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Pierre Littbarski holte in fünf Partien mit dem VfL Wolfsburg drei Punkte © getty

Nach der Pleite in letzter Sekunde scheint die Zeit für Wolfsburg Trainer Littbarski abgelaufen. Nürnberg träumt dagegen weiter.

Wolfsburg - Nach dem Last-Minute-K.o. sackte Pierre Littbarski mit leidender Miene in seinem Trainerstuhl zusammen, den er vielleicht schon in den nächsten Tagen räumen muss.

Das ohnehin zeitlich befristete Intermezzo des Weltmeisters von 1990 als Trainer des VfL Wolfsburg könnte nach der 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg bereits nach fünf Spielen beendet sein. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Manager Dieter Hoeneß flüchtete nach der sechsten Niederlage im siebten Spiel ohne jedes Wort über die Zukunft von Littbarski aus dem Stadion.

Hat Hoeneß schon einen Plan B?

Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass er einen Plan B in der Schublade hat. Denn das Horror-Szenario erster Abstieg der Vereinsgeschichte rückt für den Meister von 2009 immer näher. 363670(DIASHOW: Der 26. Spieltag)

Einem Bericht der Wolfsburger Nachrichten zufolge soll Hans Meyer als Feuerwehrmann einspringen. Hoeneß schätzt Meyer aus gemeinsamen Zeiten bei Hertha BSC.

2004 hatte der heute 68 Jahre alte "Trainer-Rentner" die Berliner bereits zum Klassenerhalt geführt.

Zu den Spekulationen sagte Littbarski am Samstag nichts.

Littbarski sieht trotz Niederlage "viel Positives"

Der gebürtige Berliner wiederholte stattdessen Phrasen, die er und sein Vorgänger Steve McClaren seit Monaten heruntergeleiert haben.

Man müsse jetzt "versuchen, die notwendigen Punkte zusammenzubekommen", sagte "Litti", der trotz der Niederlage "eine Top-Einstellung" und "viel Positives" gesehen hatte.

Ob das für seine Weiterbeschäftigung reicht, ist fraglich.

Erstmals seit dem vierten Spieltag ist die in dieser Saison mit knapp 60 Millionen Euro verstärkte Star-Truppe wieder auf einen möglichen Abstiegsplatz abgerutscht.

Wochen der Wahrheit im Abstiegskampf

Jetzt folgen die Wochen der Wahrheit mit sechs Spielen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Den Anfang macht die Partie beim VfB Stuttgart am kommenden Sonntag.

"Wir haben keine Zeit zum Weinen", sagte der fleißige, aber oft glücklose Spielmacher Diego.

Die Mannschaft sprach Littbarski das Vertrauen aus. "Es liegt nicht an ihm. Er kann ja nichts dafür, dass wir vorne die Dinger nicht reinmachen", sagte Abwehrspieler Sascha Riether: "Er ist in der Mannschaft vollkommen akzeptiert und hat in seiner Zeit hier schon viel bewegt."

Angst vor der eigenen Courage

Eines aber konnte auch Littbarski dem spielerisch hoch veranlagten Team in fünf Wochen nicht austreiben: Die Angst vor der eigenen Courage.

Wie so oft verlor das Team nach einer Führung - dieses Mal durch das erste Saisontor von Mario Mandzukic (22.) - völlig unerklärlich den Faden und kassierte den Ausgleichstreffer durch FCN-Innenverteidiger Philipp Wollscheid (45.+1.).

Club schwimmt weiter auf Erfolgswelle

Als das Spiel am Ende auf der Kippe stand, war es erneut der Gegner, der den Killerinstinkt hatte. Der nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Per Nilsson gelang in der Nachspielzeit (90+2.) mit seiner ersten und einzigen Ballberührung der Siegtreffer für die Franken.

Nürnberg schwebt somit weiter auf einer Erfolgswelle. Nach dem achten Spiel in Folge ohne Niederlage dürfen Fans und Spieler weiter vom Europapokal träumen.

Überragender Teamgeist

"Die Tabelle sieht überragend aus. Wir hoffen, dass dieser Lauf anhält", sagte Trainer Dieter Hecking.

Siegtorschütze Nilsson verriet das Erfolgsgeheimnis des Pokalsiegers von 2007: "Wir haben einen überragenden Teamgeist. Es macht einen Riesenspaß, mit diesem Team zu arbeiten."

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