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Die Spieler von Hannover 96 bejubeln Konstantin Rauschs Treffer gegen die Bayern © imago

Nach dem Erfolg gegen die Bayern rückt die Champions League für Hannover immer näher. Eine einfache Taktik ist Basis des Erfolgs.

Hannover - Der AC Mailand war schon da. Der FC Arsenal auch. Sogar Real Madrid.

Zumindest in der Saisonvorbereitung gönnte man sich bei Hannover 96 in den vergangenen Jahren ein wenig internationales Flair.

Demnächst könnte die Creme de la Creme des europäischen Fußballs noch regelmäßiger bei den Niedersachsen gastieren. Ganz offiziell. Zu Pflichtspielen. In der Champions League.

Mit dem 3:1 (1:0) gegen Bayern München hat Hannover den dritten Tabellenplatz gefestigt. Die Träume von der Königsklasse werden immer mehr zur Realität.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Slomka bremst Euphorie

Die Party der Fans in der heimischen Arena konnte es am Samstag problemlos mit jeder Karnevalsveranstaltung aufnehmen.

Die 96-Profis freuten sich mit fast kindlicher Ausgelassenheit. Nur Trainer Mirko Slomka wollte die Euphorie nicht zu groß werden lassen. 360390(DIASHOW: Der 25. Spieltag)

"Natürlich denken wir an Europa", gestand der Coach, fügte jedoch eilig an: "Es wäre aber vermessen, über die Champions League nachzudenken. Wir haben doch noch nicht einmal das Ziel Europapokal ausgegeben."

Vereinsrekord winkt

50 Punkte und damit ein Vereinsrekord sollen es sein, bevor die Ambitionen auf Höheres auch offiziell geäußert werden.

Um die Marke zu erreichen, muss in den verbleibenden neun Spielen nur noch ein Sieg herausspringen.

"Wenn wir das geschafft haben, gucken wir mal weiter", sagte Christian Schulz.

Jan Schlaudraff entfuhr es bei Fragen nach der Königsklasse fast schon erschrocken: "Herr im Himmel. Wir werden alles tun, um unseren Platz zu verteidigen. Es gilt aber vor allem, realistisch zu bleiben."

Blitzangriffe zerlegen Gegner

Abwegig scheinen Gedanken an die Champions League jedoch nicht. Die Bayern als vermeintlich ärgster Verfolger sind nun schon um fünf Punkte distanziert. (SERVICE: Der SPORT1-Tabellenrechner)

"Die Abstände nach hinten werden immer größer und das ist auch gut so. Aber wir müssen jetzt am kommenden Freitag beim 1. FC Köln nachlegen", forderte Slomka, der aus einem Team von vor der Saison noch Namenlosen eine Spitzenmannschaft geformt hat.

Aus einer stabilen Defensive heraus werden die Gegner reihenweise mit blitzartigem Angriffsfußball zerlegt. Auch die Bayern bekamen eindrucksvoll die Grenzen aufgezeigt.

Jede Menge Schnäppchen

"Wir stehen zu Recht da oben und haben nicht nur einen guten Lauf. Die Mannschaft tritt geschlossen auf, hat einen Plan und ist topfit. Das alles ist kein Zufall", meinte Abwehrchef Emanuel Pogatetz.

Der Österreicher ist eines von vielen Transferschnäppchen der vergangenen Monate.

Neben Pogatetz kamen auch die derzeitigen Leistungsträger Lars Stindl, Ron-Robert Zieler und Karim Haggui ablösefrei. Der derzeit verletzte Top-Stürmer Didier Ya Konan und dessen kongenialer Partner Mohammed Abdellaoue kosteten insgesamt nur 1,6 Millionen Euro.

Schmadtke vor Vertragsverlängerung

Verantwortlich für die Wechselcoups ist Jörg Schmadtke.

Wenn Slomka als Ingenieur des Erfolges gilt, ist der Sportdirektor der Architekt. 96-Boss Martin Kind will Schmadtke zeitnah mit einem unbefristeten Vertrag ausstatten.

Zumal sich der Manager nicht auf den Lorbeeren ausruht, sondern bereits kräftig am Kader für die neue Saison arbeitet.

Zuletzt wurde über eine Rückholaktion von Szabolcs Huszti spekuliert. Der ungarische Flügelflitzer ist bei Zenit St. Petersburg bisher nicht recht glücklich geworden.

Argumente bei Vertragsgesprächen mit potenziellen Zugängen hat Hannover derzeit auf jeden Fall genug. Bei einem Einzug in die Champions League wären es noch einige mehr.

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