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Mitchell Langerak wurde 2010 zu Australiens Nachwuchsspieler des Jahres gewählt © imago

Beim Kracher in München stehen die Keeper im Mittelpunkt. Der BVB schickt einen Rookie ins Tor. Für Kraft geht es um die Zukunft.

Von Martin Hoffmannund Andreas Kloo

München - Dass das T-Thema vor dem Spitzenspiel zwischen Bayern und Dortmund wieder eines wird, war abzusehen.

Beim FC Bayern tobt seit Jahresbeginn schließlich ständig eine Torwartdebatte ? eine die Thomas Kraft mit seiner Leistung bei Inter Mailand heftig befeuert hat.

Und die eine neue Großdiskussion um das virtuelle Fernduell mit Manuel Neuer entfacht hat.

Er könne sich durchaus eine Lösung mit Neuer und Kraft zusammen vorstellen: "Jeder große Verein braucht zwei Spitzentorhüter."

Wenn Kraft den Konkurrenzkampf mit der deutschen Nummer eins scheue, "dann muss er weggehen."

Doch auch bei Spitzenreiter Dortmund sind die Keeper vor dem großen Duell in München in den Mittelpunkt gerückt ? unfreiwillig allerdings.

Verletzung zum ungünstigen Zeitpunkt

Roman Weidenfeller ist beim BVB schließlich seit Jahren als Nummer eins unumstritten, ohne dass es irgendwelche Sorgen gab.

Die sind nun zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt über den BVB gekommen. Eine Innenbanddehnung und einen Kapseleinriss im linken Knie haben sie ausgelöst. Die Verletzungen machen einen Einsatz gegen den Rekordchampion unmöglich.

Stellt sich die Frage: Was taugt der Ersatzmann? Und wer ist das überhaupt?

Klopp vertrauensvoll

Mitchell Langerak heißt der Mann, der in München seine Feuertaufe erlebt. 22 Jahre alt er, löste vor dieser Saison Marc Ziegler als Nummer zwei ab und ist Australier.

Letzteres beunruhigt Trainer Jürgen Klopp nicht, auch wenn Down Under weniger Starkeeper hervorgebracht hat als andere Nationen.

"Dann steht für einen der besten deutschen eben einer der besten australischen Torhüter zwischen den Pfosten", meint der Coach vertrauensvoll.

[kaltura id="0_3q3qv6fe" class="full_size" title=" Wahnsinnig reizvolles Spiel "]

Verständigung trotz Sprachproblemen

Sein Pflichtspieldebüt hat Langerak erst kürzlich in der Regionalliga gegen Gladbach II bestritten.

Auf dass Dortmund wegen einer drohenden Gelbsperre Weidenfellers ohnehin schon eingestellt sein musste.

Langerak hielt ordentlich ? und hatte trotz Sprachschwierigkeiten keine Probleme, seine Vorderleute zu führen: "Es ist bestimmt nicht immer alles richtig, was ich da so loslasse, aber die Jungs verstehen es."

Kraft brilliert in Mailand

Aber gelingt der Sprung von Gladbach II zu Bayern so leicht? Dass es gehen kann, hat Kraft mit seinem schon sprichwörtlichen Sprung von Sandhausen zu Inter Mailand bewiesen. (Thomas Kraft im SPORT1-Interview)

Beim Hinspielsieg in der Champions League brillierte Bayerns zu Jahresbeginn beförderte Nummer eins erstmals so richtig ? und hat damit eine lang anhaltende Diskussion noch einmal richtig in Gang gebracht.

Die, ob der FC Bayern Manuel Neuer wirklich für teures Geld kaufen muss, wenn er schon jemanden hat, der wie einen Samuel Eto'o zur Verzweiflung treiben kann.

Muss man, scheint immer noch die vorherrschende Meinung bei den Bayern-Entscheidungsträgern zu sein.

"Kaiser" weiter für Neuer

Was nach dem Inter-Spiel bei Bayern gesagt wurde, klang nach intern verabredeter Sprachregelung: Kraft loben, das ja ? aber nicht über den Wunschkandidaten heben.

Franz Beckenbauer hielt sich an diese Linie, indem er bei "Sat 1" wieder erklärte: "Manuel Neuer ist für mich der beste Torwart der Welt. Wenn man so einen Mann bekommen kann, sollte man ihn holen."

Und als er über Kraft sprach, holte er trotz der Gala in Mailand noch einmal das Totschlagargument aller Kraft-Skeptiker hervor: Michael Rensing.

Bei dem hätten schließlich auch alle gedacht, "dass er der neue Nationaltorwart wird. Und das Ergebnis ist bekannt."

Van Gaal überrascht

Selbst Kraft-Förderer van Gaal plädiert nun für einen Neuer-Wechsel: "Ich denke, dass Neuer sehr gut passen kann", sagte der Trainer am Freitag.

Er könne sich durchaus eine Lösung mit Neuer und Kraft zusammen vorstellen: "Jeder große Verein braucht zwei Spitzentorhüter."

Wenn Kraft den Konkurrenzkampf mit der deutschen Nummer eins scheue, "dann muss er weggehen."

Rummenigge schweigt

Das alles spricht für die "tz"-Meldung, dass die Bayern Neuer nach wie vor "um jeden Preis wollen".

"Keinen Kommentar" gab es dazu von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der weiter offen ist für eine Verlängerung mit Kraft ? egal ob Neuer kommt oder nicht.

"Es liegt jetzt an ihnen", meint Rummenigge in Richtung von Kraft und dessen Berater Jens Jeremies.

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