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Martin Harnik (r.) erzielte in Frankfurt sein achtes Saisontor © imago

Die Stuttgarter holen bei der Eintracht drei "Big Points" - während sich die Torlos-Krise der Frankfurter ins Absurde steigert.

Frankfurt - Der VfB Stuttgart schöpft im Abstiegskampf neue Hoffnung, "Torlos" Eintracht Frankfurt befindet sich weiter im freien Fall.

Das Team von Trainer Bruno Labbadia gewann drei Tage nach dem Aus in der Europa League trotz 75 Minuten in Unterzahl bei den Hessen mit 2:0 (0:0) und konnte damit als Tabellenvorletzter den Abstand auf den Relegationsplatz auf zwei Zähler verkürzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Dagegen verheddern sich die seit nunmehr sieben Spielen torlosen Frankfurter immer mehr in den Abstiegskampf 357096(DIASHOW: Der 24. Spieltag).

Harniks Geistesgegenwart

Stuttgarts Torjäger Martin Harnik sorgte mit seinem achten Saisontreffer für die Führung der Gäste (64.).

Vorausgegangen war eine missratene Parade von Frankfurts Ersatzkeeper Ralf Fährmann, der einen Schuss von Timo Gebhart aus 20 Metern genau vor die Füße von Harnik abprallen ließ - Harnik hatte die Szene mit einem schnellen Freistoß eingeleitet.

Nur vier Minuten später sorgte Tamas Hajnal mit einem sehenswerten Heber für das 2:0 (68.) und großen Jubel in der Stuttgarter Fankurve.

Delpierre fliegt vom Platz

47.400 Zuschauer in der Frankfurter Arena sahen eine hitzige Partie.

Für große Aufregung sorgte zunächst nur der von Eintracht-Verteidiger Maik Franz provozierte Platzverweis gegen Stuttgarts Matthieu Delpierre. Franz hatte Delpierre zunächst auf den Fuß getreten, ehe sich der Stuttgarter Kapitän mit einer Tätlichkeit revanchierte.

Schiedsrichter Wolfgang Stark stellte zu allem Überfluss erst Boulahrouz vom Feld, ehe dann doch Delpierre gehen musste. Franz sah indes nur die Gelbe Karte.

"Wir kennen Maik Franz ja"

"Wir kennen Maik Franz ja. Er hat Delpierre mit dem Stollen auf den Fuß getreten. Das ist schon sehr schmerzhaft. Natürlich darf sich auch Delpierre nicht verleiten lassen, aber das war ein Reflex. Stark hätte beide Spieler vom Platz stellen müssen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic bei "Sky".

Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen meinte: "Das ist Abstiegskampf. Nicht alle Spieler haben die Besonnenheit, die sie haben sollten. Das gilt auch für unsere Mannschaft."

Viele Fouls und Fehlpässe

Fußball gespielt wurde in Frankfurt auch, aber bis zu den Toren von Harnik und Hajnal eher selten. Die erste Chance hatten die Gastgeber bereits nach sechs Minuten.

Nach einem Freistoß von Linksverteidiger Georgios Tzavellas konnte VfB-Schlussmann Sven Ulreich einen Kopfball von Marco Russ gerade noch abwehren (6.). Anschließend war das Spiel jedoch von Fouls und Fehlpässen geprägt.

Erst ein Kopfball von Frankfurts Alexander Meier (25.) sorgte für Gefahr. Auf der anderen Seite scheiterte der Japaner Shinji Okazaki (29.) an Eintracht-Keeper Fährmann, ehe Ulreich einen Kopfball von Theofanis Gekas gerade noch an die Latte lenkten (38.) konnte.

Großchancen in Serie vergeben

Nach dem Seitenwechsel versuchte Eintracht-Trainer Michael Skibbe mit den Einwechselungen von "enfant terrible" Ioannis Amanatidis sowie Martin Fenin die Offensive gegen die in Unterzahl spielenden Gäste zu stärken.

Die große Chance zur Führung hatte dann Gekas, der völlig freistehend den Ball aber an den Pfosten setzte (56.).

Zwei Minuten später rettete erneut der überragende Ulreich nach einem Kopfball von Fenin, ehe der VfB auf der Gegenseite seine Chancen eiskalt nutzte, die Eintracht hingegen unter anderem in Schlussphase beste Möglichkeiten in Serie vergab. Vor allem Gekas verzweifelte noch wiederholt an dem vernagelt erscheinenden Gehäuse.

Satte 30 Torschüsse vergaben die Gastgeber letztendlich - und bleiben das einzige Bundesliga-Team, das im Kalenderjahr 2011 noch ohne Tor ist.

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