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Angriffslustig vorm Huit mit Dortmund: Bayern-Coach Louis van Gaal © imago

Bayern-Coach van Gaal attackiert den BVB an empfindlicher Stelle. Er ist siegessicher, obwohl er mehr Personalsorgen hat als gedacht.

Vom FC Bayern berichtetMartin Hoffmann

München - Die Abteilung Attacke kommt bei Louis van Gaal nicht mit lautem Schlachtenlärm.

Der Bayern-Trainer macht es nicht wie Uli Hoeneß, der vor dem Top-Spiel gegen Dortmund (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) in der "Bild" einen "ganz klaren Sieg" fordert.

Oder wie Karl-Heinz Rummenigge, der tönt, dass er "auch gerne höher als 2:0 gegen Dortmund" gewinnen möchte. "Posaunen", das wolle er nicht, sagt der Coach. Seine Botschaften an Jürgen Klopp und sein junges Team kommen eher auf Schleichwegen.

Aber sie kommen.

Siegessichere Töne

Etwa bei der Frage, ob er den Tabellenführer, wenn er ihn bei 13 Punkten Abstand schon nicht stürzen kann, doch zumindest aus dem Rhythmus bringen will.

Falsche Frage, findet der Niederländer: "Dortmund ist schon aus dem Rhythmus."

Und dass der BVB das "noch stärker" sein würde, "wenn wir gewinnen". Er sagt es nicht so, als würde er meinen: "Falls wir gewinnen".

"Nicht zur Meisterschaft gratulieren"

Es ist ein Angriff an einem Punkt, an dem Dortmund empfindlich ist.

Auf die Selbstsicherheit, die beim Herbstmeister in der Fabel-Hinrunde gewachsen ist. Und die in der Rückrunde geprüft wird durch eine Häufung an Unentschieden und verpassten Torchancen.

Alles nur der Versuch, Dortmund von außen eine Krise einzureden, die es nicht gibt? In jedem Fall ist van Gaal sicher, dass er Klopp am Samstagabend "nicht zur Meisterschaft gratulieren" muss.

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Top-Abwehr?

Van Gaal weiß aber, dass die Euphoriewelle nach dem 1:0 bei Inter Mailand die Bayern nicht wie von selbst zu einem Sieg gegen Dortmund tragen wird.

Sein Team sei noch "müde" von dem Spiel, sagt er. Und es könne auch immer noch besser werden als bei Inter: "Wir haben noch zu viele Ballverluste und wir können mehr Ordnung halten, wenn der Gegner den Ball hat."

Und Kontrahent Dortmund sei schließlich immer noch das Team mit den wenigsten Gegentoren - nur 13 Stück. "Unglaublich" findet er das.

gegen Top-Angriff

Aber er begegne dieser Top-Defensive eben auch mit einer Top-Offensive, der besten der Liga, wie van Gaal betont.

Wie Dortmund hat Bayern mittlerweile 49 Tore erzielt - und das trotz der anfänglichen Sturmkrise. Auch das findet van Gaal - man kennt es ? "unglaublich".

Anders als beim 0:2 in Hinspiel läuft Bayern mit den genesenen Franck Ribery und Arjen Robben wieder auf vollen Touren.

Und das gegen ein Team, das anstelle des verletzten Stammkeepers Roman Weidenfeller den unerprobten Aussie Mitchell Langerak aufbieten muss.

Mehr Fragezeichen als Pranjic

Frei von Sorgen ist aber auch van Gaal nicht. Der Einsatz von Danijel Pranjic, der in Mailand verletzt ausgewechselt werden musste, sei weiterhin unsicher, so van Gaal.

Toni Kroos habe nur Luft für "45 Minuten". Und: "Das sind nicht die einzigen Fragezeichen."

Van Gaal bekennt, dass er noch um weitere Spieler bangt. Welche? "Das behalten wir für uns."

"Jeder zu hundert Prozent"

Er könne am Samstag keinen Spieler in die Startelf stellen, der auch nur ein bisschen angeschlagen sei: "Bei so einem Spiel muss jeder zu hundert Prozent fit sein."

Fit für einen hohen Sieg, wie von Hoeneß und Rummenigge gefordert?

"Die Mannschaft kennt diese Herren", meint van Gaal: "Und sie wollen sie auch glücklich machen."

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