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Das Hinspiel in Dortmund verloren die Bayern und Thomas Müller (l.) mit 0:2 © imago

Auch gegen den Spitzenreiter will Bayern seine Macht demonstrieren. Die Bosse tönen, Lahm erklärt bei SPORT1 die Stärke.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Das Selbstbewusstsein ist groß. Sehr groß.

Wie eine Horde sich auf die Brust klopfender Gorillas steht der FC Bayern vor dem Topspiel gegen den Spitzenreiter Borussia Dortmund da.

Das 1:0 gegen Inter in der Champions League hat den Münchnern weiteren Rückenwind verliehen (356188Bilder).

Am Samstag (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) soll der BVB mit einem roten Orkan aus der Allianz Arena gefegt werden.

13 Punkte Rückstand

Wenn auch der eine oder andere beim deutschen Rekordmeister insgeheim noch auf den Titel hoffen mag, in erster Linie geht es um Macht in der Bundesliga.

17 Punkte Rückstand waren es zwischenzeitlich auf die junge Crew von Coach Jürgen Klopp, aktuell sind es 13. An der Säbener Straße grenzt das noch immer an Horror.

Bei einem Erfolg wären es nur noch zehn Zähler - in den dann verbleibenden zehn Partien wäre plötzlich wieder alles möglich, zumal die "Zauberer" Arjen Robben und Franck Ribery noch immer beide fit sind.

"Lassen nicht so viel in der Defensive zu"

Die Voraussetzungen sind bestens für die Bayern. Warum? "Wir sind reifer als in der letzten Saison, wir lassen nicht mehr so viel in der Defensive zu", erklärt Kapitän Philipp Lahm auf SPORT1-Nachfrage.

Durch mannschaftliche Geschlossenheit, ein Lieblingsbegriff für jeden Trainer, bekam selbst das starke Inter Probleme und musste sich letztlich geschlagen geben.

"Es ist unheimlich wichtig, dass jeder mitarbeitet. Nur so kann man in großen Spielen bestehen", fügt Lahm an und freut sich darüber, dass wieder "Leidenschaft und Ordnung an den Tag gelegt werden".

Lahm: "Wir sind Favorit"

Er brennt bereits auf den anstehenden Gipfel: "Es sind die entscheidenden Wochen und es macht natürlich Spaß, wenn man einen Sieg gegen Inter im Rücken hat."

Lahm weiter: "Hoffenheim hat auch gesagt: Jetzt ist Bayern fällig. Jeder macht irgendwelche Aussagen. Aber wir spielen in der Arena, wir sind mit Sicherheit Favorit. Wir haben die letzten Jahre die Bundesliga dominiert. Wir haben eine ganz andere Situation als Dortmund - die spielen zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder vorne mit."

Hoeneß voller Zuversicht

Auch Präsident Uli Hoeneß ließ keinen Zweifel daran, dass das "Mia-san-Mia"-Gefühl rechtzeitig zurück ist. Er ist sehr optimistisch, was das Resultat gegen die Borussia angeht.

"Ein Unentschieden oder eine Niederlage halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Wir sind die bessere Mannschaft. Im eins gegen eins haben die Dortmunder keine Chance", tönt er.

[kaltura id="0_rfv0n1ir" class="full_size" title="Rummenigge warnt vor Euphorie"]

In der Hinrunde, die für Bayern chaotisch verlief, hat sich Enttäuschung aufgestaut. Auch das 0:2 im Hinspiel sorgte für Frust. Dieser wiederum könnte nun in positive Energie umgewandelt werden.

Pranjic-Einsatz fraglich

Für Karl-Heinz Rummenigge ist es "ohne Frage auch ein Imagespiel. Es geht nicht nur um wichtige Punkte für beide Mannschaften." Es sei ein "ganz besonderes Spiel", das die Bayern durch den verdienten Sieg im Giuseppe Meazza mit "viel Selbstvertrauen" angehen.

Sportdirektor Christian Nerlinger kündigt indes forsch an: "Wir werden zeigen, wer die Nummer eins in Deutschland ist."

Ob die Bayern am Samstag auf Danijel Pranjic zurückgreifen können, ist dagegen noch fraglich.

Wo spielt Luiz Gustavo?

Der Kroate leidet seit Mittwochabend an Problemen mit den Adduktoren, über seinen Einsatz wird erst kurzfristig entschieden. Holger Badstuber oder Luiz Gustavo kommen als Vertretung für ihn auf der linken Abwehrseite in Frage.

Wobei Letztgenannter in Mailand so stark im defensiven Mittelfeld als Wachhund für Wesley Sneijder auftrumpfte, dass ihn Trainer Louis van Gaal eigentlich nicht zurücksetzen kann.

"Guter Schritt" gegen Inter

Der Niederländer lässt sich nicht von der allgemeinen Euphorie um sein Team anstecken und mahnt zur Aufmerksamkeit.

"Wir haben gegen Inter einen guten Schritt gemacht. Aber gegen Dortmund wird es schwerer. Wir haben dieses Spiel in den Beinen und müssen schon am Samstag spielen", merkt er an.

Ihm dürfte jedoch auch klar sein: Beim Spiel um die Ehre und die Vormachtstellung in Deutschland zählen müde Knochen nicht als Ausrede.

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