Armin Veh flieht im Sommer aus Hamburg. Der HSV lässt dem Trainer kaum einen anderen Ausweg, der Aufsichtsrat agiert tollkühn.

Die Bundesliga lacht über den HSV.

Denn Trainer Armin Veh hat die Faxen dicke und wirft zum Sommer hin.

Der 50-Jährige hat einfach nicht mehr mitmachen wollen im täglichen Chaos um den HSV-Aufsichtsrat, um die Suche nach einem Sportdirektor, die nach zig Wirren beim Dänen Frank Arnesen geendet ist.

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Jetzt sägte der Aufsichtsrat zu allem Überfluss noch Vorstandsboss Bernd Hoffmann ab.

Der soll zum Jahresende gehen, vorher aber doch bitteschön noch über auslaufende Spielerverträge befinden und neue Profis in die Hansestadt locken.

Wie das alles funktionieren soll, hat sich Veh gefragt.

Seine Entscheidung ist nachvollziehbar. Der scheidende Trainer handelte wie viele, die in letzter Zeit mit dem HSV zu tun haben.

Ihr eigener Ruf ist ihnen wichtiger als die höchst unsichere Zukunft bei einem Klub mit Hauruck-Methoden und einem dilettantischen Aufsichtsrat.

Die Echternacher Springprozession (drei Schritte vor, zwei zurück) ist im Vergleich zum Vorgehen beim HSV eine zielgerichtete Sache.

Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat dem Verein abgesagt.

Ein Grund: In der Medienstadt Hamburg kann scheinbar kein Klubverantwortlicher aufstoßen, ohne dass dieser Rülpser am nächsten Tag groß und breit kommuniziert wird.

Wie wenig Veh vom aktuellen Aufsichtsrat hält, hat er klar gezeigt.

Die Mitglieder hat er über sein Aus nicht informiert. "Ich bin ja auch nie über etwas informiert worden", ätzt der Trainer.

Veh ist jetzt eine "lame duck" (eine "lahme Ente") genauso wie Kollege Louis van Gaal in München.

Ob Veh die vielen satten Spieler noch einmal motivieren kann, ist ziemlich ungewiss.

Über den Endspurt Richtung Europa League spricht in Hamburg nach der deprimierenden 2:4-Pleite gegen Mainz kaum einer mehr.

Acht Trainer hat sich der Traditionsverein in den letzten acht Jahren geleistet. Im Sommer soll der x-te Neustart folgen. Mal wieder.

Womöglich sollten sie beim HSV auch einmal darüber nachdenken, nach welcher Methode die Aufsichtsräte ausgewählt werden.

Wechseln immer wieder die Kräfteverhältnisse im Aufsichtsrat, wackelt der Vorstandsboss allein schon deshalb. Und von der Spitze überträgt sich die Spannung auf den ganzen Verein.

Die Bundesliga schaut zu und lacht.

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