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Bayern Matchwinner mit drei Toren: Arjen Robben (Mi.) © getty

Robben gibt per Hattrick gegen einen blamablen HSV die Antwort auf Bayerns turbulente Woche und stärkt den Coach. Was wird mit Veh?

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Durchatmen, Louis.

Van Gaal, bald Ex-Trainer des FC Bayern, hat nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge mit seinen Münchnern wieder drei Punkte eingefahren und Boden im Kampf um den zweiten Platz gutgemacht.

Mit einem eindrucksvollen 6:0 (1:0) bezwang der Double-Gewinner den Hamburger SV. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Dort steht nun Coach Armin Veh vor dem Aus. Am Saisonende endet sein Vertrag bei den Hanseaten sowieso. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Veh: "Ich schmeiße nicht hin"

Bei LIGA total! schloss Veh unmittelbar nach Abpfiff seinen Rücktritt zwar aus: "Hinschmeißen werde ich sicher nicht." Fraglich scheint dennoch, ob der 50-Jährige überhaupt weitermachen darf.

Für die Treffer in einer unterhaltsamen Partie zweier krisengeschüttelter Teams sorgten der überragende Arjen Robben (40., 47., 55.), Franck Ribery (64.), Thomas Müller (79.) und Heiko Westermann (85., Eigentor).

"Es ist schwer zu sagen, warum es diesmal so gut lief", sagte Robben hinterher bei "Sky". Und mit Blick auf die zurückliegende turbulente Bayern-Woche ergänzte der Matchwinner: "Der Trainer hat sich absolut nicht verändert in seiner Arbeit."

Van Gaal: "Das sagt auch etwas über mich!"

Van Gaal selbst hatte vor der Partie bei LIGA total! gesagt. "Natürlich ist das eine außergewöhnliche Situation: Ich denke nicht, dass viele Trainer das mitmachen."

Und weiter: "Das sagt auch etwas über mich!"

Schwierig sah es zu Beginn tatsächlich aus. Die Verunsicherung tropfte den Bayern aus jeder Schweißdrüse.

Lahms 100. Pflichtspiel

Laut Kapitän Philipp Lahm, der sein 100. Pflichtspiel als Stammspieler in Folge absolvierte, wollten sie die Begegnung "unbedingt gewinnen".

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Und ab der zehnten Minute hätten die Bayern beinahe erneut einem Rückstand hinterherlaufen müssen.

Luiz Gustavo ließ sich von Änis Ben-Hatira den Ball abnehmen, der Hamburger passte zu Mladen Petric, dessen Schlenzer von der Strafraumgrenze lenkte Bayern-Torwart Thomas Kraft gerade noch um den Pfosten.

Gomez vergibt Einiges

Die Gastgeber spielten im typischen Van-Gaal-Stil überlegen, allerdings zu umständlich nach vorne, während die Gäste bei eigenem Ballbesitz häufig schnell umschalteten und die Hausherren so in Verlegenheit brachten.

Paolo Guerrero kam nach Doppelpass mit Ben-Hatira einmal im Strafraum zum Schuss, blieb jedoch an Bastian Schweinsteiger hängen (21.).

Auf der anderen Seite scheiterte Mario Gomez nach einem Freistoß von Robben per Kopf an Frank Rost (16.), kurz darauf wehrte Ze Roberto einen Schuss des glücklosen Nationalspielers ab.

HSV hält nur 30 Minuten mit

Dass dem HSV die verletzten Abwehrspieler Joris Mathijsen und Guy Demel fehlten, machte sich nach einer guten halben Stunde so richtig bemerkbar.

Schweinsteiger hebelte die Defensive mit einem einzigen Pass aus - Thomas Müller aber verzog freistehend.

Fünf Minuten später tanzte Gomez drei Spieler inklusive Rost aus, schoss allerdings statt ins leere Tor an den rechten Innenpfosten, den Nachschuss setzte Müller unglaublicherweise an die Latte.

Rost rettet an die Latte

Diese vergebene Chance stand zu diesem Zeitpunkt symptomatisch für die Saison des deutschen Rekordmeisters.

Es passte ins Bild, dass van Buytens Schuss aus der 37. Minute von Rost ebenfalls ans Aluminium abgefälscht wurde.

Für Erleichterung sorgte schließlich "Dosenöffner" Robben mit seinem fulminanten Schuss (107,7 km/h) zum verdienten 1:0 (40.).

Kurioses Freistoß-Tor

Dass 2:0 - direkt nach Anpfiff des zweiten Abschnitts - gab den Münchnern zusätzlichen Rückenwind. Wiederum hatte Robben getroffen - dieses Mal mit einem langen Freistoß aus 30 Metern aus halbrechter Position.

Und damit nicht genug: Gegen die nun vollkommen indisponierte Hamburger Defensive gelang dem Niederländer nach schöner Vorarbeit von Ribery sogar der dritte Streich (55.).

Mit Applaus und stehenden Ovationen wurde der Flügelflitzer in der 70. Minute ausgewechselt - zur Schonung für das anstehende Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Inter Mailand am Dienstag.

Ribery vollendet Konter

Zuvor hatte Ribery einen Konter erfolgreich zum 4:0 verwandelt (64.), danach schloss Müller einen Konter ab (79.), ehe Westermann nach einem Schuss von Ribery den Ball ins eigene Netz beförderte (85.).

Van Gaal war durch die Rotsperre von Breno zum erneuten Umbau in der Abwehr gezwungen worden.

Holger Badstuber und Anatoliy Tymoshchuk hatten zunächst auf der Bank Platz genommen, für sie begannen Daniel van Buyten und Luiz Gustavo in der Innenverteidigung.

Auch Veh hatte umgestellt. Für Eljero Elia, der zuletzt dreimal auf der Tribüne hatte sitzen müssen, war für Marcell Jansen in die Startelf gerutscht.

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