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Armin Veh (r.) hört im Sommer auf, Ralf Rangnick (l.) ein ein Nachfolger-Kandidat © getty

Armin Veh hat genug von den Querelen im Verein. Nun sucht der Hamburger SV einen neuen Trainer. Überrascht der HSV mit van Gaal?

Von Nikolai Kube

München/Hamburg - Die Lage beim Hamburger SV wird immer dramatischer.

Jetzt bekommt Aufsichtsrat Marek Erhardt auch noch Morddrohungen - weil er bei der Abstimmung gegen den Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann gestimmt hatte.

"Die Anrufer sprachen mit verstellten Stimmen, richteten ihre Drohungen gegen meine Familie und mich. Mir wurde klargemacht, dass sie es ernst meinen", sagte der ehemalige Stadionsprecher dem "Hamburger Abendblatt" und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt.

Dem Chaos um Aufsichtsrat und Trainer folgen nun auch noch die Chaoten von außerhalb.

Veh hat die Nase voll

Das Tohuwabohu beim HSV ist der Grund, warum Armin Veh im Sommer seinen Hut nimmt. Der Trainer hat nach acht Monaten endgültig genug von den Querelen im Verein.

Die Morddrohungen gegen Erhardt bestärken Veh in seiner Meinung: So kann es nicht weitergehen! (EINWURF: Das Gespött der Liga)

Besonders das 2:4-Debakel gegen Mainz und das Aus seines engen Vertrauten Hoffmann haben den Schwaben bei seiner Entscheidung beeinflusst.

Das Sportliche nur noch zweitrangig

Veh größtes Ärgernis: Immer wieder prägen personelle Debatten die öffentliche Diskussion.

Erst die Posse um einen möglichen Sportdirektor Matthias Sammer, dann das Theater um Hoffmann. Der Fußball selbst spielt da nur noch eine untergeordnete Rolle.

Jüngstes Beispiel: Kaum einer interessiert sich in diesen Tagen für das kommende Wochenende. Immerhin steht das sportlich brisante Nord-Süd-Duell beim FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Programm.

Veh hat die Konsequenzen gezogen und der HSV ist also - mal wieder - auf Trainersuche.

[kaltura id="0_qvstqu45" class="full_size" title="Chaostage in Hamburg"]

Vier Klubs auf Trainersuche

Ein großer Name soll es natürlich sein. Das Problem: Nicht nur die Hamburger sind führungslos.

Der FC Bayern setzt Louis van Gaal am Saisonende vor die Tür, Felix Magaths Zeit auf Schalke ist offenbar ebenfalls im Mai zu Ende.

Und auch Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß betont stets: Pierre Littbarski ist nur eine Interimslösung, im Sommer soll ein neuer, prominenter Trainer her.

Vier Bundesligisten mit klangvollem Namen suchen einen Coach. Das unorganisierte, teils chaotische Bild, das der HSV in diesen Tagen abgibt, macht das Finden eines solchen mit Sicherheit nicht leichter.

Gespräche zwischen Hoffmann und Rangnick

Mit Veh verabschieden sich die Norddeutschen bereits vom achten Trainer in nur gut acht Jahren. Der FC Bayern - ebenfalls auf der Suche nach einem langfristigen Konzept - verschliss in dieser Zeit nur sechs.

Wer wagt sich noch auf diesen Schleudersitz?

Kandidat Nummer eins ist wohl Ralf Rangnick. Schon vor zwei Wochen hatte der ehemalige Coach von 1899 Hoffenheim mit dem mittlerweile abgesägten Klub-Boss Hoffmann persönlich gesprochen.

Auch Jol ein Kandidat

Laut "Sport Bild" reiste Rangnick nun am Dienstag vor einer Woche nach London, um sich das Premier-League-Topspiel zwischen dem FC Chelsea und Manchester United (2:1) anzusehen.

Bei den Blues arbeitet noch bis Saisonende Hamburgs neuer Sportchef Frank Arnesen. Hat sich Rangnick mit dem Dänen getroffen, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen?

Ein weiterer Kandidat: Ex-HSV Trainer Martin Jol, der im Dezember 2010 bei Ajax Amsterdam das Handtuch schmiss.

Vielleicht zaubert der HSV aber auch eine Überraschung aus dem Hut.

Van Gaal zum HSV?

Die "Sport Bild" berichtet, dass die Hamburger bereits bei Noch-Bayern-Trainer van Gaal angefragt hätten.

Eine interessante Variante: Der Holländer könnte es zum Abschluss seiner Karriere den Bayern-Bossen, insbesondere seinem stärksten Kritiker Uli Hoeneß, noch einmal zeigen.

Zudem weiß der künftige HSV-Sportdirektor Arnesen bestens über van Gaals Qualitäten Bescheid.

Während van Gaals erster Trainerstation bei Ajax Amsterdam (1991 - 1997), war Arnesen ebenfalls in der Niederlanden - beim PSV Eindhoven - als Co-Trainer und Manager angestellt.

Van Gaal kokettierte in den letzten Wochen stets mit den Angeboten "vieler schlauer Klubs".

Ob er den HSV angesichts der derzeitigen Chaos-Tage allerdings dazu zählt, ist nicht überliefert.

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