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Max Eberl will Christoph Kramer bei Mönchengladbach halten
Max Eberl ist seit Oktober 2008 Sportdirektor bei der Gladbacher Borussia © getty

Gladbachs Sportdirektor will die Begegnung in Bremen nicht als Schicksalsspiel verstanden wissen. Irgendwie ist es aber doch eines.

München - Max Eberl ist in diesen Tagen ein wenig gereizt. Was verständlich ist angesichts der Tabellenposition von Borussia Mönchengladbach neun Spieltage vor dem Saisonende.

Nun gibt es aber immer wieder diese Journalisten, die den Sportdirektor des Bundesliga-Schlusslichts piesacken: Nein, nicht mit der T-Frage, die ist seit dem Trainerwechsel von Michael Frontzeck zu Lucien Favre ja beantwortet.

Nein, es ist das böse S-Wort: nämlich das Schicksalsspiel, vor dem die Borussia heute Abend (ab 18 Uhr im LIVE-TICKER) bei Werder Bremen steht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jedes Wochenende aus Neue höre ich, dass wir ein Schicksalsspiel bestreiten", ärgert sicht Eberl. Der Auftritt in Bremen sei nicht "das" Spiel, sondern lediglich "eines".

Die "Fohlen" legen nie nach

Vor allem aber eines der wenigen verbleibenden, in denen die Borussia, die seit fast 24 Jahren nicht mehr in Bremen gewinnen konnte, noch den Klassenerhalt erreichen will.

Eberl verweist dann gerne auf die noch folgenden Heimspiele gegen Kaiserslautern, Köln und Freiburg, in denen die "Fohlen" noch die rettenden Punkte einsammeln könne.

Nur: Keimte mit einem Erfolg mal ein Fünkchen Euphorie auf, waren die Borussen in dieser Spielzeit nie in der Lage, mit einem zweiten Sieg in Folge nachzulegen.

Zu dumm außerdem, dass Gladbach allmählich nicht nur die Zeit ausgeht, sondern es auch die Konkurrenten aus den Augen verliert.

Favre: Werder steigt nicht ab

Auch wenn Stuttgart, Wolfsburg und Bremen derzeit mit ganz unten im Tabellenkeller stehen: Lucien Favre, der heute auf Igor de Camargo verzichten muss, geht schon mal davon aus, dass die Werderaner nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden.

Zu gerne würden die Bremer Fans diese Prophezeiung auch zeitnah eintreten sehen. Der 3:1-Sieg in Freiburg, mit dem sich Werder vom vorletzten auf den 14. Platz vorschob, könnte sich aber auch wieder schnell als jene Schwalbe erweisen, die noch keinen Sommer macht.

Und so bleibt Werder-Manager Klaus Allofs skeptisch: "Ich traue dem Braten noch nicht. Man sieht mittlerweile natürlich viel mehr positive Dinge. Wir dürfen gegen Mönchengladbach aber keinen einzigen Schritt weniger machen."

Viele Endspiele

Im Gegensatz zu Eberl hält Bremens Clemens Fritz eine Abwandlung des S-Wortes zum E-Wort für durchaus angebracht: "Wir haben jetzt viele Endspiele vor der Brust", sagt der Rechtsverteidiger.

Die Gastgeber setzen im Aufeinandertreffen bei beiden schwächsten Defensivreihen (Bremen kassierte bislang 51 Gegentore, Gladbach gar noch acht mehr) auf den wieder genesenen Wesley.

Der Brasilianer kehrt nach vier Monaten Pause (Sehnenanriss im Oberschenkel) wieder ins Team zurück. "Wir haben den Gedanken, ihn spielen zu lassen", sagt Trainer Thomas Schaaf, "wie viel das sein wird, müssen wir noch sehen."

Marin will jubeln

Zudem hofft Marko Marin, das Werder-Spiel wie schon am vergangenen Spieltag nach seiner Einwechslung beleben zu können: "Es ist nicht schön, wenn man nicht in der Startelf steht. Aber ich glaube, dass ich dem Trainer genügend Argumente geliefert habe, mich gegen Gladbach von Anfang an zu bringen."

Dass er selbst die Sorgen seines ehemaligen Arbeitgebers vergrößern kann, stört den 21-Jährigen nicht: "Wir können einen großen Schritt heraus aus dem Keller machen. Wenn ich gegen Gladbach treffe, dann werde ich auch richtig jubeln."

Max Eberl kann beruhigt sein. Ist ja eh kein Schicksalsspiel für die Borussia.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Frings - Bargfrede, Wesley - Marin - Pizarro, Wagner

Mönchengladbach: Bailly - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Marx, M. Fink, Arango, Neustädter - Reus, Idrissou

Schiedsrichter: Manuel Gräfe

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