vergrößernverkleinern
Rummenigge (l.) und Uli Hoeneß haben sich zu weit aus dem Fenster gelehnt © imago

Die Niederlage gegen den BVB hat den FC Bayern hart getroffen. Bei SPORT1 wird Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge kleinlaut.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Es ist ein klassisches Eigentor.

Die verbalen Attacken, die die Bayern-Bosse vor dem Gipfel gegen die Borussia gen Dortmund gefeuert hatten, kommen nun von allen Seiten wie ein Bumerang zurück.

"Wir haben verloren, also haben wir auch an Image verloren", sagte Karl-Heinz Rummenigge zu SPORT1.

Er fügte aber auch an: "Der Fußball ist immer eine Momentaufnahme."

Der Vorstandsboss hatte unter anderem selbst die Stimmung im Vorfeld angeheizt.

Nach der 1:3-Pleite gegen den Deutschen So-Gut-Wie-Meister blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Gegner Respekt zu zollen.

Zusatzmotivation wirkte nicht

Haben die Bayern den Mund zu voll genommen? "Wir wollten die Mannschaft ein bisschen pushen und antreiben. Das hat leider nicht funktioniert", sah er ein.

Lucas Barrios, Nuri Sahin und Mats Hummels hatten die Bayern mit ihren Toren am Samstagabend direkt ins rote Herz getroffen.

"Grundsätzlich hat Dortmund verdient gewonnen. Sie waren laufstark, haben kompakt gestanden und uns das Leben schwer gemacht", bilanzierte Rummenigge.

Für Frust sorgen vor allem die individuellen Fehler, die von den Dortmundern auf dem Fuße bestraft wurden.

Ärger über wacklige Defensive

Überhaupt stimmt die Defensivbilanz der Münchner Rummenigge nachdenklich.

"Dortmund hat 14 Tore zugelassen, wir haben aber 30 Tore zugelassen", erklärte er am Sonntagabend bei "sky 90". "Das ist für eine Spitzenmannschaft, sag ich mal, ein oberer Wert."

Ein Zeichen, dass der FCB nun auf Einkaufstour gehen müsse, wollte der FCB-Boss daraus aber nicht ablesen.

Zu dem kolportieren Interesse an BVB-Spielern wie Mats Hummels meinte er nur: "Franz Beckenbauer hat gesagt, Bayern München braucht keinen Spieler, ich möchte ihm nur ungern widersprechen."

Neuer-Personalie in der Schwebe

Und auch zum Dauerthema Manuel Neuer nahm Rummenigge Stellung.

"Zu jedem Transfer gehören drei Parteien. Der alte Klub, der neue Klub und der Spieler. Ich sage ganz klar, dass es den Deal nicht gibt."

[kaltura id="0_fl5hqvgx" class="full_size" title="Doppelpass Es wird eng f r van Gaal "]

Zudem verwies er auf die FIFA-Regeln. "Die besagen, dass man einen Spieler erst in den letzten sechs Monaten seines Vertrages kontaktieren darf. Und ich muss sagen, dass auch wir uns an diese Regularien zu halten haben."

Die Schlussfolgerung in Bezug auf den Schalker Keeper: "Ob wir uns mit der Personalie Manuel Neuer im Sommer auseinander setzen, kann ich heute nicht seriös voraussagen."

Volle Konzentration auf Schalke

Aktuell bemüht sich Bayerns Vorstandsboss sowieso, den Fokus auf die kommenden Herausforderungen zu legen.

"Es ist eine Enttäuschung. Aber es bringt nichts, jetzt zu lamentieren. Wir müssen uns schütteln und ab sofort die Konzentration wieder auf den Mittwoch legen", betonte er.

Dann kommt der FC Schalke 04 in die Allianz Arena. Hagelt es auch im DFB-Pokalhalbfinale eine Niederlage, wird die Wetterlage an der Säbener Straße erst recht ungemütlich.

"Stück Kraft hat gefehlt"

"Nach dem Spiel gegen Inter hat vielleicht auch ein Stück Kraft gefehlt, um noch einmal eine Schippe drauf zu legen", haderte Rummenigge.

Am schlimmsten ist für die entzauberten Bayern jedoch, dass sie nun sogar um die direkte Champions-League-Qualifikation bangen müssen.

Das Ziel, der zweite Platz, ist in Gefahr. Nach dem Remis von Bayer Leverkusen bei Werder Bremen beträgt der Rückstand vier Punkte (DATENCENTER: Bundesliga).

Und am kommenden Samstag steht das Duell gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96 auf dem Plan.

"Wir sind Vierter und müssen die Situation realistisch einschätzen. Das wird kein Selbstläufer", mahnte Rummenigge, der zugab: "Die Situation ist nicht befriedigend."

Er ergänzte: "In den verbleibenden neun Liga-Spielen müssen wir jetzt zusehen, damit wir unser Ziel noch erreichen. Einfach wird es nicht."

Van Gaal unter Druck

Trainer Louis van Gaal steht momentan trotz allem nicht zur Debatte. Sein Rückhalt in der Mannschaft ist nach wie vor groß, für die individuellen Fehler von Bastian Schweinsteiger und Holger Badstuber kann er nichts.

Dennoch muss er sich nach den "Wochen der Wahrheit", die zunächst mit dem Rückspiel gegen Inter am 15. März enden, an Ergebnissen messen lassen.

Die Liga hat Priorität. "Nur" das Erreichen des Viertelfinales in der Königsklasse und der Einzug ins Pokalfinale werden van Gaal nicht reichen.

Verpasst er die Qualifikation für die Champions League, würden die Bosse dem Niederländer das nie verzeihen. 2012 findet das Endspiel in München statt.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel