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Mats Hummels (r.) wechselte 2008 vom FC Bayern zu Borussia Dortmund © getty

Dortmund gewinnt beim FC Bayern und hat den Titel vor Augen. Torschütze Mats Hummels empfindet im SPORT1-Interview Genugttung.

Vom FC Bayern berichten Matthias Becker und Daniel Rathjen

München - Sie dürfen es jetzt offiziell.

Nach dem 3:1-Coup gegen den FC Bayern spricht Borussia Dortmund von der Meisterschaft.

"Wir befinden uns an einem Punkt, wo wir sagen: Wir können und wollen Meister werden", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Unbekümmert, unbeschwert und erstaunlich abgeklärt zeigte die mit 22,3 Jahren jüngste Dortmunder Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte dem deutschen Rekordmeister die Grenzen auf.

Lucas Barrios brachte die junge Auswahl von Coach Jürgen Klopp in einer turbulenten und temporeichen ersten Halbzeit zunächst in Führung (8.).

Nach dem Ausgleich durch Luiz Gustavo (16.) konterte der BVB mit einem Traumtor von Nuri Sahin (22.).

BVB stellt Liga-Rekord ein

Und nach der Pause nahm Mats Hummels nach einem Eckball von Mario Götze seinem ehemaligen Verein per Kopf endgültig den Wind aus den Segeln (60.).

Mit dem elften Auswärtssieg stellte der BVB einen Liga-Rekord ein, den bislang gemeinsam Werder Bremen (2003/2004) und der Hamburger SV (2005/2006) hielten.

Hummels vorsichtig

Doch allen behagt es noch nicht, über den Titel zu reden.

"Zehn Spieltage vor Schluss ist das zu früh. Wir sind weiter sehr vorsichtig und konzentriert. Es bringt uns auch nichts, wenn wir jetzt große Töne spucken. Kein Spiel wurde je durch Worte entschieden", sagte Torschütze Hummels.

Es ist durchaus als Seitenhieb des Innenverteidigers gegen die Verantwortlichen seines Heimatklub zu verstehen, die ihn im Januar 2009 aussortierten und nach Dortmund ziehen ließen.

Im SPORT1-Interview meidet der 22-Jährige weiter das M-Wort und warnt seine Kollegen vor überschwänglicher Euphorie.

SPORT1: Herr Hummels, Glückwunsch zum Sieg! Herrschte ausgelassene Stimmung in der Kabine?

Mats Hummels: Wir haben schon auf dem Platz gefeiert, auch in der Kabine haben wir uns natürlich gefreut. Aber wir haben uns noch ein bisschen Kraft aufgespart für weiteres Feiern.

[kaltura id="0_ar1tg9za" class="full_size" title=" Haben keine Erfahrung im Meisterkampf "]

SPORT1: Heute darf es also ein bisschen mehr sein...

Hummels: Klar, es war einer unserer größten Siege, die wir bislang in der Bundesliga errungen haben. Solange ich in Dortmund bin, haben wir in München immer einen auf die Mütze bekommen. Allein deswegen war das schon ein besonderes Spiel.

SPORT1: Es war ordentlich Brisanz im Spiel, im Vorfeld gab es Säbelrasseln auf beiden Seiten...

Hummels: Wobei wir uns noch zurückgehalten haben! Kevin Großkreutz darf vorher mal etwas "rauskloppen", der ist BVB-Fan mit Leib und Seele. Wir anderen haben die Klappe gehalten und auf dem Platz alles dafür getan, dass wir das Spiel gewinnen. Damit haben wir alle Lügen gestraft, die etwas anderes prophezeit haben.

SPORT1: Jetzt können Sie es doch auch sagen: Wollen Sie Meister werden?

Hummels: Das kann bei uns jeder halten, wie er will. Für mich zählt jetzt das Spiel gegen Köln, wenn wir auch Köln schlagen, haben wir den Erfolg gegen München vergoldet. Nichtsdestotrotz stehen wir in der Tabelle noch um ein Stück besser als vorher da.

SPORT1: War das Spiel in München eine Meisterprüfung?

Hummels: Das kann man so nennen, man kann es auch anders nennen. In jedem Fall war es ein richtig gutes Spiel.

SPORT1: Mitchell Langerak hat sein Debüt gefeiert. War der kollektive Jubel um ihn nach dem Schlusspfiff eine Danksagung?

Hummels: Ja, wenn er in der Schlussphase nicht so überragend reagiert hätte, wäre es sicher noch einmal eng geworden. Aber auch insgesamt hat er Sicherheit ausgestrahlt, war souverän. Das ist für ein Debüt in der Allianz Arena alles andere als selbstverständlich. Wir haben uns für ihn gefreut, weil er einfach ein geiler Typ ist.

SPORT1: Was kann denn noch schiefgehen?

Hummels: Viel! Das ist ja das Problem. Wir können theoretisch jedes Spiel, das noch kommt, verlieren. Wir wollen dem entgegenwirken - am besten schon am nächsten Freitag gegen Köln.

SPORT1: Gab es noch eine Rüge für Nuri Sahin, der Jürgen Klopp verletzt hat?

Hummels: Nein, der Trainer muss ja sonst keine Zweikämpfe bestreiten. Da hat der Nuri ihm einfach nur gezeigt, was bei uns auf dem Platz ansonsten so passiert. Ich glaube, deshalb ist ihm der Trainer auch nicht böse.

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