vergrößernverkleinern
Dieter Hoeneß (l.) holte Lucien Favre im Jahr 2007 zu Hertha BSC © getty

Wolfsburgs Manager trifft erstmals auf seinen alten Kollegen-Rivalen Lucien Favre. Es könnte Littbarski den Kopf kosten.

Wolfsburg - Zusammen wollten sie ein Meisterteam formen.

Am Ende jedoch arbeiteten sie gegeneinander. Mussten schließlich beide gehen und hatten beide ihren Anteil daran, dass es für ihr altes Team stattdessen in die Zweite Liga ging.

Nun sehen sich Dieter Hoeneß und Lucien Favre wieder. Und für beide gilt es zu verhindern, dass ihrem jeweils neuen Klub dasselbe passiert.

Im schlimmsten Fall muss nach dem Kellerduell zwischen Wolfsburg und Mönchengladbach (Fr. ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) womöglich auch wieder jemand gehen - auch wenn es nicht Hoeneß oder Favre ist.

"Müssen punkten"

"Dieses Spiel ist ungeheuer wichtig - für beide Mannschaften", spricht Wolfsburgs Manager Hoeneß das Offensichtliche aus.

Sein Klub ist nach vier Pleiten in Serie auf Rang 15 abgerutscht und kämpft ums nackte Überleben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Beim Schlusslicht Gladbach ist die Not noch größer. "Wolfsburg ist einer unserer Konkurrenten. Deshalb müssen wir da punkten", sagt Favre.

Debüt ließ aufhorchen

Coach Favre ließ bei seinem Debüt mit dem 2:1-Erfolg gegen Schalke am vergangenen Wochenende aufhorchen.

Eigentlich verschrien als jemand, der lange Eingewöhnungsphasen benötigt, brachte der 53-Jährige in nur einem Spiel die Hoffnung zurück nach Gladbach.

[kaltura id="0_xjodoadw" class="full_size" title="Litti er ffnet den Job Fight"]

"Wenn wir in Wolfsburg gewinnen, sind wir wieder richtig dran", sagt Patrick Hermann. Der Mittelfeldspieler gehört wie die wiedererstarkten Offensivkräfte Mo Idrissou und Juan Arango zu den Gewinnern unter Favre.

"Einer der besten Trainer"

Dass Favre in Sachen Taktik und Spielanalyse ein herausragender Fachmann ist, war hierzulande zuerst Dieter Hoeneß aufgefallen.

"Er ist von seinem taktischen Verständnis her einer der besten Trainer, die ich kennengelernt habe", sagt er noch heute.

Doch es war eben auch der Trainer, über den er bei Hertha BSC nach einem Machtkampf letztlich stolperte - nach 13 Jahren als Manager in Berlin.

Verhältnis bereinigt

"Unser Verhältnis ist bereinigt. Wir haben uns ausgesprochen", sagt Hoeneß nun. Nachdem sich Favre beim VfL-Manager entschuldigt hatte, soll der Schweizer in Wolfsburg sogar als Nachfolger des glücklosen Steve McClaren im Gespräch gewesen sein.

Angeblich war Favre schon im Privatjet zu Gesprächen in die VW-Stadt gedüst, ehe er sich doch für den Traditionsklub vom Niederrhein entschied.

Statt Favre hat nun Pierre Littbarski in Wolfsburg das Sagen - bislang ohne Erfolg.

Rückenstärkung schon notwendig

Die Lage ist ihm klar: "Wir spielen gegen eine Mannschaft, die wir schlagen müssen und auch schlagen können."

Der Weltmeister von 1990 kassierte in zwei Spielen zwei Niederlagen und bekommt schon Beinamen wie "Null-Punkte-Trainer". Und es ist auch kein gutes Zeichen, dass sein Chef Hoeneß sich schon veranlasst sieht, seinem Interimstrainer den Rücken zu stärken.

"Litti" mache einen guten Job, sagte Hoeneß. Es war eine formelle Absage an eine Blitzverpflichtung von Hans Meyer als "Feuerwehrmann".

Ohne drei Meister-Stützen

Ob sie intakt bleibt, wenn Littbarski nicht zu Punkten beginnt, ist die andere Frage. Einen Abstieg kann sich auch Hoeneß in Wolfsburg nicht erlauben.

Beim 1:2 in Freiburg waren zwar spielerische Fortschritte zu besichtigen, Personalprobleme behindern die "Wölfe" allerdings weiter.

Zwar kommen Innenverteidiger Simon Kjaer und Angreifer Mario Mandzukic zurück, doch mit Torwart Diego Benaglio (Rückenprobleme), Mittelfeldspieler Josue (Oberschenkel) und Stürmer Grafite (krank) fallen drei Schlüsselspieler des Meisters von 2009 aus.

Bei Gladbach kann Marco Reus nach einer Fersenprellung auflaufen. Im Tor erhält Logan Bailly wieder den Vorzug vor Christofer Heimeroth

Wolfsburg: Hitz - Riether, Kjaer, Friedrich, Schäfer - Hasebe, Polak - Tuncay, Cicero - Diego - Helmes

Mönchengladbach: Bailly - Levels, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Reus, Idrissou

Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel