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Michael Rensing wurde bei den Bayern unter Klinsmann von Routinier Jörg Butt verdrängt © imago

Der Torhüter steht symbolisch für den Kölner Aufschwung. Vor dem BVB-Spiel lässt er sich bei SPORT1 zu einer Kampfansage hinreißen.

Von Nikolai Kube und Tobias Hlusiak

München - Die Fans des 1. FC Köln haben wieder etwas zu lachen.

Pünktlich zum Karneval.

In den sieben Spielen der Rückrunde holten die "Geißböcke" 14 Punkte - nur Tabellenführer Dortmund war noch besser (15). Nun kommt es zum direkten Duell (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER).

"Wir werden versuchen, aus unserer Außenseiterrolle etwas zu machen", sagt FC-Trainer Frank Schaefer.

Gegen die starke BVB-Offensive um Lucas Barrios besonders wichtig: ein starker Torhüter.

Rensing überzeugt

Nach dem hat der FC in der Winterpause gesucht. Gefunden haben sie Ex-Bayern-Keeper Michael Rensing, der bereits in der Versenkung verschwunden war.

Der FC ging das Risiko ein, verpflichtete den arbeitslosen Torhüter. Und Rensing zahlt das Vertrauen mit starken Leistungen zurück.

"Es war absolut die richtige Entscheidung nach Köln zu kommen", sagt der mittlerweile 26-Jährige.

"Wir können in Dortmund etwas holen!"

Die Vorfreude auf die Partie beim Bundesliga-Primus ist riesig.

"Es ist natürlich ein besonderes Spiel. Ich werde mich über mangelnde Arbeit sicherlich nicht beklagen können", vermutet Rensing auf Nachfrage von SPORT1. Der BVB stellt mit 52 Saisontore die beste Offensive der Liga.

Wie sein Trainer glaubt aber auch der frühere Münchner daran, dass die Erfolgsserie der Kölner anhält. Rensing: "Wir können in Dortmund etwas holen!"

Rensing adelt Podolski und Novakovic

Auch, weil sich mit Lukas Podolski und Milevoje Novakovic zwei weitere FC-Spieler in absoluter Topform befinden.

Ersterer schoss die Kölner mit seinem Zaubertor kurz vor Schluss gegen den SC Freiburg (1:0) am vergangenen Spieltag zum fünften Heimsieg in Folge. 357096(DIASHOW: Der 24. Spieltag)

"Poldi und Nova sind sehr stark. Ich glaube, dass die beiden im Ranking der Sturmduos der Bundesliga ganz vorne mit dabei sind", adelt Rensing das Sturmduo.

[kaltura id="0_gy9wb6bh" class="full_size" title=" K ln kommt ohne Pappnasen "]

Sechsmal traf Podolski bereits in der Rückrunde, zehnmal schon an den bisherigen 24 Spieltagen - und damit so oft wie nie zuvor. Der Nationalstürmer jagt seinen Bundesliga-Rekord aus der Saison 2005/06 (12 Tore).

"Die Lage ist trügerisch"

Sportdirektor Volker Finke sagt: "Poldi hat eine Qualität, die man nicht erlernen kann."

Euphorie beim FC. Doch ein Blick auf die Tabelle zeigt: Köln trennen nur fünf Punkte vom Relegationsplatz 16. Der Klassenerhalt ist keineswegs gesichert. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Rensing ist sich dessen bewusst: "Die Lage ist gefährlich und trügerisch. Wir müssen weitere Punkte sammeln um den FC so früh wie möglich zu retten."

Geromel fällt aus

Ob dies beim BVB gelingen wird, ist fraglich. Zumal die Gäste auf die verletzten Pedro Geromel (Faserriss), Christopher Schorch (Sehnenriss im Oberschenkel), Adam Matuschyk (Bänderriss) und Kevin McKenna (Rückenprobleme) verzichten müssen.

Auch für Slawomir Peszko kommt ein Einsatz noch nicht in Frage. "Es hat sich herausgestellt, dass er doch noch Flüssigkeit im Muskel hat", erklärt Schaefer.

Außerdem befindet sich der BVB weiter in bestechender Form.

Jüngstes Opfer: Der FC Bayern. Den Münchnern wurden am vergangenen Wochenende in der Allianz-Arena (1:3) die Grenzen aufgezeigt.

M-Wort nicht mehr tabu

Rensing erinnert sich: "Das Spiel war beeindruckend. Sie haben absolut verdient gewonnen. Wenn nicht Weihnachten und Ostern in diesem Jahr auf einen Tag fallen, wird Dortmund auch Deutscher Meister."

Das M-Wort - nicht nur Kölns Torhüter nimmt es in den Mund. Seit Samstag auch die BVB-Verantwortlichen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sebastian Kehl hatten sich erstmals aus der Deckung gewagt.

Nicht so Jürgen Klopp. Der BVB-Trainer kristallisiert sich in diesen Tagen als Spaßbremse heraus und warnt davor, Köln zu unterschätzen, auch wenn der FC das schlechteste Auswärtsteam der Liga ist.

"Ich glaube nicht, dass der FC mit Pappnasen auflaufen wird. Wir müssen arbeiten wie die Stiere, um diesen wirklich guten Gegner zu bezwingen", sagt Klopp.

Klopp vor Jubiläum

Siegt die Borussia allerdings erneut, dürfte der Coach ein Jubiläum feiern, es wäre der 50. Bundesliga-Erfolg für ihn mit dem BVB.

"Das Spiel wird der gewinnen, der die größte Gier entwickelt", ist sich Klopp sicher.

Einer, der die Sternstunde von München verletzt verpasste, wird besonders gierig sein: Torhüter Roman Wiedenfeller kehrt nach seiner Knieverletzung zwischen die Pfosten zurück.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Götze, Großkreutz - Barrios

1. FC Köln: Rensing - Brecko, Mohamad, Pezzoni, Eichner - Lanig, Petit - Jajalo, Podolski, Clemens - Novakovic

Schiedsrichter: Günter Perl

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