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Louis van Gaal ist seit Sommer 2009 Trainer bei Bayern München © getty

Der Bayern-Trainer meldet sich erstmals seit seiner Demontage zu Wort. Ein weiteres Bundesliga-Enagement schließt er nicht aus.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Er begrüßte die Presserunde am Freitag mit einem leisen "Servus" und rührte wie immer in seinem Kaffee - mit viel Milch und etwas braunem Zucker.

Selbst Louis van Gaal hat in seiner Zeit als Bayern-Trainer vieles gelernt.

Noch steht er beim deutschen Rekordmeister in der Verantwortung und will mit seiner Mannschaft das nächste Spiel gegen den Hamburger SV (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) gewinnen.

"Ich liebe diesen Klub, die Fans und ich liebe die Kultur. Und ich denke noch immer, dass ich sehr gut dazu passe", schwärmte der Niederländer mit viel Pathos in der Stimme.

Spätestens am Saisonende wird er den Verein aber verlassen (müssen). Das steht seit Montag unverrückbar fest.

Grund für die vorzeitigte Vertragsauflösung mit dem Fußballlehrer sei "die unterschiedliche Auffassung über die strategische Ausrichtung des Klubs".

Nach den Turbulenzen äußerte sich van Gaal erstmals öffentlich dazu: "Ich bin traurig und enttäuscht, dass ich meine Arbeit nicht weiterführen kann", sagte er.

Der 59-Jährige wirkte gefasst, aber war auch sichtlich niedergeschlagen.

Einen Konflikt mit Präsident Uli Hoeneß, der wahrscheinlich mit ausschlaggebend für die vorzeitige Trennung war, kommentierte er nicht.

"Der FC Bayern ist größer als van Gaal und der FC Bayern ist auch größer als der Vorstand", sagte er nur.

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Louis van Gaal über...

die letzten Tage:

"Es ist keine normale Woche, es ist schon viel passiert. Aber es gab auch eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass ich damit einverstanden bin. Ich habe mit dem Vorstand über die Philosophie gesprochen und danach kamen wir zu dem Entschluss, dass es besser ist, wenn ich am Saisonende weggehe. Ich bin noch immer Trainer unter diesen Umständen, was nahezu einzigartig ist. Und das sagt auch etwas aus. Ich hoffe, dass ich diesen Klub dann durch die Vordertür verlassen kann."

die Trennung:

"Ich bin traurig und enttäuscht, dass das Kapitel Bayern für mich beendet ist. Ich bin hierher gekommen, weil der Verein ein Spitzenklub ist. Ich denke trotzdem, dass eine Trennung das Beste für beide Seiten ist."

das "wirkliche" Problem:

"Ich denke, das haben Sie schon lange bemerkt und darüber wurde auch geschrieben. Es gibt unterschiedliche Philosophien. Aber es nützt auch nichts, weiter darüber zu reden. Aktuell zählen nur die kommenden Spiele. Wir werden alles tun, um unsere Ziele noch zu erreichen. Ich will mit Stolz gehen."

seine Zukunft:

"Nach dem FC Bayern gibt es nicht mehr viele Klubs, die mich herausfordern. Normalerweise habe ich vor, ein Jahr eine Auszeit zu nehmen. Der Wunsch, danach Nationaltrainer zu werden, existiert immer noch."

ein weiteres Engagement in der Bundesliga:

"Ich weiß es nicht. Wenn die Herausforderung schön ist, dann werde ich mir das überlegen."

die Voraussetzungen für das Hamburg-Spiel:

"Es gilt nun abzuwarten, wie die Spieler reagieren. Für mich sind die Umstände schwierig, aber für sie sind sie es um noch um ein Vielfaches. Sie stehen morgen auf dem Platz. Es wird wieder ein Neuanfang. Ich denke nicht, dass ich an Autorität eingebüßt habe."

Änderungen:

"Ich mache nichts anders. Ich bereite mich wie immer strukturiert vor. Wir haben so viel Erfolg gehabt, wir haben uns mit dieser Arbeit Sympathien erarbeitet. Natürlich muss ich auf die Umstände eingehen, aber warum sollte ich grundsätzlich etwas ändern?"

einen möglichen Rücktritt:

"Wenn ich denke, dass das die Lösung ist, wäre das vielleicht möglich. Das Verhältnis zur Mannschaft ist noch immer intakt. Wenn ich merke oder der Vorstand der Meinung ist, dass der Druck zu groß wird, wird im Sinne des FC Bayern gehandelt. Der FC Bayern ist größer als van Gaal, größer als jeder Spieler und auch größer als der Vorstand. Es ist nicht alles schwarz und weiß."

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