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Mitchell Langerak wechselte vor der Saison von Melbourne Victory zu Borussia Dortmund © imago

Beim Sieg gegen den FC Bayern hat BVB-Keeper Mitch Langerak seine Feuerprobe bestanden. Der nächste Einsatz könnte bald folgen.

Von Jakob Gajdzik und Matthias Becker

München - Den größten Ansturm erlebte er nach der Partie.

Als der Schlusspfiff beim beeindruckenden 3:1-Erfolg Borussia Dortmunds bei Bayern München ertönte, stürmte die gesamte BVB-Mannschaft inklusive Trainer Jürgen Klopp Richtung Mitchell Langerak.

Der 22 Jahre alte Torhüter hatte alle Hände voll zu tun, die gesammelten Gratulanten zu empfangen.

Dabei hatte er deutlich mehr Probleme als bei seinem Bundesliga-Debüt in den 90 Minuten zuvor.

Das absolvierte er allen Unkenrufen zum Trotz sehr souverän, die Mannschaft dankte es ihm.

"Wollen, dass sich Mitch an diesen besonderen Tag erinnert"

"Wir wollten, dass Mitch sich, wenn er in 40 Jahren auf seine Karriere zurückblickt, an diesen besonderen Tag erinnert", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp anschließend auf SPORT1-Nachfrage:

"Für ihn war es ein super Spiel, er hat das grandios geregelt."

Vergessen wird der Australier diese Partie wahrlich nicht.

Gegen das gefürchtete bajuwarische Offensiv-Quartett Robben, Ribery, Müller und Gomez agierte Langerak sicher und entschlossen, verhinderte zudem bei einer Großchance von Mario Gomez den Anschlusstreffer.

"Die Chance von Gomez hat dieser Langerak sehr stark gehalten", sagte sogar Bayern-Coach Louis van Gaal anschließend.

Nur zwei Partien seit Mai 2010

Dabei hätte Langerak einen größeren Kaltstart gar nicht erwischen können.

Bevor er im Sommer 2010 zum BVB gewechselt war, absolvierte der Australier sein letztes Spiel im Mai desselben Jahres. In seiner Heimat für Melbourne Victory.

Für die Schwarz-Gelben stand der 1,92 Meter große Torhüter seit seinem Transfer nur einmal zwischen den Pfosten.

Am 15. Februar in der Regionalliga West für die zweite Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach II (1:0). Das war's - bis zum Samstag.

[kaltura id="0_rg52qqdk" class="full_size" title="Der BVB ist obenauf"]

Mit Melbourne in Asiens Champions League

Doch die Verantwortlichen des BVB hatten nach der Knieverletzung der etatmäßigen Nummer eins Roman Weidenfeller großes Vertrauen in Langerak.

Den holten sie für 600.000 Euro von Melbourne Victory als Nachfolger der früheren Nummer zwei Marc Ziegler.

Mit Melbourne hatte Langerak 2009 die australische Landesmeisterschaft gewonnen und hechtete bereits in der asiatischen Champions League nach den Bällen.

In der Heimat gilt er als Nachfolger des aktuellen Nationaltorhüters Mark Schwarzer. In Dortmund könnte er mittelfristig den acht Jahre älteren Weidenfeller beerben.

"Einfach ein geiler Typ"

Dafür hat Langerak beim Debüt vor 69.000 Menschen im Stadion und unzähligen Millionen am Bildschirm reichlich Werbung in eigener Sache gemacht.

Das sah auch die Mannschaft so. "Er hat das überragend gemacht", lobte Kevin Großkreutz.

"Insgesamt hat er Sicherheit ausgestrahlt, war souverän", sagte Mats Hummels zu SPORT1 und fügte hinzu: "Wir haben uns für ihn gefreut, weil er einfach ein geiler Typ ist."

Keeper bleibt bescheiden

Der hoch-gelobte Sunnyboy gab die Blumen umgehend zurück: "Die Abwehr hat es mir sehr leicht gemacht."

Er gibt sich bescheiden, will möglichst schnell besser Deutsch lernen und wird keinen Stunk machen, wenn Weidenfeller zurückkehrt.

"Ich muss noch viel lernen", betonte der Youngster brav.

Dabei trat er am Samstag in die Fußstapfen großer Vorgänger.

Auch die einstigen BVB-Torhüter Eike Immel und "Teddy" de Beer, heute Torwarttrainer der Borussia, gaben ihr Bundesliga-Debüt gegen den FC Bayern. Immel 1978, de Beer acht Jahre später.

Danach etablierten sich beide im Dortmunder Tor als Nummer 1.

Weidenfeller droht Sperre

Immerhin der zweite Einsatz könnte für Langerak schon bald kommen - selbst wenn Weidenfeller bis zum Spiel am Freitag gegen Köln rechtzeitig fit wird.

Der Stammkeeper schleppt schon vier Gelbe Karten mit sich herum, die Sperre droht.

Aber um die Bundesligatauglichkeit ihres Kaltstarters machen sich die Dortmunder ohnehin keine Sorgen mehr.

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