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Thomas Schaaf (l) ist seit 1978 als Spieler und Trainer bei Werder Bremen aktiv © imago

Vor dem Gastspiel in Freiburg äußert sich Werder-Coach Thomas Schaaf zur Zukunft. Der HSV will im Rennen um Europa bleiben.

Hamburg - Auch in der größten Krise seit Jahren denkt Trainer Thomas Schaaf bei Werder Bremen nicht an Rücktritt.

Im Gegenteil: Der 49-Jährige will auch in der nächsten Saison Coach bei den Hanseaten bleiben. "Ich werde meinen Vertrag erfüllen. Es gibt für mich keinen Grund, die Dinge anders zu sehen. Ich bin sehr gern bei Werder, lebe sehr gern in Bremen und identifiziere mich voll mit dem Verein", sagte Schaaf der "Bild am Sonntag".

Sein Vertrag läuft bis 2012.

Wenn es zu einer vorzeitigen Trennung von Werder kommen sollte, müsste die Klubführung diese Entscheidung treffen.

"Dann gehe ich sofort"

"Es gibt eine klare Verständigung zwischen der Geschäftsführung und mir. Ich habe gesagt: Wenn ihr der Meinung seid, dass ich nicht mehr der richtige Trainer bin, dann wartet nicht eine Sekunde, sondern sagt es mir. Dann gehe ich sofort. Aber das ist bisher nicht passiert", berichtet Schaaf.

Nach sechs Begegnungen in Folge ohne Sieg stehen die Hanseaten vor dem Spiel beim SC Freiburg (ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER) auf Tabellenplatz 17.

Bei den Badenern soll endlich wieder ein ersehnter Dreier herausspringen.

Sollte es erneut nicht klappen, droht Werder der Totalabsturz.

Allofs hofft weiter

"Angst sollte man nie haben. Wir gehen davon aus, dass wir am Sonntag punkten werden", gibt sich Bremens Sportdirektor Klaus Allofs optimistisch.

Er hofft, dass die erfolgreiche Aufholjagd beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende neue Kräfte freigesetzt hat.

"Wir haben jetzt mehr Selbstvertrauen, die Mannschaft hat als Gruppe zusammengefunden. Unser Optimismus ist begründet."

Auch Schaaf setzt auf den Leverkusen-Effekt. "Ich hoffe, dass wir dieses positive Erlebnis mit nach Freiburg nehmen können. Die Stimmung ist gefühlt schon ein bisschen besser. Man merkt, dass die Mannschaft gewillt ist", sagt der Coach.

HSV kämpft um Europacup

Auch beim Hamburger SV steht derzeit der Trainer im Mittelpunkt.

"Wir spielen wirklich noch Fußball, auch wenn das keiner glauben kann", sagt Trainer Armin Veh vor der Partie am Sonntag gegen den FSV Mainz 05 (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) und ringt sich ein Lächeln ab.

Es geht um viel. Der Tabellensiebte empfängt den Fünften des Klassements und kann mit einem Sieg zu den Europapokalrängen aufschließen.

Sportlich befindet sich der HSV seit Beginn der Rückrunde im Aufwind. In der öffentlichen Wahrnehmung geht dies jedoch fast unter.

Diskussionen um Hoffmann

Momentan ist das Hickhack um eine Vertragsverlängerung des Klubchefs Bernd Hoffmann das große Thema in der Hansestadt.

Zuvor waren es in ungeordneter Reihenfolge die Posse um die am Ende gescheiterte Verpflichtung von Matthias Sammer und das winterliche Wechseltheater um Ruud van Nistelrooy.

Das Engagement des künftigen Sportchefs Frank Arnesen und die Rolle des derzeitigen Managers Bastian Reinhardt kamen noch hinzu.

Auch Vehs Zukunft bei den Hamburgern ist weiter ungewiss. Erst in den kommenden Wochen soll verkündet werden, ob Coach oder Verein optionsgemäß zum 31. Mai aus dem bis 2012 laufenden Vertrag aussteigen.

Mannschaft trotzt Unruhen

Derzeit sieht es nach einer Trennung aus. Als Vehs Nachfolger wird bereits der ehemalige Hoffenheimer Ralf Rangnick gehandelt. Aber auch Arnesen soll für die kommende Spielzeit seine Vorstellungen haben.

Ein Ende der Unruhe ist also nicht abzusehen. Die Mannschaft reagiert auf den ganzen Wirbel erstaunlich erfolgreich.

Einzig bei der 0:1-Pleite im Stadtderby gegen den FC St. Pauli leistete man sich einen unverzeihlichen Ausrutscher.

Veh mit Kampfgeist

Dazu gab es ein Remis, die Niederlage beim 1. FC Nürnberg aber eben auch stattliche vier Siege.

Das Saisonziel "Europa" ist wieder greifbar. "Wir wollen unter die ersten Fünf kommen. Die Unruhen haben uns zusammengeschweißt", sagt Stürmer Mladen Petric.

Auch Veh gibt sich allen Widrigkeiten zum Trotz kämpferisch. "Gegen Mainz wollen wir unbedingt gewinnen. Es soll am Ende nicht heißen: Immer wenn wir oben dran sind, sind wir wieder weg", sagt der Trainer.

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