vergrößernverkleinern
Torsten Frings gewann 2009 mit Werder Bremen den DFB-Pokal © getty

Werder holt mit der Brechstange aus einen wichtigen Zähler. Der Kapitän spricht über sein Karriereende, rudert aber zurück.

Bremen - Die Bremer Spieler jubelten ausgelassen, Last-Minute-Torschütze Sebastian Prödl formte ein Herz in Richtung seiner Freundin und Trainer Thomas Schaaf rannte in seiner Coaching-Zone auf und ab.

In den letzten zehn Minuten gegen Bayer Leverkusen packte Werder die Brechstange aus und erzielte nach 0:2-Rückstand noch den Ausgleich. 357686(DIASHOW: Tops und Flops 24. Spieltag)

Der Punkt war nicht nur wichtig für die Moral, er verhinderte auch das Abrutschen auf den Relegationsplatz.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch die Lage bleibt prekär.

Und ganz nebenbei machte der gelbgesperrte Torsten Frings mit Äußerungen über sein bevorstehendes Karriereende noch eine weitere Baustelle auf.

"Ich werde dieses Jahr 35, und ich hatte eine schöne Zeit. Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein", sagte Frings dem "NDR".

Allofs widerspricht - Frings rudert zurück

Doch Werder-Boss Klaus Allofs widersprach den Aussagen des Kapitäns umgehend. "Es ist alles offen, sonst hätte er uns das gesagt", sagte Allofs.

Und auch Frings ruderte am Sonntagabend zurück.

"Ich habe im Januar mit Thomas Schaaf und Klaus Allofs gesprochen, weil ich überlegt habe, im Sommer aufzuhören. Aber hundertprozentig fix ist da noch nichts", erklärte der Ex-Nationalspieler.

Kein Interesse an Angeboten anderen Angeboten

Angebote aus New York oder Katar kämen für ihn nicht in Frage, führte Frings weiter aus, er bleibe auf jeden Fall bei Werder, aber "in welcher Funktion, das wird noch besprochen."

Die Frage ist also, ob Frings noch ein Jahr auf dem Platz dran hängt, oder ob er eine andere Funktion im Verein übernehmen wird.

Der 34-Jährige wollte die Situation aber ohnehin nicht überbewerten. "Im Moment gibt es wichtigere Dinge als so etwas", beschrieb Frings die Lage ziemlich zutreffend.

Prödl: "Gefühlter Sieg"

Im Kampf um den Verbleib in der Liga muss die Mannschaft sämtliche Kräfte bündeln und kann keine Störfeuer gebrauchen. Beim 2:2 gegen die Werkself demonstrierte Werder immerhin großen Willen.

Daher sprach Torschütze Prödl auch von einem "gefühlten Sieg".

Offensichtlich wurde auch, dass Werder sich endgültig vom typischen Offensivfeuerwerk abgewendet hat und im Abstiegskampf auf rustikalen Fußball setzt.

"Wir haben im Moment nicht gerade die Phase, den Ball einfach laufen zu lassen. Derzeit geht es am besten mit einfachem Spiel", erklärte der Werder-Coach Thomas Schaaf die Maßnahmen.

Auch Allofs freute sich darüber, dass die Spieler die Brechstange herausholten und den einen Zähler erzwangen. "Dieser Punktgewinn bringt die Mannschaft noch enger zusammen", erklärte der 54-Jährige.

Heynckes: "Wir waren nicht cool genug"

Während die Bremer dem Teilerfolg Positives abgewinnen konnten, waren die Leverkusener bedient.

"Mich kotzt das richtig an. Wir spielen hier Bundesliga und nicht Bezirksliga", schimpfte der Bayer-Schlussmann Rene Adler.

Sein Trainer Jupp Heynckes wählte bezüglich des gleichen Problems wohlgesetztere Worte: "Leider fehlte uns in den letzten zehn Minuten die Cleverness, wir waren nicht cool genug."

Durch die Punkteilung in Bremen bleiben die Bayern mit vier und Hannover mit zwei Punkten Rückstand auf Schlagdistanz im Rennen um die direkte Champions-League-Qualifikation.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel