vergrößernverkleinern
Klare Ansage an die Teamkollegen: Werder-Kapitän Torsten Frings spricht Klartext © getty

In Bremen schrillen die Alarmglocken, Stuttgart ist gebeutelt, Frankfurt plagt der "Anti-Lauf": Nur Leverkusen hat andere Sorgen.

München - Es ist der Krisensonntag in der Bundesliga.

Der Vorletzte VfB Stuttgart steht bei den Null-Tore-Hessen von Eintracht Frankfurt unter Zugzwang (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER), für Werder Bremen geht es gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen (ab 17 Uhr im LIVE-TICKER) ums nackte Überleben.

Stuttgart reist nach dem Aus in der Zwischenrunde der Europa League gegen Benfica Lissabon und der Verletzung von Torhüter Marc Ziegler schwer gebeutelt nach Frankfurt.

"Da blickst du positiv nach vorne und bekommst schon wieder was auf die Backen. Hoffnung und Realität ist etwas anderes", sagt VfB-Sportdirektor Fredi Bobic wenig optimistisch. "Wir müssen schauen, dass wir unsere Spieler bis Sonntag wieder ans Laufen bekommen."

Stuttgarts Versehrten-Liste ist lang

Problematisch indes: Cacau (Adduktorenprobleme), Serdar Tasci (Leistenprobleme), Arthur Boka (Innenbandriss im Knie), Christian Gentner (Bänderriss im Sprunggelenk) sowie Pawel Pogrebnjak (Rippenbruch) sind angeschlagen oder langfristig verletzt.

Der Einsatz von Ziegler ist nach seiner Gehirnerschütterung gegen Lissabon ausgeschlossen.

Die Hoffnungen im Tor ruhen nun wieder auf Sven Ulreich, der von Trainer Brudo Labbadia eigentlich zur Nummer zwei degradiert worden war.

Frankfurt in Alarmstimmung

Auch bei der Eintracht läuten die Alarmglocken: Ein mickriger Punkt und kein Tor in diesem Jahr lautet die Bilanz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Das nagt", gibt Trainer Michael Skibbe unumwunden zu: "Wir müssen diesen Anti-Lauf endlich durchbrechen."

Die Hessen, die auf Platz zwölf abgestürzt sind, trafen sich am Donnerstag zum Mannschaftsessen und schauten sich dabei die Partie des VfB gegen Lissabon vor dem Fernseher an.

Gegner-Studie am Fernseher

Änderungen will Skibbe trotz der Misere nicht vornehmen. "Es ist ziemlich sicher, dass wir die Strategie nicht abändern. So haben wir auch in den letzten eineinhalb Jahren erfolgreich gespielt", sagt der 45-Jährige.

[kaltura id="0_sd7ok46o" class="full_size" title="Stuttgart mit Rücken zur Wand "]

Soll heißen: Alles bleibt im Sturm auf Theofanis Gekas ausgerichtet, der am 18. Dezember 2010 beim 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund den letzten Treffer für die Eintracht erzielte.

Im Tor wird Ralf Fährmann den verletzten Oka Nikolov vertreten.

Frings appelliert an die Ehre

In Bremen wiederum herrscht nach dem 0:4-Debakel im Nordderby gegen den Hamburger SV höchste Alarmstufe.

"Wer jetzt noch nicht begriffen hat, dass wir mitten im Abstiegskampf stehen, dem ist nicht mehr zu helfen", so Torsten Frings.

Sein Freistoßtor in der Nachspielzeit zum 2:1 gegen Hoffenheim sorgte am 15. Januar für den einzigen Bremer Sieg in den letzten neun Spielen. Gegen Leverkusen ist der Kapitän aber gesperrt.

Abschied der Stammspieler

Trotzdem drehen sich die Diskussionen auch vor dem Spiel um ihn. Denn Frings steht angeblich vor der Trennung von Werder.

Nach Informationen der "Bild" hat sich der 34-Jährige bereits im Januar mit Trainer Thomas Schaaf und Geschäftsführer Klaus Allofs geeinigt, dass er im Sommer bei Werder aufhört. Der Vertrag des Vize-Weltmeisters von 2002 läuft dann aus.

Ein Teil des Teams, das akut abstiegsgefährdet ist, sei bereits über das baldige Ende des Kapitäns informiert, heißt es.

Im Falle des Abstiegs seien auch die Nationalspieler Per Mertesacker und Keeper Tim Wiese (beide Vertrag bis 2012) wegen ihrer Millionengehälter nicht zu halten, glaubt die "Bild".

Allofs soll verlängern

Trainer Schaaf ist nach wie vor davon überzeugt, dass er für Werder der Richtige im Abstiegskampf ist. "Ich arbeite intensiv wie immer", sagt Schaaf, der bei den Hanseaten weiterhin nicht in Frage gestellt wird.

Nach außen ist es trotz der prekären Lage ruhig im Verein. Es gibt sogar Signale, dass der Vertrag von Vorstandschef Klaus Allofs vorzeitig über das Jahr 2012 hinaus verlängert werden soll.

Kurzfristig ruhen die Hoffnungen auf Claudio Pizarro. Der Peruaner kann gegen Leverkusen nach überstandener Muskelverletzung eingesetzt werden.

Heynckes warnt

Bei Leverkusen warnt Jupp Heynckes drei Tage nach dem 2:0-Sieg in der Europa League gegen Metalist Charkow vor den angeschlagenen Bremern.

"Wir haben schon gegen Stuttgart gesehen, dass es nicht einfach ist, gegen einen etablierten Gegner aus dem Tabellenkeller zu spielen. Bremen befindet sich in einer Negativspirale. Das macht die Aufgabe nicht einfacher für uns", so der Trainer.

Schließlich hat Bayer ein anderes Ziel im Auge: Platz zwei und den FC Bayern in Schach zu halten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30)

Frankfurt: Fährmann - S. Jung, Franz, Russ, Tzavellas - Schwegler, Rode - Ochs, Meier, Halil Altintop - Gekas

Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Delpierre, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic - Gebhart, Hajnal, Okazaki - Harnik

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Werder Bremen - Bayer Leverkusen (Sonntag, 17.30)

Bremen: Wiese - D. Schmidt, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Fritz, Bargfrede - Hunt, Marin - Avdic, Pizarro

Leverkusen: Adler - Schwaab, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Vidal, Rolfes - Sam, Renato Augusto, Castro - Kießling

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel