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Die Fans von Schalke 04 spielen auf den Facebook-Auftritt von Trainer Magath an © imago

Nach dem Remis gegen Nürnberg wird der Facebook-Auftritt des S04-Trainers zum Eigentor. Hecking schwärmt von seinem "Kindergarten".

Von Nikolai Kube

München - Die Stimmung bei Schalke 04 ist gereizt.

"Felix - Gefällt uns nicht mehr" stand auf einem riesigen Plakat in der königsblauen Fankurve - eine Anspielung auf den Facebook-Auftritt von Felix Magath.

Die Charme-Offensive des Trainers wird nach dem enttäuschenden 1:1 im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg zum Eigentor. Die eigenen Anhänger verhöhnen ihn. Auch "Magath-Raus-Rufe" waren zu hören.

Doch der kann die Aufregung der Fans nicht nachvollziehen. "Unsere Leistung war zufriedenstellend", sagte der 57-Jährige zu LIGA total!.

Neuer spricht Klartext

Die Fakten sprechen jedoch klar gegen Magath und seine Schalker.

Nach dem zweiten sieglosen Spiel in Folge stagniert Königsblau auf Platz zehn der Tabelle. Der FSV Mainz, der aktuell Europa-League-Platz fünf inne hat, ist auf zehn Punkte enteilt.

Magaths Team muss sich sogar wieder mal nach unten orientieren. Nur noch sechs Zähler trennen Schalke von Rang 16. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und so spricht wenigstens Torhüter Manuel Neuer Klartext: "Wir müssen zu Hause am Anfang ganz anders auftreten. Das war der Knackpunkt, dann wären wir auch nicht 0:1 in Rückstand geraten."

Neuer mit unglücklicher Abwehr

Der Nationalkeeper spielte an auf die 37. Minute an, als Jens Hegeler die in der ersten Halbzeit zielstrebigeren Nürnberger in Führung schoss.

Vorausgegangen war eine unglückliche Aktion von Neuer, der den Ball dem Club-Mittelfeldmann auf dem Silbertablett serviert hatte.

Erst nach der Pause zeigte Schalke phasenweise, was für ein Potenzial eigentlich in der Mannschaft steckt.

Das 1:1 durch Raul war der Auftakt für eine starke Viertelstunde. "Die Chancenverwertung war eine Katastrophe", brachte Magath das Schalker Problem in dieser Phase auf den Punkt.

Huntelaar: 1000 Minuten ohne Tor

Mal wieder im Fokus dabei: Klaas-Jan Huntelaar. Der Niederländer ackerte, zeigte viel Leidenschaft - ein Tor blieb ihm allerdings verwehrt. 357096(DIASHOW: Der 24. Spieltag)

Mal grätschte im letzten Moment ein Nürnberger dazwischen, mal parierte der überragende Raphael Schäfer, mal fehlten Zentimeter. Seit über 1000 Minuten wartet Huntelaar mittlerweile auf ein Erfolgserlebnis im königsblauen Trikot.

"Wahrscheinlich macht er sich selbst am wenigsten Sorgen", mutmaßte Abwehrchef Christoph Metzelder und fragte: "Ich habe in 150 Spielen drei Tore gemacht, wie soll ich ihm helfen?"

Rückendeckung für Huntelaar

Magath setzt währenddessen weiter auf seinen Torlos-Stürmer:

"Ich habe zuletzt mehrmals mit Klaas-Jan gesprochen, er genießt mein Vertrauen", sagt Magath, "wenn der erste Ball erst einmal wieder sitzt, läuft es bei vielen Stürmern danach umso besser.

Siehe Mario Gomez, der auch eine lange Durststrecke durchlief und jetzt für die Bayern Tore am Fließband erzielt.

Im Moment ist Huntelaar aber Lichtjahre von Gomez' Abschlussstärke entfernt. Und so hadert Magath mit der unbefriedigenden Situation.

"Es war zu wenig"

"Wir können mit dem Punkt nicht so gut leben", so der Trainer. Und Metzelder merkte an: "Es war unterm Strich zu wenig!"

Auch, weil Nürnberg mächtig Gegenwehr leistete. Kurz vor Schluss hätte der Club durch Markus Mendler beinahe sogar den Siegtreffer erzielt. Nur die Querlatte hatte was dagegen.

"Wir spielen eine überragende Runde. Es ist klasse, was die Mannschaft leistet", sagte Trainer Dieter Hecking zu LIGA total!.

Und das ohne zahlreiche Stars. Albert Bunjaku fehlt schon die ganze Saison, Ilkay Gündogan laboriert seit Wochen an einer Mittelfußverletzung. Und auch Torgarant Julian Schieber (Meniskusriss) musste gegen Schalke kurzfristig ersetzt werden.

Nürnberg: Nur Dortmund besser

In die Bresche sprang ein "Kindergarten", wie Hecking sein junges Team bezeichnete. "Am Ende waren lauter 18-, 19-Jährige auf dem Platz. Hut ab vor der Mannschaft, vor allem vor den jungen Leuten", sagte Hecking.

Der Trainer fügte an: "Wir können mit dem Punkt gut leben."

Kein Wunder: Denn der Club ist hinter Dortmund die zweitbeste Mannschaft der Rückrunde und gewinnt durch seine herzerfrischende Spielweise immer mehr Fans.

Nur nicht bei Facebook: Da hat Club-Trainer Hecking noch deutlich weniger "Gefällt-mir-Klicks" als sein Gegenüber Magath. Aber das kann sich - wie das Plakat beweist - bald ändern.

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