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Sein großer Tag: Mit vier Toren gegen Valencia wird Edgar Schmitt zu Euro-Eddy © getty

Sieben Spiele ohne Sieg - Karlsruhe steckt tief in der Krise. Bei Sport1.de verrät "Euro-Eddy", warum der KSC die Kurve kriegt.

Von Katrin Freiburghaus

München - Vier Auswärtspleiten in Folge, nur ein Punkt aus den letzten sieben Spielen und schon neun Niederlagen: Was sich wie ein Albtraum liest, ist beim KSC vor dem 14. Bundesliga-Spieltag düstere Realität.

Von Panikmache ist in Karlsruhe trotz Tabellenplatz 16 jedoch bislang wenig zu spüren. Nach dem jüngsten 0:1 in Cottbus sprach Manager Rolf Dohmen Trainer Edmund Becker gar eine Jobgarantie aus.

"Er ist unantastbar. Wir gehen mit Herrn Becker auch in die Zweite Liga", stellte Dohmen klar.

"Euro-Eddy" muss es wissen

KSC-Legende Edgar Schmitt findet den Kurs der Badener genau richtig. "Der KSC ist bekannt für das Meistern schwieriger Situationen", sagt der 45-Jährige bei Sport1.de. Und er muss es wissen.

Denn "Euro-Eddy" hat schon aussichtslosere Situationen gemeistert. Im November 1993 beispielsweise, als er sich in die Herzen der KSC-Fans schoss.

Damals war er im UEFA-Cup maßgeblich daran beteiligt, eine 1:3-Hinspielpleite gegen Valencia noch zugunsten seines Klubs zu drehen: Beim 7:0 der Karlsruher im Rückspiel erzielte er vier Tore.

Das verflixte zweite Jahr?

Ganz so dramatisch wie 1993 ist die Situation bei den Karlsruhern derzeit nicht, von der Leichtigkeit der vergangenen Saison fehlt allerdings auch jede Spur.

Im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg tut sich die Becker-Elf vor allem mit dem Toreschießen schwer: Zwölf Tore in 13 Spielen - das unterbietet nur Tabellenschlusslicht Cottbus (7).

"Dass es nach den Abgängen im Sommer nicht einfach wird, wusste man", sagt Schmitt, "Karlsruhe kann sich wie in der vergangenen Saison aber mit sechs, sieben Mannschaften messen."

"Mit den Gegebenheiten abfinden"

Nach wie vor zu knabbern haben die Karlsruher am Weggang von Tamas Hajnal (Spielerporträt) , der zum nächsten KSC-Gegner nach Dortmund wechselte (Fr., ab 20 Uhr LIVE ) und nicht adäquat ersetzt wurde.

Versäumnisse in der Transferpolitik wirft Schmitt seinem Ex-Verein deshalb aber nicht vor und besteht darauf, dass es sich bei Hajnal um einen "echten Glücksgriff" gehandelt habe.

"War denn im Sommer einer auf dem Markt, der auch finanziell reingepasst hätte? Man muss sich mit den Gegebenheiten abfinden, die man hat", meint Schmitt. Der KSC könne es sich nicht leisten, mal eben zwei Millionen für einen Spieler hinzublättern.

Kein echter Knipser

Einen richtigen Knipser hatte der KSC freilich auch in der Vorsaison nicht. Sebastian Freis und Hajnal waren mit je acht Treffern die besten Torschützen des Klubs, und das langte am Ende immerhin für Platz elf.

"Letztes Jahr sind aber viele andere Spieler eingesprungen", gibt Schmitt zu bedenken. Momentan springt beim KSC - zumindest wenn es ums Toreschießen geht - niemand.

Der winterlichen Schnäppchenjagd kann Schmitt dennoch wenig abgewinnen. "Da braucht man viel Glück, damit man die Leute findet, die reinpassen und bezahlbar sind", winkt der Trainer der Stuttgarter Kickers ab.

Aus eigener Kraft

Nach gut einem Drittel der Saison besteht nach seiner Auffassung genug Zeit, um den Tabellenkeller aus eigener Kraft wieder zu verlassen.

"Es läuft ein bisschen holprig, aber ich bin guter Dinge, dass der KSC mit seinem Teamwork aus dieser Nummer rauskommt", glaubt Schmitt und betont in diesem Zusammenhang immer wieder die Bedeutung von Trainer Becker.

Gegen den BVB könnte am Freitag aber ein ganz anderer ausschlaggebend sein: Nämlich Schmitt selbst.

Schmitt als Maskottchen

"Ich werde mir das Spiel im Stadion ansehen", verspricht er, und zwar nicht nur zum Vergnügen: "Es besteht akute Gefahr, und da muss man helfen."

Daraus, wie genau diese Hilfe aussehen soll, macht Schmitt kein Geheimnis: "Ich habe, seitdem ich weggegangen bin, noch nie eine Niederlage im Wildparkstadion gesehen."

Falls es für Beckers Mannen gegen Dortmund um Ex-Spielmacher Hajnal tatsächlich einen Sieg geben sollte, wissen sie jetzt jedenfalls schon mal, bei wem sie sich zu bedanken haben.

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