vergrößernverkleinern
Jürgen Klopp bestritt 325 Zweitliga-Spiele für den FSV Mainz 05 © imago

Im Sport1.de-Interview spricht Jürgen Klopp über Lukas Podolski, Neven Subotic, den BVB-Leistungsstand und seinen Schiedsrichter-Ärger.

Von Martin Hoffmann

München - Jürgen Klopp beackert im Moment eine Menge Fronten gleichzeitig.

Der Ärger um seine Konfrontation mit Schiedsrichter Dr. Jochen Drees, der Trubel um das Gerücht, er wolle Lukas Podolski in den Pott holen, dazu noch die Krise von Dortmunds Top-Stürmer Alex Frei - der BVB-Coach kommt kaum zu Ruhe.

Dabei geht öfters mal unter, dass seine Mannschaft sportlich voll auf Kurs ist und als Sechster an den UEFA-Cup-Rängen schnuppert - ein Quantensprung im Vergleich zur verkorksten Vorsaison.

Im Interview mit Sport1.de spricht Klopp über die sportliche Situation in Dortmund, seinen Überflieger Neven Subotic, Lukas Podolski. Dazu verrät er, wie er künftig mit den Schiedsrichtern umgehen will.

Sport1.de: Herr Klopp, vor der Saison haben Sie bei uns erklärt, dass Ihr Engagement in Dortmund "eine ganz besondere Kiste" zu sein scheint. Ist denn Ihre Identifikation inzwischen schon genauso weit fortgeschritten wie die mit Mainz?

Jürgen Klopp: Das kann man nicht vergleichen. 18 Jahre Mainz sind 18 Jahre Mainz, und das kann man schwer toppen. Aber ich bin in Dortmund sensationell aufgenommen worden. Man vertraut mir und meinem Trainerteam, und entsprechenden Spaß habe ich dort. Ich kann mir im Moment nichts Schöneres vorstellen.

Sport1.de: Im Moment läuft es auch gut für Ihr Team. Ist das über Ihren Erwartungen?

Klopp: Wir haben den einen oder anderen Punkt liegengelassen, aber der aktuelle ist ordentlich. Ich würde aber auch nicht sagen, dass alles schlecht wäre, wenn wir jetzt nicht dort stehen würden. Wir wissen: Die Liga ist gerade im oberen Bereich äußerst stark. Da haben wir uns gut eingeordnet, obwohl wir nicht die besten Voraussetzungen haben. Aber noch haben wir nichts erreicht. Wo die Reise am Ende hingeht, weiß noch kein Mensch.

Sport1.de: In der vergangenen Saison war die Defensive mit 62 Gegentoren die große Schwachstelle. Im Moment ist die Quote besser, Sie haben weniger Treffer kassiert als Bayern und Hoffenheim...

Klopp: Nun ja, vor ein paar Wochen wurde ich noch damit konfrontiert, dass der Wert nur geringfügig besser war als letzte Saison - jetzt sieht es durch die wenigen Gegentreffer in den jüngsten drei Spielen wieder freundlicher aus.

Sport1.de: Was hat sich denn im Vergleich zur Vorsaison verbessert?

Klopp: Worauf es ankommt ist, dass die ganze Mannschaft sicherer geworden ist im Defensivspiel. Allerdings erkennt man durchaus auch noch Fehlverhalten in der einen oder anderen Situation, der Prozess ist also längst nicht abgeschlossen. Am liebsten wäre es mir natürlich, wir kassierten gar keine Gegentore mehr. Aber ich muss wohl akzeptieren, dass das nicht hinhaut.

Sport1.de: Der Dortmunder Verteidiger, auf den sich alle Blicke richten, ist Neven Subotic (Spielerporträt). Er gilt als Ihr Ziehsohn. Wie haben Sie ihn denn seinerzeit in Mainz entdeckt?

Klopp: Sein Berater hat ihn nach Europa geschickt, wo er sich mehreren Vereinen vorgestellt hat. Als er dann bei uns mittrainiert hat, habe ich nach fünf Minuten gesagt, dass er nicht weiterreisen muss. Er hat sich seitdem stetig weiterentwickelt und sich von der Jugend zur festen Größe in der ersten Mannschaft hochgearbeitet - und die Entwicklung ging in Dortmund nahtlos weiter. Dazu hat beigetragen, dass ich Neven viel Vertrauen geschenkt habe, aber der Rest ist Talent und Charakter - und von beidem hat er eine Menge.

Lesen Sie im zweiten Teil, was Klopp zu Subotics verhinderter DFB-Karriere und zu Bayern-Stürmer Lukas Podolski zu sagen hat.

Diskutieren Sie im Forum!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel