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Theofanis Gekas (hinten) hat abgezogen, doch der Ball springt vom Pfosten raus © imago

Die Durststrecke der Eintracht hält an, die Hessen bleiben 2011 ohne Tor. SPORT1 sprach mit Jörn Andersen über die Gründe.

Von Christian Stüwe

München - Das Pech im Abschluss klebt den Spielern von Eintracht Frankfurt derzeit fast schon wie ein Fluch an den Stiefeln.

Die Hessen brachten es bei der 0:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart auf 30:11 Torschüsse, trotz zahlreicher bester Chancen fand der Ball den Weg aber nicht ins Tor. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wieder nicht.

Denn seit mittlerweile mehr als zehn Stunden und sieben Spielen hat Eintracht Frankfurt in der Bundesliga kein Tor mehr erzielt. 357686(DIASHOW: Tops und Flops 24. Spieltag)

Symptomatisch war die Aktion von Theofanis Gekas. In der Hinrunde gelang dem Torjäger einfach alles, gegen den VfB sprang sein Schuss vom Innenpfosten wieder raus.

"Es ist schwer, da rauszukommen"

"Wenn es nicht läuft, läuft es nicht mehr", erklärte der frühere Eintracht-Torjäger Jörn Andersen im Gespräch mit SPORT1 die Durststrecke ebenso einfach wie zutreffend.

"Gerade bei den Stürmern. Da spreche ich aus Erfahrung. Wenn man Ladehemmung hat, ist es schwer, da rauszukommen", führte der Ex-Trainer des FSV Mainz 05 aus: "In einer Saison in Frankfurt habe ich viele Tore geschossen und im Jahr später nicht mehr viel getroffen. Ich weiß, wie es Gekas geht. Das ist nicht einfach."

Der Norweger wurde 1990 im Trikot der Frankfurter erster ausländischer Torschützenkönig der Bundesligageschichte, in der Saison darauf erzielte er für Fortuna Düsseldorf nur vier Treffer.

Ähnlich groß scheint die Diskrepanz bei Gekas derzeit zwischen Hin- und Rückrunde zu sein. Kurz vor Weihnachten erzielte der 30-Jährige gegen Borussia Dortmund seinen 14. Saisontreffer und stellte den umjubelten Sieg gegen Tabellenführer sicher.

Vom Europa-League-Anwärter zum Abstiegskandidat

Doch Gekas' Lauf überdeckte, in welchem Maß die Mannschaft von seinen Toren abhängig war. Seit der Grieche nicht mehr trifft, geht es steil bergab.

Nach nur einem Punkt und 0:13 Toren aus den letzten sieben Spielen ist aus dem Europa-League-Anwärter ein Abstiegskandidat geworden.

Andersen tut sich schwer, Gründe für den Absturz zu finden. "Ich weiß nicht, wie so was passieren kann. Ich habe die Eintracht in der Vorrunde gesehen. Das ist es gut gelaufen", erklärte der 48-Jährige.

Trainer Michael Skibbe vermutete gar höhere Mächte hinter der Torkrise: "Im Moment ist es bei uns vor dem Tor wie verhext."

Negativrekord von Tasmania Berlin eingestellt

Sollte der Bann anhalten, könnte die Torlos-Serie der Eintracht zweifelhafte Meriten einbringen.

Denn durch das siebte Spiel in Folge ohne Treffer schlossen die Hessen in der Liste der Torverweigerer bereits zu Tasmania Berlin auf.

Nur drei Teams haben in der Bundesliga-Historie länger nicht getroffen. An der Spitze der unrühmlichen Liste steht der 1. FC Köln, der zwischen Dezember 2001 und Februar 2002 zehn Spiele ohne Tor blieb.

Doch soweit will es die Eintracht nicht kommen lassen. Im Abstiegs-Derby gegen Kaiserslautern am Wochenende soll die Wende her.

"Ich werde in dieser Woche versuchen herbeizureden, dass der Ball am nächsten Wochenende endlich ins Tor geht", sagte Skibbe: "Gegen Kaiserslautern muss der Knoten unbedingt platzen."

Andersen: "Eigentlich kann sich Gekas nur selber helfen"

Die Eintracht wird sich vor der wichtigen Partie in ein Trainingslager zurückziehen, Skibbe muss vor allem Gekas helfen, die Treffsicherheit der Hinrunde zurückzuerlangen.

"Der Trainer muss versuchen, ihn aufzubauen. Er muss versuchen, ihn positiv zu beeinflussen", erklärte Andersen: "Aber eigentlich kann er sich nur selber helfen, indem er ein Tor schießt."

Skibbe unter Druck

Denn ansonsten könnte auch für den Trainer die Situation ungemütlich werden.

Zwar erstickte Klubboss Heribert Bruchhagen bisher jede Trainerdiskussion im Keim und auch Andersen glaubt, dass der Verein "weiter zu Michael Skibbe stehen wird".

Doch bei einer Niederlage gegen den FCK würden die Pfälzer nach Punkten zu den Hessen aufschließen.

Die Fans beider Klubs pflegen seit Jahren eine große Rivalität. Die Stimmung in der Commerzbank-Arena dürfte kippen, sollte die Wende gegen die "Roten Teufel" nicht gelingen.

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