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Kennen sich seit Jahren: Reiner Calmund (l.) und Leverkusens Coach Jupp Heynckes © imago

Die Zukunft von Trainer Heynckes bleibt offen. Reiner Calmund macht Bayer bei SPORT1 Mut, spricht aber auch Fallstricke an.

Von Mathias Frohnapfel

München - Jupp Heynckes und Bayer Leverkusen, das ist eine Verbindung, die passt.

Mit Heynckes hat die Werkself in der Vorsaison einen Europa-League-Platz erobert, jetzt ist Bayer als Tabellenzweiter auf dem Weg in die Champions League. (DATENCENTER: Bundesliga)

Und der Klub hofft, dass Heynckes die Mannschaft auch in der nächsten Saison lenken wird. Doch der 65-Jährige lässt die Leverkusener noch zappeln.

Auch vor der Partie gegen Wolfsburg (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) bleibt dieses Thema ungeklärt.

Calmund sieht "absolute Bereitschaft"

Gleichwohl ist Reiner Calmund überzeugt, dass Heynckes in Leverkusen bleibt.

Im Gespräch mit SPORT1 versichert der langjährige Strippenzieher des Klubs die "absolute Bereitschaft" von Heynckes, am Rhein zu verlängern.

Das nicht ungetrübte Verhältnis zwischen Michael Ballack und dem Bayer-Trainer werde bei der Entscheidung allerdings nicht das Zünglein an der Waage spielen.

Bayer steht hinter Ballack-Entscheidung

Ballack musste sich zuletzt nur mit der Jokerrolle abfinden - und fehlt auch beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg auf eigenen Wunsch im Kader. Stattdessen absolviert er Einzeltraining.

Calmund verteidigt Heynckes' Personalmaßnahme in der Causa Ballck:

"Jupp hat da seine Vorstellungen umgesetzt. Er spürt, dass ihn die Verantwortlichen des Vereins bei seiner Entscheidung unterstützen", meint der Ex-Bayer-Manager .

"Heynckes hat eine Verantwortung gegenüber dem Spieler, aber auch dem Verein und den Fans. Er muss Ergebnisse einfahren", erläutert er die Zwickmühle, in der Heynckes gegenüber dem wiedergenesenen Ballack steckt.

Ballacks Einsatz war auch vor seinem Verzicht schon unwahrscheinlich. Und das obwohl Joachim Löw sein Kommen angesagt hat. "Ich richte meine Taktik nicht nach dem Erscheinen des Bundestrainers aus", sagte Heynckes dazu unmissverständlich am Freitag.

Hoffnung für Ballack

Gleichwohl macht Calmund dem "Capitano" aber Hoffnung: "Wenn Ballack gesund ist und seine alte Form bekommt, wird er auch wieder Stammspieler bei Bayer und in der Nationalmannschaft werden", befindet Calmund.

Andererseits sei das Medienspektakel normal, wenn so "ein außergewöhnlicher Star wie Ballack" auf der Bank sitze.

Lösen lasse sich die Problematik erst, wenn der Nationalelf-Kapitän wieder in bester Verfassung sei.

Die körperliche Fitness scheint auch der einzige Grund zu sein, der Heynckes von einer Vertragsverlängerung abhalten könnte.

"Es geht nicht um Geld"

Der Leverkusener Chefcoach macht sich wohl Gedanken darüber, wie er künftig mit den Belastungen als Bundesliga-Trainer und den vielen Reisen in den englischen Wochen umgehen wird.

Man muss kein Wissenschaftler sein, um festzustellen, dass sich die Akkus mit Mitte 60 eben langsamer aufladen als Mitte 40.

"Es geht nicht um Geld", erklärt Calmund zum Thema überzeugt.

Holzhäuser lässt Heynckes Zeit

Ähnlich äußerte sich Calmund vor kurzem bereits auf "Sky" - was Heynckes nicht sonderlich behagte. "Ich habe nichts Vertrauliches weitergeben", beteuert Calmund indes.

Heynckes selbst betont, dass in Sachen Vertragsverlängerung allein er Herr des Verfahrens ist.

"Ich bin dem 'Calli' nicht böse. Meine Tendenz ist unverändert. Aber über meine Zukunft entscheide noch immer nur ich", sagte er der "Bild".

Klub-Boss Wolfgang Holzhäuser gesteht ihm diese Nachdenkphase auch zu: "Einen Jupp Heynckes setzen wir nicht unter Druck. Wir sind überzeugt, dass er weitermacht. Aber es braucht noch etwas Zeit."

Wiedersehen mit Helmes

Für Heynckes geht es im Moment nach dem schmerzlichen 2:2 in Bremen darum, sein Team für die "Königsklasse" zu positionieren. In Wolfsburg soll der nächste Schritt folgen.

Dabei soll aus Leverkusener Sicht auch Patrick Helmes nicht dazwischenfunken, der in der Winterpause mit Groll von Leverkusen zum VfL gewechselt ist.

Calmund hofft aus alter Verbundenheit auf Leverkusens Durchmarsch in die Champions League und prophezeit:

"Wenn Bayer Zweiter würde vor Bayern München, könnten sie das feiern wie eine Meisterschaft. Sie liegen auf Kurs mit einem Umbruch in der Mannschaft mit vielen jungen Spielern."

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