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Werders Innenverteidiger Sebastian Prödl (2.v.r) erzielt gegen Bayer sein erstes Saisontor © getty

Werder feiert den Punkt gegen Leverkusen wie einen Sieg. Frings sorgt für Irritationen. Bayer hadert, Adler "kotzt das an".

Von Olaf Mehlhose

München/Bremen - Es war ein gefühlter Sieg.

Lange Zeit sah es für Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen nach einer erneuten Pleite aus, doch durch zwei späte Tore gelang dem Team von Thomas Schaaf das kaum noch für möglich gehaltene Comeback. 357096(DIASHOW: Der 24. Spieltag)

Auch wenn bei den Hanseaten spielerisch erneut nicht viel zusammenlief, die Art und Weise wie das 2:2 gegen die Werkself zustande kam, sollte Werder im Abstiegskampf wieder Hoffnung geben.

Dank des Kraftakts gerieten auch die Störfeuer um das Karriereende von Torsten Frings in den Hintergrund.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Irritationen um Frings

Der Werder-Kapitän hatte in einem Interview mit der "Kreiszeitung Syke" seinen Rücktritt für kommenden Sommer angekündigt.

Und gegenüber dem "NDR2" sagte er:

"Ich werde dieses Jahr 35 und ich hatte eine schöne Zeit und irgendwann muss ja auch mal Schluss sein."

Er fügte an: "Es macht schon noch Spaß, aber ich möchte den richtigen Zeitpunkt erwischen, ich möchte nicht zu lange spielen und noch vernünftig laufen können, wenn ich was anderes mache."

Jungspund Trinks in der Startelf

Bei "sky" relativierte er diese Aussage allerdings.

"Ich habe im Januar mit Thomas Schaaf und Klaus Allofs gesprochen, weil ich überlegt habe, im Sommer aufzuhören. Aber hundertprozentig fix ist da noch nichts", sagte der 34-Jährige: "Wir haben gesagt, wir schieben meine Personalie nach hinten, weil sie nicht wichtig ist. Wichtig ist, dass wir nicht absteigen."

Ohne den gelbgesperrten Routinier Frings, aber mit dem jungen Florian Trinks, der erstmals in der Bremer Startformation stand, begannen die Bremer.

Der U17-Europameister wurde von Coach Schaaf für Aaron Hunt aufgeboten, der zunächst ebenso nur auf der Bank saß wie auch Marko Marin und Marko Arnautovic.

Werder vermeidet Absturz

Durch das Remis gegen Leverkusen vermieden die seit nunmehr sechs Spielen sieglosen Grün-Weißen zumindest den Absturz auf einen Relegationsplatz.

Sie rangieren jetzt mit 25 Punkten auf Rang 15 - drei Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz.

Dabei gelang es Werder dank eines Eigentors von Stefan Kießling (83.) und einem Treffer von Sebastian Prödl (90.+1) bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen, ein Spiel in den Schlussminuten umzubiegen.

Eren Derdiyok (42.) und Kapitän Simon Rolfes (67.) hatten die Gäste zuvor scheinbar vorentscheidend in Führung gebracht.

"Es wird keine Ruhe geben"

Thomas Schaaf wirkte nach dem Schlusspfiff wie von einer Zentnerlast befreit: "Wir haben in der Schlussphase viel riskiert und uns das Selbstvertrauen über den Kampf zurückgeholt."

"Der Punkt bedeutet sehr viel für uns. Mir wären zwar drei Punkte lieber gewesen, aber zumindest haben wir einen gesammelt, nachdem wir uns aus einer sehr schwierigen Situation befreit haben", sagte der Bremer Coach.

Der 49-Jährige weiß jedoch um die bevorstehenden schweren Wochen und stellte vorsorglich in Bezug auf das Umfeld fest: "Dennoch wird es in Bremen keine Ruhe geben."

"Das kotzt mich an"

Leverkusen dagegen stand trotz großer Überlegenheit am Ende mit leeren Händen da.

Obwohl sich die Gäste im Weserstadion als das technisch reifere und ballsicherere Team präsentierten, musste sich die Mannschaft von Jupp Heynckes mit einem Punkt begnügen.

"Das kotzt mich an. Wir führen 2:0 und verspielen durch Unkonzentriertheiten noch den Sieg. Man denkt, einige wollen gar nicht in die Champions League. Wir spielen Bundesliga und nicht Bezirksliga, da sollte jeder wissen, worum es geht", wetterte Leverkusens Nationaltorhüter Rene Adler.

Simon Rolfes ergänzte: "Wir hatten den Sieg lange fest in der Hand. Ich kann nicht erklären, warum wir in den letzten Minuten so passiv waren."

Für Bayer war es eine gefühlte Niederlage.

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