bruchhagen seinen Trainer im Falle zweier Niederlagen gegen Stuttgart und Kaiserslautern halten könnte.

Skibbe selbst weiß sehr genau, was die Stunde geschlagen hat.

"Wir müssen endlich punkten, sonst können wir bald den Helm aufsetzen", sagte Skibbe, der sein Team nach 543 Minuten ohne Tor in dieser Woche per Kurztrainingslager auf die Partie gegen den VfB einschwören wollte.

Abendessen statt Trainingslager

Doch der Frost in Hessen ließ auch diese Pläne platzen, nun will der Coach mit einem gemeinsamen Abendessen am Donnerstag den Teamgeist stärken.

Doch nicht nur die mentale, auch die körperliche Verfassung einiger Eintracht-Profis bereitet derzeit Sorgen.

Neben dem Ausfall von Nikolov droht auch der gegen Nürnberg überzeugende Sebastian Rode mit einer Kapselverletzung gegen Stuttgart auszufallen.

Keller: Frankfurt muss keine keine Angst vor VfB haben

Zumindest konnte der frühere Frankfurter Kapitän und Ex-VfB-Coach Jens Keller die Gemüter in Frankfurt ein wenig beruhigen.

"Ich glaube nicht, dass die Eintracht etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird", sagte Keller im Hessischen Rundfunk.

Ohnehin müssten die Frankfurter keine große Angst vor den Stuttgartern unter Kellers Nachfolger Bruno Labbadia haben:

"Auch unter mir ist der VfB gut gestartet, dann aber in die Muster verfallen, mit denen auch Labbadia jetzt zu kämpfen hat."

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