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Der 1. FC Köln feierte den sechsten Heimsieg in Folge © getty

Hannovers Europacup-Träume erhalten in Köln einen Dämpfer. Der FC dreht nach der Pause auf und feiert den höchsten Saisonsieg.

Köln - Ernüchterung nach dem Bayern-Rausch:

Die Überflieger von Hannover 96 sind auf dem Weg in die Champions League erst einmal gestoppt worden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Sechs Tage nach dem umjubelten Triumph gegen Bayern München ging die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka trotz einer starken ersten Halbzeit mit 0:4 (0:1) beim 1. FC Köln unter. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Damit verpasste das Überraschungsteam der Saison den zumindest vorübergehenden Sprung auf Platz zwei, Rang drei ist 96 aber auch nach Ende des 26. Spieltages sicher.

Sechster Heimsieg in Folge

Zwei Tage nach Aschermittwoch feierten die Kölner Fans unter den 46.500 Zuschauern dagegen weiter Karneval.

Der FC, für den Petit (36.), Kapitän Lukas Podolski mit seinem bereits siebten Rückrundentor (60.) und Milivoje Novakovic (79. und 89.) erfolgreich waren, ist zu Hause inzwischen eine Macht und gewann erstmals seit 23 Jahren sechs Heimspiele in Folge.

Die Rheinländer, bei denen nach dem Hinspiel in Hannover Trainer Zvonimir Soldo als Tabellenletzter entlassen wurde, verbesserten sich auf Rang zehn und sind bei zunächst sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf dem allerbesten Wege zum Klassenerhalt.

"Wir sind schlecht in das Spiel gekommen. Wir hatten keine Ordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir eine ganz andere Mannschaft gesehen, die sich diesen Sieg verdient hat", sagte FC-Trainer Frank Schaefer.

"Wir müssen noch Punkte holen. Vor allem auswärts!"

Hannovers Christian Schulz erklärte: "Eigentlich sind wir gut ins Spiel gekommen. Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden komplett verloren. Das müssen wir aufarbeiten."

Die Kölner Matchwinnner Podolski und Novakovic, die nun jeweils elf Saisontore erzielt haben, gaben sich nach Abpfiff ganz bescheiden.

"Wir müssen am Boden bleiben. Wir sind noch nicht gerettet", sagte der Slowene: "Wir müssen noch Punkte holen. Vor allem auswärts."

Zumindest Podolski lehnte sich etwas weiter aus dem Fenster: "Wenn wir die verbliebenen vier Heimspiele so angehen wie heute, müssen wir uns keine so großen Sorgen mehr machen."

Ohne Ya Konan, mit Carlitos

Dabei hatten die Kölner auf den gelbgesperrten Martin Lanig sowie die noch nicht vollständig genesenen Pedro Geromel und Adam Matuschyk verzichten müssen.

Bei 96, das weiter ohne Top-Torjäger Didier Ya Konan auskommen musste, feierte für den kurzfristig ausgefallenen Sergio Pinto (Mandelentzündung) Carlitos sein Comeback nach sieben Monaten.

Der Portugiese verdoppelte seine Einsatzzeit in der Bundesliga schon nach einer halben Minute, hatte er doch bei seinem Debüt für die Niedersachsen am ersten Spieltag nach 28 Sekunden einen Kreuzbandriss erlitten.

96 beginnt stark

Kurios: Die Gästespieler liefen schon vor dem Anpfiff in ihre Kurve und ließen sich von den Fans feiern.

Dem Vorschuss ließ das Team von Slomka, der vor dem Engagement in seiner Heimatstadt wie Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke auch im Rheinland im Gespräch war, zunächst Taten folgen.

96 begann sehr engagiert, Köln wachte nach etwas lethargischem Beginn schnell auf, und so entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Allein zwischen der 9. und 15. Minute hatten beide Teams je zwei große Chancen. Für 96 scheiterten Jan Schlaudraff (9.), dessen Schrägschuss aus knapp acht Metern Michael Rensing mit der Brust abwehrte, und Konstantin Rausch (12.) nach schönem Solo am starken Torhüter der Kölner.

"Wir wussten, dass wir langsam zu Hause zur Festung werden und die Gegner mit Respekt nach Köln kommen", sagte Rensing: "Alles in allem war der Sieg verdient. 4:0 zu gewinnen ist phänomenal."

Petit verwandelt direkten Freistoß

Der FC kam dem 1:0 bei einem 30-Meter-Freistoß von Podolski (11.) und einem Kopfball von Christian Eichner (15.) sehr nahe. Letzterer scheiterte an Ron-Robert Zieler im 96er-Tor.

Der 21-Jährige zeigte hierbei eindrucksvoll, warum er bei bis dahin acht Einsätzen nur fünf Gegentore kassiert hatte.

"Den muss er halten, keine Frage"

In der Folge schien Hannover weiter am Drücker und hatte auch weitere Chancen durch Mohamed Abdellaoue (19.) und den starken Schlaudraff (31.), das Tor schoss aber der FC durch einen haltbaren 18-m-Freistoß von Petit.

"Der Ball war im Torwarteck. Den muss er halten, keine Frage", urteilte Slomka.

Bitter für Hannover: Der Freistoß war eine Fehlentscheidung, Karim Haggui hatte beim Tackling gegen Podolski den Ball gespielt.

"Sicher spielt er den Ball. Aber die Bewegung geht in den Mann rein. Das ist ein Freistoß", sagte Schaefer.

Zieler muss raus

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem Schock für die Gäste:

Der gebürtige Kölner Zieler musste wegen einer Schulterprellung aus dem Spiel (52.), der eigentlich strafversetzte Stammtorhüter Florian Fromlowitz führte sich bei seinem Comeback aber glänzend ein und verhinderte mit einem tollen Doppel-Reflex ein Eigentor vom Emanuel Pogatetz (56.).

Vier Minuten später war der frühere Lauterer machtlos, als ihn Podolski nach schönem Zuspiel von Mato Jajalo umkurvte und zum 2:0 einschob.

Köln war nun, angetrieben von den euphorischen Fans, besser und darum bemüht, sich den Sieg nachträglich zu verdienen. Novakovic setzte per Doppelpack den Schlusspunkt.

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