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Armin Veh führte den VfB Stuttgart 2007 zur Meisterschaft © imago

Verliert der HSV beim FC Bayern, muss Trainer Veh wohl direkt gehen. Richtig böse wird er deshalb nicht sein. Mathijsen fehlt.

Von Daniel Rathjen

München/Hamburg - Armin Veh hat die Schnauze voll.

Das hat der Trainer des beim Hamburger SV am Dienstag deutlich formuliert.

Er werde zum Saisonende von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch machen, hatte er angekündigt.

Verliert er beim FC Bayern (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) kann Veh wohl direkt gehen.

Im Duell mit Louis van Gaal, in der Begegnung der Bald-Ex-Trainer ihrer Klubs, wird sich zeigen, ob die Mannschaft ihm noch folgen will.

Ob Veh sich vorstellen könne, dass es einen schnellen Bruch geben kann, antwortete er: "Das habe ich nicht zu entscheiden. Wie ich darüber denke, behalte ich lieber für mich."

Im Fall der Fälle stünde Co-Trainer Michael Oenning als Interimstrainer parat.

Galgenhumor bei Veh

Momentan herrscht in Hamburg nur noch Chaos.

Der Vertrag von Boss Bernd Hoffmann wird nicht verlängert, der neue Sportdirektor Frank Arnesen beginnt erst am 1. Juli. Veh geht bald, aber die Profis verlangen Klarheit.

"Wir sind führungslos", hatte Veh geschimpft. Mittlerweile nimmt er die brisante Lage mit seinem typisch schwarzen Humor - wohlwissend, dass er nichts mehr entscheidend daran ändern kann.

"Noch ist es hypothetisch, denn man weiß ja nicht, wie das Spiel ausgeht?, meinte er vor der Partie in München. "Wenn du gewinnst, dann geht es mit der Mannschaft. Wenn nicht, vielleicht auch, aber irgendwie doch wieder nicht, weil du ja verloren hast."

[kaltura id="0_3ocqo9pe" class="full_size" title="Sarkasmus pur in Hamburg"]

Im gleichen Atemzug warnte er jedoch auch: "Es gibt eine große Unsicherheit in der Mannschaft. Soweit ich weiß, wurde noch mit keinem Spieler über die Zukunft gesprochen."

Dabei laufen acht Verträge aus - unter anderem die von Frank Rost, Ze Roberto, Piotr Trochowski und Ruud van Nistelrooy.

Fehlende Konstanten

Angesichts der fehlenden Konstanten ist kaum anzunehmen, dass die Hamburger beim deutschen Rekordmeister auch nur einen Punkt holen.

"Es wird nicht einfach. Bayern wird mit aller Macht zu Hause gewinnen wollen. Das ist sicher keine leichte Aufgabe", betont Veh.

Seinen Optimismus hat er allerdings noch nicht ganz verloren. "Mit der richtigen Laufbereitschaft und dem nötigen Zweikampfverhalten kann meine Mannschaft in München etwas holen", glaubt er.

Westermann ins Abwehrzentrum

Verzichten muss Veh auf Joris Mathijsen. Der Niederländer leidet unter anhaltenden Schmerzen nach seinem doppelten Bänderriss und soll sich auskurieren.

Für ihn wird wohl Kapitän Heiko Westermann im Abwehrzentrum neben Gojko Kacar spielen. Eigentlich hätte der Ex-Schalker wiederum im defensiven Mittelfeld agieren sollen.

Dort könnte nun David Jarolim agieren, der zuletzt nur die Bank drückte.

Auf der Rechtsverteidiger-Position gibt es keine Änderungen. Guy Demel plagt sich mit einer Wadenprellung herum, ist aber fit. Dennis Diekmeier ist nach seiner Fersen-OP in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, ist aber noch keine Alternative für die Startelf.

"Die Partie ist unser letzter Strohhalm, und für den FC Bayern gilt das auch - da ist enorme Brisanz drin, genau so eine Aufgabe brauchen wir jetzt", erklärte Westermann.

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