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Nord-Derby Werder Bremen vs. Hamburger SV
Ivica Olic (r.) und Werder-Keeper Tim Wiese können mittlerweile über die Szene schmunzeln © imago

Hamburg empfängt Bremen zum 167. Nordderby. Das Horrorfoul von Wiese soll keine Rolle mehr spielen. Überflügelt Werder den HSV?

Von Tobias Schneider

Hamburg - Die Aufregung nach dem letzten Nordderby zwischen Hamburg und Bremen war immens.

Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer sprach von einem "Mordversuch", als Werder-Keeper Tim Wiese aus dem Kasten stürmte und Ivica Olic in Bruce-Lee-Manier niederstreckte.

HSV-Anhänger erstatteten sogar Strafanzeige - wegen versuchten Totschlags.

Gute sechs Monate später haben sich die Wogen wieder geglättet, die beiden Protagonisten haben die Differenzen ausgeräumt und sich versöhnt.

Auch die Polizei hat sämtliche Ermittlungen längst eingestellt.

Olic ist sichtlich bemüht, das Kung-Fu-Foul vor dem Derby (Sonntag, ab 16.30 Uhr LIVE) nicht in den Mittelpunkt zu stellen.

"Die Sache ist abgehakt"

"Ich kann nur an unsere Fans appellieren, dass sie das Foul einfach vergessen. Die Sache ist endgültig abgehakt", sagte Olic in der "Sport Bild" und Wiese stimmte in den Schmusekurs mit ein:

"Ich wollte raus, unbedingt an den Ball. Kurz danach war mir klar: Da hätte auch so viel Schlimmes passieren können. Gott sei Dank ist nichts passiert."

Überholt Bremen den HSV?

An Brisanz verliert das 167. Nordderby trotzdem nichts, wenn Werder Bremen zum Abschluss des 14. Spieltags beim Hamburger SV gastiert.

Die stark in die Saison gestarteten Hamburger haben in den vergangenen Spielen Federn lassen müssen, Bremen befindet sich nach dem Stotterstart dagegen im Aufwind.

Werder, mit 20 Punkten auf Platz sieben gelegen, könnte bei einem Sieg den HSV (23) in der Tabelle sogar überholen - dank des besseren Torverhältnisses.

Nur Petric überzeugt

Die Shoppingtour zu Saisonbeginn, als der HSV rund 30 Millionen Euro in neue Spieler investierte, hat sich noch nicht bezahlt gemacht:

Thiago Neves, als möglicher van-der-Vaart-Nachfolger verpflichtet, ist bislang die größte Enttäuschung.

Innenverteidiger Alex Silva gewöhnt sich langsam an die Bundesliga-Luft, Marcell Jansen kommt nach überstandener Verletzungspause allmählich wieder in Tritt.

"Wir spielen oft noch mit den selben Spielern wie vor einem Jahr, nur Petric anstelle von van der Vaart", konstatiert HSV-Coach Martin Jol.

Von einer Spitzenmannschaft ist der HSV noch weit entfernt.

Werder im Aufschwung

Während die Formkurve des HSV nach unten zeigt (nur zwei der letzten sieben Spielen wurden gewonnen) befreit sich Bremen langsam aus seiner Krise.

Die Ergebnisse stimmen, die spielerischen Darbietungen lassen aber noch zu wünschen übrig.

"Wir sind auf dem Weg, uns zu stabilisieren", beschreibt Kapitän Frank Baumann den Status quo.

Niemeyer in Startformation?

Gegen Hamburg könnte Peter Niemeyer seine sportliche Auferstehung feiern. Lange Zeit war der verletzungsanfällige Defensiv-Allrounder bei Bremen in der Versenkung verschwunden, in dieser Saison bringt es der 25-Jährige nur auf 13 Bundesliga-Minuten.

Die etatmäßigen Außenverteidiger Clemens Fritz und Sebastian Boenisch sind nicht nur angeschlagen, sondern haben auch sportlich die Erwartungen in dieser Spielzeit nicht erfüllt.

Sebastian Prödl, beim Sieg gegen Köln von den eigenen Fans gnadenlos ausgepfiffen, bekommt eine Auszeit.

Grün-Weißer Luxusbus

Rechtzeitig zum Derby-Kracher gegen den HSV hat Bremen einen weiteren Neuzugang präsentiert. Keinen Spieler, sondern einen neuen Mannschaftsbus. 400.000 Euro ließ sich Werder das Luxusgefährt kosten.

"Unser alter Bus ist uns zu klein geworden. Wir haben uns nun deutlich verbessert", sagt Baumann.

Tore schießen müssen die Werder-Profis aber immer noch selbst.

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