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Bayer-Brasilianer Renato Augusto bejubelt seinen sechsten Saisontreffer © getty

Gegen zahnlose "Wölfe" lässt Leverkusen nichts anbrennen und stellt schon vor der Pause die Weichen auf Sieg.

Leverkusen - Auch ohne DFB-Kapitän Michael Ballack im Kader nimmt Bayer Leverkusen weiter Kurs auf die Champions League.

Der Werksklub behauptete durch ein 3:0 (3:0) gegen den abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg den zweiten Tabellenplatz, der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund beträgt allerdings weiter zwölf Punkte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Mittelfeldspieler Lars Bender (21.) und Renato Augusto (29.) sowie Stürmer Stefan Kießling (45.+1) schossen die Gastgeber schon in der ersten Halbzeit auf die Siegerstraße 360390(DIASHOW: Der 25. Spieltag).

Der Vorsprung auf Rekordmeister Bayern München (1:3 in Hannover) wurde dadurch auf sieben Punkte vergrößert.

Helmes kaum zu sehen

"Wir haben eine große Chance wahrgenommen, den zweiten Tabellenplatz zu festigen", resümierte Bayer-Trainer Jupp Heynckes.

"In der ersten Halbzeit haben wir das in großartiger Manier gemacht. Wir waren gut organisiert und diszipliniert und haben nichts anbrennen lassen. Und wenn wir nach vorn stoßen, können wir auch immer ein Tor erzielen", so der 65-Jährige weiter.

Die Wölfe zeigten eine vor allem in der Defensive erschreckende Leistung und stecken nach der dritten Auswärtspleite in Folge mit nur 26 Zählern mitten im Abstiegsstrudel.

"Keine gute Leistung"

"Wenn es zur Halbzeit 3:0 steht, ist es natürlich keine gute Leistung von uns. Wir haben gut begonnen, aber unser Problem war, dass bei Leverkusen jeder Schuss ein Treffer war", haderte VfL-Profi Sascha Riether bei "LIGA total!".

"Was will man da machen. So ist es halt, wenn Du unten drinstehst."

Der frühere Leverkusener Patrick Helmes, der von VfL-Coach Pierre Littbarski in der ersten Halbzeit als einzige Spitze aufgeboten wurde, blieb blass und konnte die Bayer-Abwehr unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw kaum in Verlegenheit bringen.

Ballack verzichtet

Schon nach 45 Minuten wurde der Stürmer folgerichtig ausgewechselt.

Im Mittelpunkt des Interesses stand am Samstagabend allerdings der abwesende Ballack.

Der 34 Jahre alte Nationalmannschaftskapitän stand auf eigenen Wunsch nicht im Kader.

"Capitano" im "Teufelskreis"

Stattdessen hielt der Mittelfeldspieler, der bislang vergeblich um einen Stammplatz im Team von Trainer Jupp Heynckes kämpft, am Vormittag ein Einzeltraining ab, um an seinen Defiziten zu arbeiten.

"Das kann ich nicht kommentieren, weil ich die genauen Hintergründe nicht kenne. Ich werde sicherlich mit ihm in den nächsten Tagen sprechen", sagte Löw bei "Sky".

Bayer-Sportchef Rudi Völler ergänzte: "Es kann ja keiner was dafür, dass er zwei schwere Verletzungen in kurzer Zeit hatte. Natürlich braucht er Spielpraxis, aber die kann ihm der Trainer nicht geben. Das ist ein Teufelskreis. Wir brauchen ja einen Ballack in Topform, um unsere Ziele zu erreichen."

Bayer ohne Vidal

Die Nichtberücksichtigung für das Duell mit den "Wölfen" fand laut offizieller Darstellung in Absprache mit Heynckes statt.

"Natürlich brauchen wir ihn, ist er ein Gewinn für die Mannschaft - wenn er fit ist", stellte der Trainer klar.

Aufgrund des Ausfalls des Chilenen Arturo Vidal (Gelb-Rote Karte) hatte sich Routinier Ballack Hoffnungen gemacht, wieder in der Anfangsformation zu stehen.

Ballack braucht Zeit

Der langjährige England-Legionär muss sich seit Jahresanfang mit der Rolle als Ergänzungsspieler bei Bayer begnügen, obwohl er seine letzte schwere Verletzung (Bruch des Schienbeinköpfchens) längst auskuriert hat.

Heynckes wies immer darauf hin, dass der 98-malige Nationalspieler noch Zeit brauche, um seine Fitness und Form wiederzuerlangen.

Am Samstag sagte er, Ballack fühle sich derzeit nicht wertvoll genug für die Startelf.

Zwei Treffer in acht Minuten

Auch ohne Ballack wurde der Sieg gegen Wolfsburg eingefahren. In der 21. Minute überraschte Bender, der neben Kapitän Simon Rolfes im defensiven Mittelfeld spielte, VfL-Torwart Diego Benaglio mit einem Flachschuss aus 16 Metern.

Drei Minuten später entschärfte der Schweizer Keeper einen Volleyschuss von Gonzalo Castro. Dem Brasilianer Renato Augusto war es dann in der 29. Minute vorbehalten, ebenfalls per Flachschuss auf 2:0 zu erhöhen.

Kießling verwertete eine Vorarbeit von Castro zum dritten Tor. "Nach dem 0:1 war Wolfsburg nicht mehr auf dem Platz", konstatierte Löw.

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