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Borussia Dortmund hat zehn seiner bislang zwölf Bundesliga-Auswärtsspiele gewonnen © imago

Seit 1991 hat der BVB nicht mehr beim FC Bayern gesiegt, Klopp bleibt aber locker. Zwei Ex-Coachs sehen Schwarz-Gelb fast am Ziel.

Von Martin Volkmar

München/Dortmund - Die Spannung in Dortmund steigt von Tag zu Tag.

Am Samstag beim FC Bayern (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) folgt für die BVB-Höhenflieger vielleicht schon die Meisterprüfung.

Zwar will man bei der Borussia weiter nichts von solchen Kategorien wissen, doch klar ist:

Verliert der souveräne Tabellenführer nicht beim 13 Punkte zurückliegenden Titelverteidiger aus München, ist den Westfalen die siebte Deutsche Meisterschaft wohl endgültig nicht mehr zu nehmen.

Sammer: "Reif für die Meisterschaft"

Schon jetzt gratulieren die beiden letzten Dortmunder Meistermacher ihrem Ex-Klub: Ottmar Hitzfeld und Matthias Sammer.

"Rational betrachtet wird der BVB Meister", sagt Sammer, Trainer beim letzten Titel 2002 und als Profi 1995 und 1996 dabei, im Gespräch mit SPORT1.

"Es kann allerdings sein, dass sich drei Spieler verletzten, dann kommt der BVB in eine unglaubliche Problematik rein. Vom Leistungsvermögen her kann man der Mannschaft aber jetzt schon bescheinigen, dass sie für die Meisterschaft reif ist."

Auch Hitzfeld vom BVB überzeugt

Genau so sieht es Hitzfeld. "Sollte die Borussia im letzten Teil der Saison nicht von großem Verletzungspech heimgesucht werden, geht die Meisterschaft nach Dortmund", erklärte der frühere Erfolgscoach von BVB und Bayern dem "kicker":

"Daran wird selbst eine Niederlage in der Allianz Arena nichts ändern. Ich glaube nicht mehr, dass der FC Bayern den Titel noch holen kann. Dafür spielt der BVB zu konstant."

[kaltura id="0_7sasoe87" class="full_size" title="Entwarnung bei Weidenfeller"]

Klopp lässt Taten sprechen

Entsprechend selbstbewusst reisen die Borussen zum Spitzenspiel. "Es macht keinen Sinn, uns mit den Bayern auf eine Waage zu stellen. Aber in einem Spiel können wir uns mit ihnen messen", sagte Jürgen Klopp am Donnerstag.

Auf große Sprüche kann der BVB-Coach dabei problemlos verzichten, schließlich spricht die Tabelle eine eindeutige Sprache.

"Wir haben schon viele Dinge gemacht, um die Bayern zu reizen, ohne etwas zu sagen", meinte Klopp nur: "Viele Punkte geholt und sie im Hinspiel geschlagen."

Hoffen auf Weidenfeller

Die demonstrative Zuversicht schmälert auch der drohende Ausfall von Stammkeeper Roman Weidenfeller nach seiner am Dienstag im Training erlittenen Bänderdehnung nicht.

Wobei Klopp die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat. "Es geht Roman deutlich besser, was das Schmerzempfinden angeht. Wir werden uns die Entscheidung bis zum letzten Moment offen halten", erklärte er:

"Wenn es die Verletzung zulässt, wird Roman spielen. Und wenn nicht? Dann steht für einen der besten deutschen eben einer der besten australischen Torhüter zwischen den Pfosten."

Vertrauen in Langerak groß

Das Vertrauen in Ersatzmann Mitchell Langerak ist groß, obwohl der erst im vergangenen Sommer von Melbourne Victory verpflichtete 22-Jährige bisher nur ein Pflichtspiel bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga bestritten hat.

Wobei den Schwarz-Gelben bewusst ist, dass die Bayern am Samstag gestärkt durch den Sieg in der Champions League gegen Inter noch einmal zur Attacke blasen werden.

"Ich habe ihr Spiel in Mailand gesehen. Das war nicht so schlecht, aber trotzdem werden wir hinfahren", flachste Klopp vor dem Duell "gegen die gefühlt erfolgreichste Mannschaft der letzten 100 Jahre".

Auswärtsrekord greifbar

Mit einem weiteren Auswärtssieg könnten die Dortmunder die Bundesliga-Bestmarke von Werder Bremen (2003/04) und dem Hamburger SV (2005/06) von jeweils elf Erfolgen in der Fremde einstellen.

Dazu allerdings müssten sie ihre schwarze Serie in München beenden: Der letzte Sieg bei den Bayern liegt fast 20 Jahre zurück:

3:0 hieß es am 12. Oktober 1991.

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