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Schalke-Trainer Felix Magath (r.) mit Pressesprecher Rolf Dittrich © imago

Wie geht es weiter auf Schalke? Tönnies bittet Magath zum "klärenden Gespräch". Pressesprecher Dittrich wird entlassen.

Von Daniel Rathjen

München - Wann fliegt er? Fliegt er überhaupt?

Klar ist bislang: Eine Blitz-Entlassung von Felix Magath beim FC Schalke wird es nicht geben.

Vereinsboss Clemens Tönnies will den Trainer und Manager am Wochenende zunächst zu einem "klärenden Gespräch unter Männern" bitten.

Gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) wird Magath also noch auf der Bank sitzen.

Erst nach der Aussprache wird sich zeigen, ob die Zweckgemeinschaft noch eine Zukunft hat.

Die Abberufung des Vorstandssprechers Magath ist jedenfalls nicht mehr wie vorgesehen Teil der Tagesordnung der turnusmäßigen Sitzung des Aufsichtsrats am Montag.

Dinge ausräumen

"Ich hoffe, er kann die Dinge erklären und ausräumen", sagt Fleischfabrikant Tönnies der "Bild".

Mittwochabend vor dem Anstoß in der Champions League gegen den FC Valencia war ein Rausschmiss eigentlich schon beschlossene Sache und von Tönnies vorbereitet.

Umdenken nach Triumph

Dieser hatte bereits regelrecht abgerechnet mit dem Münchner und Wolfsburger Meistertrainer, den er vor 21 Monaten noch als Retter für den angeschlagenen Klub geholt hatte.

"Unmenschlichen Umgang" hatte er Magath vorgeworfen und von einem "verlorenen Jahr" gesprochen.

Der überzeugende 3:1-Sieg und der Einzug ins Viertelfinale brachten den 54-Jährigen aber noch einmal ins Grübeln.

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Im letzten Moment stoppte er die Briefe an die Aufsichtsräte, in denen die Tagesordnung für die Montagssitzung mit dem Tagesordnungspunkt "Magath-Entlassung" enthalten war.

Am Donnerstag sorgte dann die Kündigung für Schalkes Medien-Direktor und Magath-Vertrauten, Rolf Dittrich, für Wirbel.

Der 42-Jährige soll laut "Bild" angeblich Initiator einer Facebook-Seite sein, die T-Shirts mit dem Aufdruck "Clemens, du Wurst" anbietet.

Dittrich-Aus beschlossen

Dittrich, den Magath schon vom 1. FC Köln zum VfL Wolfsburg holte, bestreitet diesen Vorwurf und wollte auch von seiner Entlassung nichts wissen.

"Mit mir hat am Donnerstag niemand gesprochen. Ich weiß von dieser Geschichte nichts und bereite mich auf die Pressekonferenz mit Felix Magath für das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt vor", sagte Dittrich zu SPORT1.

Nach SPORT1-Informationen ist er aber schon beurlaubt.

Profis halten sich zurück

Unruhe herrscht parallel auch in der Mannschaft, den Profis passt Magaths rüde Art nicht. Öffentlich halten sie sich zurück.

Es gehe es um Entscheidungen des Vereins, "mit denen wir nichts zu tun haben", sagte beispielsweise Christoph Metzelder und Kapitän Neuer fügte in Bezug auf die Leistung gegen Valencia lediglich an: "Die Mannschaft hat zusammengehalten."

Magath bleibt kühl

Intern soll sich der Keeper mit weiteren Mitgliedern aus dem Mannschaftsrat jedoch schon bei Tönnies über Magaths Methoden beschwert haben.

Der Protagonist bleibt gewohnt kühl: "Ich habe einen Vertrag bis 2013 und gehe davon aus, ihn zu erfüllen. Mir war klar, dass auf Schalke unruhiges Arbeiten ist. Aber unruhiges Arbeiten kann auch Spaß machen", stellt er klar.

Ob er eine Zukunft in Gelsenkirchen hat, wird sich am Wochenende herausstellen.

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