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Mainz' Trainer Thomas Tuchel war auf die Unparteiischen nicht gut zu sprechen © imago

Trotz des Sieges beim HSV ist der Mainzer Trainer wegen einer Fehlentscheidung außer sich. Beim HSV herrscht richtig Frust.

Hamburg - Am Ende war es wieder mal eine Energieleistung.

Der 1. FSV Mainz 05 kassierte erst ein irreguläres Wembley-Tor, geriet insgesamt zwei Mal in Rückstand - und dennoch kannte der Jubel der Rheinhessen nach dem Schlusspfiff keine Grenzen mehr. 360390(DIASHOW: Der 25. Spieltag)

Vor allem Matchwinner Andre Schürrle sorgte mit seinem Doppelpack zum verdienten 4:2 (0:1) beim Hamburger SV für zufriedene Gesichter bei den "Bruchweg-Boys".

"Das war ein sehr wichtiger Sieg in Richtung Europa, ein Superstart in die Schlussphase der Saison", strahlte der 20-Jährige. "Wenn wir weiter so spielen, ist noch vieles möglich."

Ärger über Wembley-Tor

Mit dem neunten Auswärtssieg in dieser Saison wies der FSV nicht nur einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Einzug in die Europa League in die Schranken, sondern verdrängte den FC Bayern in der Tabelle erstmal wieder von Platz vier. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dabei wurden die Mainzer in der Hansestadt schon nach wenig mehr als einer Viertelstunde eiskalt erwischt.

Nach einem Schuss von Marcell Jansen sprang der Ball von der Unterkante der Latte eindeutig vor der Linie auf (17.).

Tuchel fordert Videobeweis

Trotzdem entschied Schiedsrichter Babak Rafati nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Tor - ein echter Wembley-Treffer.

"Ich bin ein absoluter Verfechter des Videobeweises auf der Torlinie", schimpfte Trainer Thomas Tuchel hinterher über die Fehlentscheidung.

"Tore beeinflussen Spiele und Spielverläufe in einer dramatischen Art und Weise, dass wir uns nicht erlauben können, diese klar feststellbare Linie nicht elektronisch zu überwachen."

"Da geht noch was"

Seine Mannschaft schüttelte sich allerdings nur kurz - und kam dann mit viel Schwung aus der Kabine.

"Wir haben uns das 0:1 in der Pause angeschaut und gesehen: Da geht noch was", meinte Schürrle zu SPORT1.

Seinem Ausgleich in der 56 Minute folgten zunächst jedoch irre 280 Sekunden, in denen zwei weitere Treffer fielen.

HSV zu "dämlich"

Mladen Petric schoss den HSV erneut in Front (59.), ehe sein Kollege Gojko Kacar per Eigentor wieder egalisierte (61.).

"Wir haben uns in der zweiten Halbzeit ziemlich dämlich angestellt. Nach dem 2:1 dürfen wir nicht so schnell das Gegentor bekommen", gab sich Petric gegenüber "LIGA total!" angefressen.

Danach verloren die "Rothosen" vollkommen die Ordnung, das Resultat waren messerscharfe Konter des FSV, für den wiederum Schürrle (82.) und Joker Florian Heller (88.) vollstreckten.

Mainz mit "toller Moral"

"Wir haben heute wieder eine tolle Moral bewiesen, wie auswärts schon häufig in dieser Saison. Wir waren selbst nach zweimaligem Rückstand nicht mit dem Remis zufrieden. Wir haben die zweite Halbzeit in Hamburg mit 4:1 gewonnen, das ist sensationell", schwärmte Mittelfeldspieler Lewis Holtby.

Tuchel zeigte sich nach dem Erfolg zwar "stolz", trat aber trotzdem auf die Euphoriebremse.

"Wir reden nicht vom Europapokal. Erst in neun Wochen werden wir sehen, was für uns am Ende rausspringt", so der 37-Jährige zu SPORT1. "Wir sind noch nicht ruhig genug, unsere Chancen konsequent zu Ende zu spielen. Wir haben noch viel Luft nach oben."

"Tick zuviel gewollt"

Solche Luxussorgen hätte sein Hamburger Pendant wohl gerne.

"Mainz hat verdient gewonnen. Die waren spritziger, die waren schneller. Mainz hat sehr gut gespielt", gab Armin Veh zerknirscht zu.

"Vielleicht haben wir heute sogar einen Tick zuviel gewollt", suchte Nationalspieler Dennis Aogo nach den Wurzeln des schmerzhaften Dämpfers.

"Ich kann mir nicht erklären, warum wir immer wieder Rückschläge erleiden, wenn wir wieder dran sind an den Europapokalrängen. Ich habe das Gefühl, das setzt sich langsam in den Köpfen fest", sagte der 24-Jährige zu SPORT1.

Unruhe in Hamburg

Während Mainz also pünktlich zum Rosenmontag singt und lacht und die FSV-Profis sich nun ins Fastnachtstreiben stürzen wollen, hat man im hohen Norden den Aschermittwoch schlicht vorverlegt.

Denn nicht nur sportlich hinkt der HSV seinen Ansprüchen nach wie vor hinterher. Auch das Umfeld kommt nicht zur Ruhe, die Klubspitze steht vor dem Umbruch.

So steht jetzt fest, dass Vorstandschef Bernd Hoffmann zum Jahresende seinen Hut nehmen muss, womit bereits die nächste Debatte beginnt - dieses Mal um seine Nachfolge.

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