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Marcell Jansen tritt mit dem Hamburger SV bei seinem Ex-Klub Bayern München an © imago

Marcell Jansen spricht bei SPORT1 über das Spiel gegen Bayern, den Abgang von Veh und die Chancen auf einen Europa-League-Platz.

Von Christian Stüwe

München/Hamburg - Turbulente Zeiten beim Hamburger SV.

Die sportliche Führung taumelt von einer Krise in die nächste, der Mannschaft droht nach dem 2:4-Debakel gegen Mainz 05 der Absturz ins Niemandsland der Tabelle und am Wochenende steht der Nord-Süd-Klassiker beim ebenfalls krisengeschüttelten FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr Uhr im LIVE-TICKER) an.

Marcell Jansen gehörte in den vergangenen Wochen zu den wenigen Lichtblicken bei den Norddeutschen.

Der Nationalspieler fasste nach seiner dreimonatigen Verletzungspause wieder überraschend schnell Tritt und steuerte in den letzen beiden Partien gegen den 1. FC Kaiserslautern und Mainz jeweils einen Trefer bei.

Im SPORT1-Interview spricht der Nationalspieler über die Partie in München, die Chancen auf einen Europa-League-Platz und sein "Wembley-Tor".

SPORT1: Herr Jansen, das Spiel gegen die Bayern steht an. Klubchef Bernd Hoffmann erhält keinen neuen Vertrag, Trainer Armin Veh hat seinen Abschied angekündigt. Kann man sich in Hamburg im Moment überhaupt noch auf Fußball konzentrieren?

Marcell Jansen: Wir konzentrieren uns zu 100 Prozent auf die Partie in München. Wir haben die Woche über gut trainiert und wollen bei den Bayern eine gute Partie zeigen.

SPORT1: Veh hat deutliche Worte gefunden und von einer "gefährlichen Situation" beim HSV gesprochen. Stimmen Sie Ihm zu?

Jansen: Ich würde ja nicht die Wahrheit erzählen, wenn ich sage, dass wir in der Mannschaft überhaupt nicht über die aktuelle Situation sprechen. Doch es ist unsere Aufgabe, am Wochenende auf den Punkt vorbereitet zu sein und gute Leistungen zu zeigen.

SPORT1: Wie hat der Trainer die Mannschaft über seine Entscheidung informiert? Wie haben Sie reagiert?

Jansen: Der Trainer hat uns die Gründe für seine Entscheidung erläutert und erklärt, warum er nach dieser Spielzeit nicht mehr weiter machen möchte. Das muss man als Spieler so akzeptieren.

[kaltura id="0_qvstqu45" class="full_size" title="Chaostage in Hamburg"]

SPORT1: Momentan wird vieles schlecht geredet. Gibt es denn auch Dinge, die Sie für den Saisonendspurt positiv stimmen?

Jansen: Wir haben zweifelsfrei die Qualität, die Punkte zu sammeln, um am Ende der Spielzeit unser Ziel zu erreichen. Wir wollen unbedingt in den europäischen Wettbewerb.

SPORT1: Fünf Punkte fehlen auf Bayern München, der Rekordmeister belegt derzeit den letzten Europa-League-Rang. Ist das Spiel für den HSV ein Endspiel um das internationale Geschäft?

Jansen: Es ist ein wichtiges Spiel. Mit einem Erfolg können wir den Abstand verkürzen. In München haben wir in den letzten Jahren eigentlich immer recht gut ausgesehen. Das soll auch am Samstag wieder so sein.

SPORT1: Auch bei den Bayern steht Trainer Louis van Gaal vor dem Abschied. Inwiefern wird die kuriose Situation um die beiden Trainer die Partie beeinflussen?

Jansen: Ich glaube nicht, dass diese Situation Einfluss nehmen wird. Am Samstag wird vielmehr entscheidend sein, welche Mannschaft es schafft, sich besser zu präsentieren. Denn in den Duellen zwischen den Bayern und dem HSV geht es immer knapp zu.

SPORT1: Zuletzt haben Dortmund, Schalke und Hannover gezeigt, wie die Bayern zu schlagen sind. Was kann man sich da abschauen?

Jansen: Wir sind auf den Gegner bestens vorbereitet und wissen, was uns erwartet. Zudem bin ich davon überzeugt, dass wir auch in der Allianz Arena unsere Chancen erhalten werden. Die gilt es dann zu nutzen.

SPORT1: Rechnen Sie mit wütenden Bayern nach den drei Niederlagen am Stück?

Jansen: Natürlich ist es ein wichtiges Spiel für die Bayern. Ich erwarte jedoch nicht, dass sie vom Anpfiff weg mit aller Macht nach vorne spielen.

SPORT1: Nochmal kurz zurück zum letzten Wochenende: Ihr "Wembley-Tor" gegen Mainz hat die Debatte um technische Hilfsmittel im Fußball wieder befeuert. Wie stehen Sie als Spieler eigentlich dazu?

Jansen: Die Diskussion um Hilfsmittel kommt ja in regelmäßigen Abständen und ist sicher auch nachvollziehbar. Ein Tor beeinflusst ein Spiel eben ungemein.

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