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Philipp Wollscheid (M.) traf in Wolfsburg kurz vor der Halbzeit zum Ausgleich © getty

Der FCN siegt dank des Verteidigers in letzter Sekunde beim VfL. Wolfsburg hadert mit seinen Chancen und rutscht weiter ab.

Wolfsburg - Ex-Meister VfL Wolfsburg gerät immer tiefer in den Abstiehgsstrudel der Bundesliga.

Gegen den 1. FC Nürnberg kassierten die Niedersachsen mit 1:2 (1:1) ihre fünfte Heimpleite und rutschten damit auf den Relegationsplatz ab. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Per Nilsson schürte in der zweiten Minute der Nachspielzeit die Nürnberger Träume von der Europacup-Teilnahme durch den glücklichen Siegtreffer der seit nun schon acht Spielen ungeschlagenen Gäste. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Stürmer Mario Mandzukic hatte den VfL in der 22. Minute mit seinem ersten Saisontor per Kopf in Führung gebracht. FCN-Innenverteidiger Philipp Wollscheid gelang allerdings in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1) ebenfalls per Kopf der Ausgleich.

"Gehen mit leeren Händen nach Hause"

"Wir gehen mit leeren Händen nach Hause, obwohl wir eigentlich nicht schlecht gespielt haben" zeigte sich Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski nach dem Spiel enttäuscht und bescheinigte seiner Mannschaft besonders "läuferisch eine Top-Einstellung".

"Nach der Führung kam ein Bruch in unser Spiel, wir haben das Ergebnis nur noch verteidigt. Nach dem Ausgleich haben wir uns wieder mehrere Chancen erarbeitet, diese aber nicht nutzen können. Wenn man dann unten steht, gehen Dinge oft nach hinten los."

Hecking sieht "unverdienten Sieg"

Sein Gegenüber auf der Club-Bank machte sich nach dem knappen Sieg auch nichts vor: "Heute war der Sieg unverdient. Wolfsburg war die stärkere Mannschaft, wir waren von Anfang an nicht so im Spiel, wie wir uns das vorgestellt hatten."

Hecking fügte jedoch zu: "Der Ausgleich kam zum psychologisch günstigsten Zeitpunkt. Die Tabelle sieht hervorragend aus. Ich hoffe, der Lauf geht so weiter."

Viel Kampf auf beiden Seiten

Vor 27.316 Zuschauern entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel mit vielen Fouls auf beiden Seiten.

VfL-Stürmer Dieudonne Mbokani, der den Vorzug vor dem ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Grafite erhielt, hätte bereits in der 13. Minute das 1:0 erzielen müssen. Doch der Kongolese scheiterte per Kopf aus fünf Metern kläglich an Club-Torhüter Raphael Schäfer. Nur neun Minuten später machte es Mandzukic besser.

FCN wacht nach Rückstand auf

Nach dem Rückstand wachten die Nürnberger auf. Doch brachten die Franken die Wolfsburger Defensive, die ohne den gelbgesperrten Nationalverteidiger Arne Friedrich auskommen musste, nur selten in große Schwierigkeiten.

Der Ausgleich nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff fiel daher überraschend.

"Trotz meines Toren unzufrieden"

"Ich bin trotz des Tores mit meiner Leistung nicht zufrieden" sagte Wollscheid nach der Partie zu SPORT1. "Wir haben zu keiner Zeit ins Spiel gefunden."

Zu möglichen Europapokal-Ambitionen hielt sich der Verteidiger bedeckt: "Die Europa League ist kein Thema."

Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Niedersachsen die aktivere Mannschaft, doch das fehlende Selbstvertrauen war ihnen deutlich anzumerken.

Simons nimmt Diego aus dem Spiel

Zudem wurde Spielmacher Diego vom Nürnberger Timmy Simons oft erfolgreich bekämpft.

Gefahr resultierte daher oft nur aus Standardsituationen.

Bei den Hausherren fehlte neben Friedrich auch der verletzte Stürmer Patrick Helmes (Oberschenkelzerrung). Der zuletzt wegen mangelnder Einstellung suspendierte Alexander Madlung saß wieder auf der Bank.

Nürnberg konnte auf den zuletzt grippegeschwächten Regisseur Ilkay Gündogan zurückgreifen, während Torjäger Julian Schieber (Meniskusverletzung) erneut nicht zur Verfügung stand.

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