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Kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten im November 2009 sagte er beim Besuch eines Fanclubs über seine Anreise: "Die Fahrt hierher war gemütlich, nur auf der Autobahn kam  plötzlich einer von hinten mit Lichthupe angerast. Ich denke mir:  Was ist das denn für ein Irrer? Er donnert vorbei - war's der  Schweini." Bastian Schweinsteiger war in gleicher Richtung auf dem Weg zu einem Fanclub in Inzell
Uli Hoeneß wechselte 2009 vom Manager-Job ins Präsidentenamt des FCB © imago

Der Bayern-Präsident ist empört über den Fan-Aufstand gegen Manuel Neuer - und will sich nicht von ihm beeinflussen lassen.

Von Nikolai Kube und Martin Hoffmann

München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist ins Mark getroffen von den Anfeindungen gegen Schalke-Keeper Manuel Neuer im DFB-Pokal (359409Bilder).

"Das war zum ersten Mal seit langen, langen Jahren, dass ein Gast hier so katastrophal behandelt wurde. Das ist nicht mein Bayern München", zeigte sich Hoeneß in der "tz" über die eigenen Fans schockiert.

Und weiter: "Das hat mir unheimlich weh getan. Am liebsten wäre ich während des Spiels herunter gelaufen und hätte mir das Mikrophon in die Hand genommen."

"Ich finde es bodenlos"

Bayern Münchens Präsident entschuldigte sich nach dem Spiel beim Schalker Keeper:

"Es war ja nur ein kleiner Teil unserer Fans - aber ihr Verhalten fand ich katastrophal! Manuel Neuer hat uns überhaupt nichts getan. Ich finde es bodenlos, wenn man sich hier in unserer Stadt einem Gast gegenüber so verhält."

Schalkes Nationaltorhüter, momentan in Spekulationen um einen Wechsel zum Rekordmeister verwickelt, wurde beim DFB-Pokalspiel in München mit Pfiffen, abweisenden Plakaten und nach ihm geworfenen Gegenständen empfangen (Das sagen die SPORT1-User).

Hoeneß will sich nicht beeinflussen lassen

Neuer stößt bei einem harten Kern der Bayern-Fanschar in der Südkurve auf Ablehnung, die sich vor allem auf seine lebenslange Verbindung zu Schalke und der dortigen Fanszene gründet (KOLUMNE: Bayerns Neuer Klinsmann).

Und die Neuer 2009 verstärkte, indem er nach einem Auswärtssieg Schalkes in München mit der Eckfahne jubelte wie Oliver Kahn nach der Bayern-Meisterschaft 2001 zu Lasten der Gelsenkirchener.

[kaltura id="0_3k4ztzxo" class="full_size" title="Neuer Hoene hat sich entschuldigt "]

Hoeneß verneint aber entschieden die Frage, ob sich der Klub sich von dieser Ablehnung beeinflussen lasse: "Nein! Wir entscheiden nach sportlichen Kriterien und sonst gar nichts!"

Neuer habe sich "gar nichts zuschulden kommen lassen, außer der beste Torwart der Welt zu sein".

Kritik auch von Lahm

Kritik an den Neuer-Feinden im eigenen Anhang kommt auch von Kapitän Philipp Lahm: "Die Fans haben ihre Meinung und die dürfen sie öffentlich kundtun. Aber Beschimpfungen sind immer negativ, das macht man nicht."

"Ein bisschen überrascht", zeigte sich Bundestrainer Joachim Löw über die Unmutsbekundungen gegen Neuer.

Sie träfen einen Mann, "der sich in seinem Sportlerleben bisher immer absolut fair verhalten" habe: "Ich würde mir wünschen, dass sich die Fans da neutraler verhalten, weil Manuel ein großartiger Torhüter und auch ein großartiger Mensch ist."

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