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Tamas Hajnal (r.) bereitete gegen Frankfurt drei Tore vor und markierte eines selbst © imago

Vor dem Spiel gegen Dortmund hofft der Karlsruher SC auf ein Ende der Offensivmisere - womöglich unter verschärften Bedingungen.

Von Martin van de Flierdt

München ? Der Karlsruher SC ist auf das Schlimmste vorbereitet.

Vor dem Freitagsspiel gegen Borussia Dortmund hat die Feuerwehr eine Wetterwarnung an die Verantwortlichen des badischen Bundesligisten weitergeleitet.

"Wir wollen nicht ohne Grund die Pferde Scheu machen", beschwichtigt KSC-Manager Rolf Dohmen zwar. "Aber wir bleiben mit der Feuerwehr in Kontakt." Nicht nur der angekündigte stürmische Wintereinbruch macht die Situation derzeit für die Mannschaft von Trainer Edmund Becker unangenehm.

Es ist vor allem der aktuelle Negativlauf. Nur einen von 21 möglichen Punkten hat der Vorjahresaufsteiger in den jüngsten sieben Spielen verbucht und ist dadurch auf den Relegationsplatz abgerutscht.

"Für unsere Spielweise werden wir immer wieder gelobt", bemerkt Dohmen. "Aber dafür können wir uns nichts kaufen. Es muss ein Dreier her." Besonders in der Offensive hapert es beim KSC. Nur Schlusslicht Cottbus unterbietet die zwölf Tore der Badener.

"Wir brauchen einen Offensivspieler, der den Ball auch mal ins Tor haut", sagt Becker, dessen Position trotz der aktuellen Misere nicht wackelt. Dieser Torjäger war im Vorjahr Tamas Hajnal, der nun für Dortmund die Schuhe schnürt.

"Wie sehr er Karlsruhe fehlt, sieht man daran, wie wichtig er für uns ist", meint BVB-Coach Jürgen Klopp über seinen Spielmacher, der an den vergangenen fünf Toren der Westfalen direkt beteiligt war.

Hajnal selbst freut sich "auf ein ganz besonderes Spiel". Mit einem Sieg (ab 20 Uhr LIVE ) würde die Borussia zumindest vorübergehend auf Rang vier klettern. Das verspräche zumindest aus sportlicher Sicht eine entspannte Jahreshauptversammlung am Sonntag.

Sport1.de hat die Fakten zum Spiel:

Bilanz:

Der bis dato letzte Dortmunder Sieg in Karlsruhe liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. Heiko Herrlich traf am 13. Februar 1998 zum 1:0-Erfolg des BVB.

Es blieb das einzige freudige Erlebnis der Westfalen in den jüngsten acht Gastspielen in Karlsruhe. Der KSC (Teamseite) spielt auch außerhalb des Wildparks gerne gegen Dortmund.

Er verlor nur eines der vergangenen sieben Duelle mit den Borussen. In Karlsruhe gab es bisher neun Heimsiege, acht Unentschieden und fünf Auswärtssiegen.

Personalsituation:

Die Badener müssen aller Voraussicht nach ihren Kapitän Maik Franz (Fersenödem) verzichten. Auch Massimilian Porcello kann aufgrund einer Bauchmuskelblessur nicht mitwirken. Alexander Iashvili wird anstelle von Bradley Carnell in die Startformation rücken.

Der Südafrikaner hat noch seine Länderspielreise in den Knochen. Im Angriff erhält Edmond Kapllani erstmals in dieser Saison eine Chance von Anfang an als einzige Spitze. Joshua Kennedy bleibt dafür draußen.

Auch der BVB tritt ohne seinen Spielführer an. Eine Knochenstauchung und ein Bluterguss im rechten Sprunggelenk ließen Sebastian Kehl (Spielerporträt) das Abschlusstraining abbrechen.

"Es geht nicht", meinte Kehl niedergeschlagen. "So kann ich der Mannschaft nicht helfen." Für ihn rückt voraussichtlich Nuri Sahin ins Team.

Neben Kehl sind im Wildparkstadion auch Nelson Valdez (Muskelfaserriss), Diego Klimowicz (Grippe) und der rotgesperrte Robert Kovac nicht mit dabei.

Das sagen die Trainer:

Edmund Becker: "Dortmund hat einen guten Lauf und ist individuell ungeheuer stark besetzt. Für und gilt, dass wir die Zweikämpfe annehmen und gewinnen müssen. Wir müssen aber auch endlich das umsetzen, was wir uns vornehmen."

Jürgen Klopp: "Es wird richtig schwer. Der Gegner wird genauso unangenehm sein wie das Wetter. Es wird ein richtiges Kampfspiel, in dem die Karlsruher um die Punkte fighten werden, die sie im Moment so dringend brauchen. Wir werden uns dagegen wehren müssen, aber nichts anderes haben wir vor."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Karlsruhe: Miller - Celozzi, Sebastian, Stoll, Eichner - Mutzel, Aduobe - Freis, da Silva, Iashvili - Kapllani. Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Santana, Subotic, Lee - Sahin - Tinga, Hajnal, Kringe - Blaszczykowski, Zidan. Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)

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