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Thomas Schaaf (2.v.r.) steht bereits seit 1998 bei Werder Bremen als Trainer in der Verantwortung © getty

Der Sieg in Freiburg zeigt: Mannschaft und Trainer sind eine Einheit. Frings stärkt Schaaf den Rücken. Nach dem Abpfiff rummst es.

Freiburg - Marko Arnautovic steht nicht gerade in dem Ruf, ein außerordentlicher Teamspieler zu sein.

Dass er bei Werder Bremens 3:1-Erfolg über den SC Freiburg zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, dürfte die Stimmung des launischen Österreichers nicht unbedingt verbessert haben. 360390(DIASHOW: Der 25. Spieltag)

Arnautovics Reaktion auf die Führung durch Sandro Wagner (12.) kam dann doch etwas überraschend: Der 21-Jährige stürmte zur Eckfahne, um seinen Sturm-Konkurrenten in die Arme zu schließen.

Gleichzeitig sagte diese Szene aber auch einiges über den Zusammenhalt beim Team von Thomas Schaaf aus. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Pleitenserie beendet

Der unbedingte Wille, das Spiel zu gewinnen, gab vor 24.000 Zuschauern dann auch den Ausschlag für Werder.

Wagner, Claudio Pizarro (76.) und der eingewechselte Marko Marin (90.+2) trafen für die Bremer, die unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw den ersten Auswärtssieg nach zuletzt sieben Gastspielen ohne Erfolg feierten.

Daran änderte auch der Treffer von Top-Torjäger Papiss Cisse nichts, der mit seinem 17. Saisontreffer per Foulelfmeter (49.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt hatte.

Schaaf feiert mit den Spielern

Für die Werder-Spieler war das allerdings nur eine Randnotiz.

Als der Sieg schließlich in trockenen Tüchern war, lagen sich Trainer Schaaf und die Spieler in den Armen, um den Befreiungsschlag im Abstiegskampf zu feiern.

Die Art und Weise, in der sich die Spieler während der 90 Minuten auf dem Feld präsentierte hatten, sollte der Mannschaft Hoffnung geben.

Sogar Chefkritiker Frings war nach der Partie hochzufrieden: Dem 35-Jährigen stand die Erleichterung über den Erfolg ins Gesicht geschrieben.

Frings: Nur Endspiele

"Jedes Spiel, das noch kommt, ist für uns ein Endspiel. Aber wenn wir weiter so auftreten, bin ich überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen", sagte Kapitän Torsten Frings.

Nach zuvor sechs Spielen in Folge ohne Sieg verbuchten die Hanseaten ihren zweiten Auswärtserfolg in dieser Saison und atmeten nach dem Sprung vom vorletzten auf den 14. Platz kollektiv durch.

"Wir haben immer wieder den Weg nach vorne gesucht und sind belohnt worden", sagte Trainer Schaaf.

"Stehen zum Trainer"

Die warmen Worte sein Kapitäns dürften Schaafs Laune noch weiter verbessert haben.

"Wir Spieler haben keinen Zweifel, dass das mit dem Trainer passt. Die Zweifel kommen nur von außen. Wir stehen zu 100 Prozent zum Trainer, das hat man hier gesehen", sagte Frings.

Die Mannschaft, so der Ex-Nationalspieler, sei nach dem 2:2 vor einer Woche gegen Bayer Leverkusen - nach 0:2-Rückstand - "noch enger zusammengerückt". Das war deutlich zu erkennen.

Wirbel um Wiese und Cisse

Auch nach dem Schlusspfiff zeigte sich Werder als Einheit.

Als es nach dem Abpfiff noch zu einer Auseinandersetzung zwischen Cisse und Wiese kam, waren die Bremer Spieler - allen voran Arnautovic - sofort zur Stelle, um ihrem Torwart zu Seite zu stehen.

Wiese und Freiburgs Goalgetter holten sich als Initiatoren der Rangelei mit anschließender Rudelbildung noch nachträglich die Gelbe Karte ab.

Pleite gegen den Angstgegner

Die Europapokal-Ambitionen der Breisgauer dagegen, die zum letzten Mal vor knapp zehn Jahren gegen Bremen gewannen, erhielten durch die Pleite in ihrem 200. Erstliga-Heimspiel erstmal einen Dämpfer.

"Bremen liegt uns nicht, ich weiß auch nicht, warum", sagte SC-Kapitän Heiko Butscher.

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