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Michael Skibbe saß bislang bei 65 Pflicht- spielen als Eintracht-Trainer auf der Bank © getty

Bei Eintracht Frankfurt brennt es an allen Ecken und Enden. Bruchhagen stärkt Skibbe, hebt aber die Fehler auf dem Feld hervor.

Frankfurt - Präsident Peter Fischer trotzte dem Frust und feierte am Dienstag Karneval, Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ging nach seiner Kritik an Trainer Michael Skibbe auf Tauchstation und Chefscout Bernd Hölzenbein bereitete missmutig seinen 65. Geburtstag am Mittwoch vor:

Beim abstiegsbedrohten Bundesligisten Eintracht Frankfurt schrillen vor dem nächsten "Endspiel" am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) bei Schalke 04 die Alarmglocken.

"Ganz ehrlich: Zu meinem Geburtstag wünsche ich mir nur, dass wir gegen Schalke am Wochenende Tore schießen und einen Sieg holen", sagte Hölzenbein.

Dem Weltmeister von 1974 liegen die mageren zwei Punkte und 723 torlosen Minuten der Eintracht im Jahr 2011 schwer im Magen.

Hooligans, Talfahrt und Trainer

Bei nur noch drei Zählern Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz macht sich bei der Eintracht Nervosität breit.

Am Dienstag tagte der Frankfurter Vorstand. Dabei ging es um die Ausschreitungen der Frankfurter Hooligans vor dem bitteren 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Vor allem diskutierten Bruchhagen, Klaus Lötzbeier und Thomas Pröckl aber die sportliche Talfahrt der Hessen seit Rückrundenbeginn und die Zukunft von Trainer Skibbe, der seinen Vertrag erst im Januar bis Ende Juni 2012 verlängert hatte.

Koller steht wohl schon bereit

Als möglicher Nachfolger steht der Schweizer Coach Marcel Koller (früher VfL Bochum und 1. FC Köln) offenbar schon bereit.

Bislang hatte Bruchhagen einen Wechsel auf der Trainerposition kategorisch ausgeschlossen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Doch Bruchhagen, der auch als neuer Vorstand beim Hamburger SV im Gespräch sein soll, kritisierte völlig überraschend erstmals öffentlich die Arbeit von Trainer Skibbe und ließ damit reichlich Raum für neue Spekulationen.

Bruchhagen: "Spiel ist berechenbar"

"Wir gewinnen an keiner Stelle auf dem Feld eine Eins-gegen-Eins-Situation, unser Spiel ist berechenbar und vorhersehbar, wir brauchen mehr Spritzigkeit", sagte der 62-Jährige der "Frankfurter Rundschau".

Doch gerade die Grundlagen in Sachen Ausdauer und Spritzigkeit liegen im Verantwortungsbereich des Trainers. Und neun Spieltage vor Schluss ist kaum noch Zeit, die offensichtlichen Versäumnisse der Rückrundenvorbereitung zu kompensieren.

Skibbe wie einst Gerland?

Allerdings sind Bruchhagen Trainerentlassungen zuwider. In seinen mehr als 20 Jahren als Bundesliga-Manager kündigte der Frankfurter Macher erst einem Coach vorzeitig.

Vor elf Jahren trennte sich Bruchhagen bei Arminia Bielefeld vom damaligen Trainer Hermann Gerland - was ihm heute noch weh tut.

Deshalb will der Vorstandsboss zumindest noch das Gastspiel bei Schalke 04 abwarten, ehe er vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli vielleicht doch noch die Reißleine zieht.

"Ich habe keine Angst"

"Ich werde jetzt ganz sicher nicht die Apokalypse ausrufen. Den größten Fehler machen Funktionäre in der Euphorie und in der Depression. Ich habe keine Angst und Druck hat man in dem Geschäft immer", sagte Bruchhagen, der vor dem Spiel bei Ex-Coach Felix Magath keine Brandreden halten will.

"So etwas bewirkt ausschließlich einen Autoritätsverlust des Trainers", sagte Bruchhagen.

Allerdings ist die Autorität von Skibbe bei den Frankfurtern seit der Begnadigung von Ioannis Amanatidis längst angekratzt.

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