vergrößernverkleinern
In Hoffenheim kassierte Borussia Dortmund die erste Rückrunden-Pleite © imago

Nach dem 0:1 in Hoffenheim will Dortmund "sofort wieder angreifen". Nur Benders Ausfall schmerzt. Die TSG feiert Ibisevic.

Sinsheim - Kaum war der Bart von Trainer Jürgen Klopp ab, wurde Borussia Dortmund rasiert.

Doch einen "Knacks" befürchtet beim weiter souveränen Spitzenreiter der Bundesliga nach der ersten Rückrunden-Pleite niemand. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

"Wir werden kurz unsere Wunden lecken und dann sofort wieder angreifen", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem 0:1 (0:0) des BVB bei 1899 Hoffenheim: "Davon geht die Welt nicht unter."

Auch Klopp hat "keine Sorge", dass die Borussia im Endspurt um die Meisterschaft nun ins Straucheln gerät. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) .

"Fußballerisch haben wir ein paar Fehler gemacht. Die Einstellung hat gestimmt. Deshalb habe ich keine Sorge", sagte Klopp, der in der vergangenen Woche seinen Vollbart abrasiert hatte.

Sorge um Bender

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff klatschte der 43-Jährige auf dem Platz seine Spieler ab und baute sein junges Team wieder auf. In der Pressekonferenz hatte Klopp schon wieder seinen Humor wiedergefunden und konnte über das defekte Mikrofon schmunzeln.

Schmerzhafter als die Niederlage durch den Treffer von BVB-"Schreck" Vedad Ibisevic (63.) wiegt möglicherweise die Verletzung von Sven Bender.

Der defensive Mittelfeldspieler hatte sich Ende der ersten Halbzeit die Schulter ausgekugelt und wurde zur Untersuchung zu einem Spezialisten nach Heidelberg gefahren.

"Das ist viel bitterer für uns", sagte Klopp: "Ich hoffe, dass er uns nicht zu lange fehlen wird."

Klopp bleibt gelassen

Dass der BVB seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit im Jahr 2011 eingebüßt hat, konnten sowohl die Verantwortlichen als auch die Spieler verkraften.

"Wir sind ja nie davon ausgegangen, dass wir ohne Niederlage durch die Rückrunde spazieren", sagte Watzke und Klopp fügte hinzu: "Diese Niederlage fühlt sich an wie jede andere."

Torhüter Roman Weidenfeller, der vor dem Gegentor mehrfach glänzend gegen Ibisevic pariert hatte, erklärte: "Ich bin absolut davon überzeugt, dass uns die Niederlage keinen Knacks gibt."

Selbstkritische Dortmunder

Im ungewohnten Gefühl der Niederlage zeigten sich die Dortmunder aber auch selbstkritisch.

"Wir haben nicht unsere hundertprozentige Leistung abgerufen", sagte Watzke.

Für Klopp war die Begegnung "prädestiniert" für so ein Ergebnis. "Wir waren in nahezu allen Bereichen einen Tick besser, konnten daraus aber keinen Nutzen ziehen. Wir haben es verpasst, einen Punch zu setzen", erklärte Klopp.

Zugute kommt dem BVB, dass nun gegen den FSV Mainz 05 und Hannover 96 zwei Heimspiele anstehen.

Immer wieder Ibisevic

Dann muss sich die Borussia aber wieder steigern.

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim und unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw agierte der Tabellenführer nicht so souverän wie in den vorangegangenen Spielen.

Ibisevic markierte schließlich sein fünftes Tor in seinem fünften Spiel gegen Dortmund.

Denkpause zeigt Wirkung

"Ich weiß nicht warum, aber der BVB liegt mir. Aber das ist nicht so wichtig, es zählt der Sieg", sagte Ibisevic.

Beim 0:2 der Kraichgauer bei Borussia Mönchengladbach hatte der Bosnier noch eine Denkpause erhalten. Gegen Dortmund durfte Ibisevic wieder von Beginn an mitwirken und war hochmotiviert.

"Er hat immer fleißig gearbeitet. Ich freue mich für ihn, dass er wieder getroffen hat", sagte Trainer Marco Pezzaiuoli.

Bei 1899 herrschte Stolz und Erleichterung.

"Dieser Sieg ist natürlich etwas Besonderes", sagte Pezzaiuoli und gab im Abstiegskampf frühzeitig Entwarnung: "Ich denke, das war's."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel