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Raul (l.) holte mit Real Madrid dreimal den Champions-League-Sieg © imago

Der Real-Präsident outet sich als Anhänger der Königsblauen. Ein ehemaliger Mitspieler erhebt Raul auf eine Stufe mit di Stefano.

Von Matthias Becker

München - In der Heimat gibt der FC Schalke 04 den Fans mit seinen blutleeren Bundesliga-Auftritten Rätsel auf. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch in Spanien haben die Königsblauen einen prominenten Anhänger dazugewonnen.

"Ich bin Fan von Schalke geworden", sagt Florentino Perez, seineszeichens Präsident von Real Madrid, im spanischen Radiosender "Cadena SER".

Er sehe sich "alle Spiele von Schalke an", versicherte Perez, seit Juni 2009 wieder Real-Boss.

Wahrscheinlich meinte er aber vor allem die Champions-League-Spiele, die Liga-Partien gegen kaum Anlass zur Leidenschaft.

Verständnis für den Abgang

Das Interesse am deutschen Fußball rührt bei Perez natürlich nicht daher, dass seine Baufirma ACS derzeit in einer Übernahmeschlacht mit der deutschen Hochtief steckt.

Vielmehr hat Raul die Liebe des spanischen Immobilien-Tycoons für den Ruhrgebietsklub erweckt.

Die Real-Legende war im Sommer nach Gelsenkirchen gewechselt, seitdem ist Schalke in Madrid ein Begriff.

Perez zeigt Verständnis für den Abgang des Stürmers: "Raul ist so ehrgeizig, dass er immer vom Anfang bis zum Ende spielen will."

Fast immer in der Startelf

Das darf er auf Schalke. In allen bisherigen 23 Bundesligaspielen und in allen sieben Champions-League-Partien stand er in der Startelf, nur im Pokal wurde er zweimal nicht eingesetzt.

13 Pflichtspieltore stehen zu Buche, zuletzt im Hinspiel des Achtelfinales der Königsklasse beim FC Valencia.

Auch dort wurde Raul von einigen spanischen Fans auf den Tribünen gefeiert, auch wenn er mittlerweile für den Gegner trifft.

"Der di Stefano der Moderne"

Mit dieser beeindruckenden Bilanz überrascht Raul sicherlich auch alte Weggefährten wie Michel, einst gefeiertes Eigengewächs Reals, heute Trainer des FC Getafe.

"Raul ist der di Stefano der Moderne", sagte der am Montagabend über den früheren Mitspieler. Zuletzt war wechselweise schon Lionel Messi und Cristiano Ronaldo dieses Siegel verpasst worden.

Für Michel ist der Fall aber klar, schließlich werfe Raul das beste Licht auf Real und dessen Talentförderung und stehe für viele sportliche Erfolge.

Michel hofft auf Valencia

Die Liebe zum FC Schalke ist bei Michel aber noch nicht ausgebrochen. "Auch wenn Raul mein Freund ist hoffe ich natürlich, dass Valencia gegen Schalke weiterkommt", versicherte er.

Sollte der spanische Klub verlieren, hat er aber einen Wunsch: "Falls die Deutschen weiterkommen, wäre es schön, wenn sie anschließend auf Real Madrid treffen würden."

Da werden dann auch die Symphatien von Florentino Perez wieder klar verteilt sein.

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