Der FC Bayern muss sich Spitzenreiter Dortmund beugen und Schwächen eingestehen. Zwei Münchner sind ziemlich von der Rolle.

Keine Frage: In dieser Saison ist es keine Schande, gegen Borussia Dortmund zu verlieren.

Selbst für den FC Bayern nicht.

Und doch wird die 1:3-Pleite im Topspiel den Münchnern lange zu denken geben. Dass sie die Meisterschale nun zum Versand Richtung Ruhrpott einpacken können, ist die eine Sache.

Die andere ist, dass die Bayern die Übermacht eines leidenschaftlich kämpfenden BVB anerkennen musste.

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Dabei traten die Dortmunder mit einer Bubi-Truppe - Durchschnittsalter 22,3 Jahre - und ohne ihren Stammkeeper Roman Weidenfeller an.

Doch die Borussen spielen eben im Moment einen technisch und taktisch blitzsauberen Fußball. Fehler, die der Gegner nutzen könnte, gibt es in der Mannschaft von Jürgen Klopp kaum.

Selbst die bajuwarische Wunderwaffe Arjen Robben ist zu stoppen - bei Nachfragen bitte an Marcel Schmelzer wenden.

Zudem erwischte Bastian Schweinsteiger einen ziemlich schwarzen Tag.

Als Leader fielen drei Tage nach dem Champions-League-Erfolg in Mailand weder er noch Kapitän Philipp Lahm auf.

Nationalteam-Kollege Holger Badstuber wird nach seiner Auswechslung gewiss auch nicht nach Erklärungen verlangt haben.

Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß müssen ertragen, dass ihnen ihre vollmundigen Aussagen vorm Gipfel unter die Nase gerieben werden.

Diese Frage der Ehre ging jedenfalls komplett an den BVB.

Für die Dortmunder dürfte das Frühjahr zum großen Schaulaufen zur Meisterschaft werden.

58 Punkte nach 24 Spieltagen bedeuten schon jetzt eine Wahnsinnsbilanz!

Die Bayern müssen jetzt unbedingt am Mittwoch den Dortmunder Rivalen Schalke im DFB-Pokalhalbfinale schlagen.

Erfolg ist der Kitt, der bisher die Beziehung zwischen dem eigenwilligen Trainer Louis van Gaal und der FCB-Führungsriege zusammenhält.

Ansonsten werden van Gaals mutige Personalentscheidungen - etwa mit zig Experimenten im Defensivverbund - plötzlich ganz leicht angreifbar.

Allem Glanz aus der Champions League zum Trotz: Selbst die Effizienzkünstler aus Hannover, Gegner am nächsten Liga-Spieltag, können derzeit der FCB-Abwehr gefährlich werden.

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