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Ein starkes Team beim FC Bayern: Louis van Gaal (l.) und Bastian Schweinsteiger © imago

Der Bayern-Star hatte sich eine Zukunft mit dem Niederländer gewünscht. "Es ist schade, dass er geht", bestätigt er bei SPORT1.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Unter Louis van Gaal reifte er zur Weltklasse.

Bastian Schweinsteiger hat dem Niederländer, der ihn auf seiner Wunschposition im defensiven Mittelfeld etablierte, einiges zu verdanken.

Sie sprechen viel, verstehen sich gut und respektieren sich.

Die Tatsache, dass der Trainer den Verein am Saisonende verlässt, erschüttert gerade auch seine Welt.

Am Donnerstag, als sich der 26-Jährige an der Säbener Straße erstmals öffentlich zu den Turbulenzen beim FC Bayern äußerte, schwang viel Wehmut in seiner Stimme mit.

"Es ist schade, dass er geht. Der FC Bayern hat viel von ihm profitiert. So einen Fußballstil hatten wir in München noch nicht. Damit hätten wir fast das Triple gewonnen", sagte er auf SPORT1-Nachfrage.

Und "Schweini" weiß: "Er ist ein spezieller Typ und ich habe unter ihm im defensiven Mittelfeld eine sehr gute Entwicklung genommen."

Verlässt er im Sommer den Verein ebenfalls? Kaum denkbar, aber Real Madrid soll laut "Marca" erneut Interesse angemeldet haben, die Königlichen suchen händeringend einen Nebenmann für Xabi Alonso.

Lockruf von Mourinho

"Real macht einen sehr guten Eindruck auf mich. Ich freue mich für Mesut Özil und Sami Khedira, dass sie regelmäßig zum Einsatz kommen", sagte Schweinsteiger.

Zudem ist bekannt, dass Jose Mourinho den Ur-Münchner nur allzu gern verpflichten möchte. "Ich habe immer gesagt, dass Mourinho ein sehr guter Trainer ist", bekräftigte er indes seine Sympathie für den Portugiesen.

"Bin natürlich teurer"

Klar dagegen spricht aber, dass der Nationalspieler erst im Dezember seinen Vertrag beim deutschen Rekordmeister mit den Worten "Mein Herz ist rot" bis 2016 verlängert hatte. Allerdings hatte er zu diesem Zeitpunkt auch noch stark auf eine lange gemeinsame Zukunft mit van Gaal als Bayern-Trainer gehofft.

"Durch meine Vertragsverlängerung wird es für Real natürlich teurer", merkte Schweinsteiger schmunzelnd an und ergänzte: "Ich bin aber weiterhin davon überzeugt, dass Bayern die bessere Mannschaft für mich ist."

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Zu weit in die Zukunft wollte er ohnehin nicht schauen. Zu schwer wiegen die Probleme seines Klubs in der Liga, zu wichtig seien das Spiel gegen den Hamburger SV am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) und Inter Mailand am Dienstag.

Der Vize-Kapitän, der zuletzt selbst einen Durchhänger hatte, spürt, dass er Verantwortung übernehmen muss und führt momentan viele Einzelgespräche.

Keine Lust auf Europa League

"Die Trainer-Entscheidung ist getroffen, man muss das respektieren und das Beste draus machen. Und das versuchen wir mit Siegen. Keiner hat Lust, nächstes Jahr in der Europa League zu spielen. In unserer Situation ist der Druck natürlich groß, aber wir haben immer noch die Chance, uns für die Champions League zu qualifizieren", betonte er.

Ein Problem in der Trennung von van Gaal sieht der Mittelfeldstar nicht. Das Verhältnis sei weiterhin gut, genau wie der Charakter der Mannschaft.

"Wir wollen ihm einen positiven Abschied bereiten. Das hat er verdient", sagte Schweinsteiger und schlug damit in die gleiche Kerbe wie Präsident Uli Hoeneß.

Der hatte im Interview mit den "Kieler Nachrichten" angekündigt, van Gaal "bis zum letzten Tag" zu stärken. "Ich möchte, dass er bei uns einen guten Abgang hat, dann hätten wir schließlich die Champions League erreicht", bemerkte der 59-Jährige.

Hoeneß stützt van Gaal

Es gebe keinen Klub, wo ein Trainer so viel Unterstützung und Verständnis, so viel Wärme und Backup kriege. "Das sieht übrigens auch Louis van Gaal so", meinte der ehemalige Manager des deutschen Vorzeigevereins noch.

"Strategisch", so heißt es offiziell, liegen aber offenbar Welten zwischen den Bossen und dem Coach. Die Marschrichtung für die kommenden Aufgaben ist immerhin klar abgesteckt.

Derzeit rangiert der Rekordmeister nur auf dem fünften Rang, hat sieben Punkte Rückstand auf den zweiten, sowie fünf Zähler auf den dritten Platz - und der soll es am 14. Mai nach dem 34. Spieltag mindestens werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist Schweinsteiger jedes Mittel recht: "Wir müssen Lösungen für unsere Probleme finden und es vielleicht manchmal sogar mit langen Bällen probieren, denn wir müssen gewinnen - egal wie!", appellierte er.

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